Kooperationsprojekt in Waldenbuch Musik ist eine Sprache, die jeder versteht

Von Claudia Barner 

Die Musikschule und der Kindergarten Mühlhalde in Waldenbuch haben ein neues Kooperationsmodell entwickelt. Jedes Kind soll mit einem Instrument Bekanntschaft schließen, denn Musizieren verwischt Grenzen.

Haben das neue Kooperationsmodell gemeinsam entwickelt: Musikschulleiterin Susanne Götz (links) und die Leiterin des Kindergartens Mühlhalde, Diana Schremmer. Foto: Barner
Haben das neue Kooperationsmodell gemeinsam entwickelt: Musikschulleiterin Susanne Götz (links) und die Leiterin des Kindergartens Mühlhalde, Diana Schremmer. Foto: Barner

Waldenbuch - Wenn Diana Schremmer im Waldenbucher Kindergarten Mühlhalde die Cajóns ins Spiel bringt, wird der Teamgeist geweckt. Ob klein oder groß, ob mutig oder schüchtern – beim Musizieren mit den Kistentrommeln verwischen unsichtbare Grenzen. Und alle haben Spaß. „Musik ist eine Sprache, die jeder versteht“, hat die Leiterin der Betreuungseinrichtung festgestellt. Deshalb hat sie gemeinsam mit der städtischen Musikschule ein neues Kooperationsmodell ins Leben gerufen. Unter dem Motto „Jedem Kind sein Instrument“ wird die Begegnung mit der Musik künftig ins Bildungskonzept integriert.

Musikschulleiterin Susanne Götz und Diana Schremmer haben in den vergangenen fünf Jahren den Weg für das gemeinsame Projekt geebnet. Seit 2012 nimmt der Kindergarten Mühlhalde am Landesprogramm „Singen, Bewegen, Sprechen“ teil. Regelmäßig kommt ein Musiklehrer ins Haus und widmet sich einer kleinen Gruppe von Kindern, die einen erhöhten Förderbedarf haben. „Das ist vor allem für Kinder, die kein Deutsch sprechen, die sich nur schwer in die Gruppe integrieren oder über wenig Selbstbewusstsein verfügen, ein starker Motivationsschub“, hat Diana Schremmer beobachtet.

Offizieller Startschuss ist das Laternenfest am 9. November

Und sie hat festgestellt: Auch Jungen und Mädchen, die nicht am Förderangebot teilnahmen, zeigten großes Interesse am gemeinsamen Musizieren und Schauspielern. Nach und nach flossen die Elemente der Fördergruppe in die tägliche Arbeit des Kindergartenteams ein, bis die Erzieherinnen und Götz beschlossen: „Jetzt legen wir richtig los.“ Offizieller Startschuss für die Kooperation ist das Laternenfest am 9. November. Die Jungen und Mädchen des Kindergartens haben eifrig geprobt und präsentieren um 16.30 Uhr im Haus der Begegnung die Geschichte von St. Martin. Die Rollen der Darsteller und Sänger sind mit drei- bis sechsjährigen Akteuren besetzt. Bei der Instrumentalbegleitung helfen verschiedene Ensembles der Musikschule aus. Danach schließt sich ein gemeinsamer Laternenlauf zum Schachbrett an der Stadtkirche an, zu dem alle Waldenbucher Kinder eingeladen sind.

Das neue Konzept sieht vor, dass künftig gezielt auf solche Veranstaltungen und Auftritte hingearbeitet wird. Dazu wird der Fundus an Instrumenten im Kindergarten aufgestockt. Zu den Kistentrommeln gesellen sich in den kommenden Wochen 20 Blockflöten, die von der Musikschule finanziert und leihweise zur Verfügung gestellt werden. Immer wieder sind auch Begegnungen mit Schülern und Lehrern anderer Instrumentalgruppen geplant.

„Uns ist es wichtig, dass die Hürden abgebaut werden. Nur noch in wenigen Familien wird gesungen oder musiziert. Wir wollen diese Tür in einem Alter öffnen, in dem die Neugier noch groß ist und es keine Zwänge gibt“, sagt Susanne Götz. Deshalb geht es nach der Auftaktveranstaltung gleich weiter. Am 16. Dezember steht der nächste große Auftritt im Rahmen des Waldenbucher Weihnachtsmarkts auf dem Programm. Bis dahin wollen Musiklehrer und Erzieherinnen dem einen oder anderen Nachwuchstalent die ersten Flötentöne beibringen.