Das Armida Quartett erntet bei seinem Auftritt im Rahmen der Reihe Waldenbucher Konzerte in St. Veit begeisterten Applaus.

Im Rahmen der Kammermusikreihe „Konzerte in St. Veit“ war zuletzt das das Armida Quartett zu Gast in Waldenbuch.

Das junge Streicherensemble hat vor zehn Jahren beim ARD-Wettbewerb in München nicht nur den 1. Preis und den Publikumspreis gewonnen, sondern gleich noch sechs weitere Sonderpreise. Gerade hat die international gefragte Künstlergruppe ihre Aufnahme aller Mozart-Quartette vollendet.

Für Waldenbuch hatten Johanna Staemmler und Martin Funda (Violine), Teresa Schwamm (Viola) und Peter Philipp Staemmler (Violoncello) ein außergewöhnliches Programm vorbereitet. Sie begannen nämlich mit drei Fugen aus Bachs Kunst der Fuge. Bereits nach den ersten Tönen war klar, dass man ein Quartett der Spitzenklasse vor sich hatte. Ihre Homogenität und Durchsichtigkeit ließen das kunstvolle Gewebe dieser Fugen hörbar werden. Doch auch die rhythmische und dynamische Struktur dieser in ihrer gelegentlichen Zerrissenheit manchmal schon beinahe modern wirkenden Fugen arbeitete das Ensemble fein heraus.

Riesige dynamische Klangpalette

Danach folgte das 2. Streichquartett des in Stuttgart lebenden Marko Nikodijevic, das er dem Armida Quartett gewidmet hat. In dem fünfsätzigen Werk spielte der Vierer mit einer sensationellen Virtuosität und Dynamik, gleichzeitig aber so selbstverständlich, dass einem der Mund offen stehen blieb.

Auch hier kam die klangliche und spielerische Ausgeglichenheit der vier Musikerinnen und Musiker zum Tragen, ebenso wie ihre riesige dynamische Klangpalette von beinahe unhörbaren Tönen bis zu gewaltigen Klangausbrüchen. Besonders im Gedächtnis blieb ein Tango sowie ein rasend schnelles und rhythmisch hochkomplexes Vivace und ein tieftrauriges Adagio mesto, das in seinen offenen Harmonien am Schluss nahtlos in die Kirchenglocken überging, gerade so als gehörten sie zur Komposition.

Mozart unerhört frisch und neu

Vor der Pause folgte die nächste Überraschung: Mozarts Divertimento in F-Dur erklang durch das Armida Quartett unerhört frisch und neu. Große Freiheit in der Phrasierung und im Umgang mit dem Tempo im ersten Satz, hinreißende Verzierungen und Klangfarben im zweiten und unbändige Spielfreude und Virtuosität im Finale machten aus dieser oft hübsch und bieder gespielten Salzburger Komposition ein Meisterwerk, das einem einen Vorgeschmack auf die Mozart CDs des Armida Quartetts gab.

Nach der Pause tauchte das Ensemble im dritten Quartett in B-Dur von Brahms noch einmal in eine ganz andere Klangwelt ein, wobei sie der Zerrissenheit dieses Werkes nachspürten, das sich zwischen fröhlicher Volkstümlichkeit und tiefer Traurigkeit bewegt. Ganz besonders im Gedächtnis blieben hier die fulminant und sensibel gespielten Bratschensoli von Teresa Schwamm im dritten Satz, dem Allegretto non troppo und in der ersten Variation des Finales.

Für den lang anhaltenden begeisterten Applaus bedankte sich das Armida Quartett mit einer weiteren Fuge aus Bachs Kunst der Fuge und rundete damit dieses außergewöhnliche Konzert in St. Veit ab.

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