Konzertfilm von Mayla Kino statt Livestream

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Die Stuttgarter Band Mayla spielt Dreampop der besonderen Sorte. Insofern überrascht es nicht, dass sie den Streaming-Hype vom Frühjahr auf ihre Weise adaptiert: am Mittwoch geht’s ab ins Kino.

Vier Tage dekoriert: Mayla im Cann Backstage, hier ein Still aus ihrem Konzertfilm „Beachfuck“ Foto: Mayla
Vier Tage dekoriert: Mayla im Cann Backstage, hier ein Still aus ihrem Konzertfilm „Beachfuck“ Foto: Mayla

Stuttgart - Erinnert sich noch jemand an den Streaming-Hype? Als im März alles zumachte und Konzerte abgesagt wurden, gingen viele online. Gestreamt wurde aus Proberäumen, von Dächern, aus Toiletten, einfach von überall. Dutzende Events gingen in der Region Stuttgart allein unter dem Label „United We Stream“ über den Äther.

Auch die Stuttgarter Band Mayla wurde vom Popbüro für einen Streaminggig angefragt. Problem: Die Musiker hatten so gar keine Lust auf das Konzept. Nicht dass die Band, deren Musik laut unserer eigenen Einschätzung „Zu schön, um wahr zu sein“ ist, sonst tosende Stadien rockt. Aber allein mit der Kamera im Konzertsaal so tun, als gäbe man ein reguläres Konzert – das war es nicht.

„Wir wollten das Filmmaterial im Nachhinein selbst editieren und festlegen, was wann und wie passiert. Das ist bei Streamingkonzerten eher nicht möglich“, sagt Christian Pauler zu den Intentionen der Band. Ein nachvollziehbares Argument bei einer Gruppe, die ihre Online-Präsenz von A bis Z durchgestylt hat. Toll sind zum Beispiel die Musikvideos im VHS-Look. Also: Konzertfilm planen, beim Popbüro erfolgreich um Unterstützung werben und Film ab.

Filmpremiere am Mittwoch

In der Stuttgarter Musikszene kennt man sich, also waren rasch die Location (der Backstage Club im Cann) und der Livemixer (Ralv Milberg) an Bord. Die Band hat das Cann-Backstage laut eigenen Angaben vier Tage lang hergerichtet, im Teaser sieht man viele Kerzen, allerlei Deko, einen alten Fernseher und natürlich massenhaft Equipment. Dass das auch auf der Tonspur toll rüberkommt, ist anzunehmen – die Band versteht die Aufnahmen von Anfang Juni als Livealbum.

„Beachfuck“ heißt das Ganze, und es wird gemessen am Aufwand adäquat der interessierten Popöffentlickeit präsentiert. Couch Potatoes müssen weg von der Glotze und rein ins Kino – hat man ja vielleicht auch schon länger nicht gemacht. Der Vorhang fällt am Mittwoch (14. Oktober) um 19.15 Uhr. Auf die neuesten Corona-Zahlen reagiert man mit einem Umzug in den großen Saal im Delphi an der Tübinger Straße. Bis zu 100 Menschen passen da coronakonform rein, die Hälfte der Tickets zu je fünf Euro ist allerdings auch schon weg.

Den Teaser, die Musik der Band und natürlich den Ticketlink gibt’s auf der Mayla-Website.




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