Korntal-Münchingen Freizeitbad macht hohe Verluste

Von Patricia Elsner 

Das Freizeitbad in Korntal-Münchingen rentiert sich finanziell nicht. Die Stadt hatte nach einem Umbau im Jahr 2015 mit mehr Besuchern gerechnet. Auch in den nächsten Jahren ist wohl keine Besserung in Sicht.

Zwei Jahre nach dem Umbau bleibt das Münchinger Freizeitbad ein Betrieb, der keine Gewinne einfährt. Foto: factum/Bach
Zwei Jahre nach dem Umbau bleibt das Münchinger Freizeitbad ein Betrieb, der keine Gewinne einfährt. Foto: factum/Bach

Korntal-Münchingen - Rund 688 000 Euro Miese muss die Stadt für das Freizeitbad Münchingen für das vorige Jahr verbuchen. Investitionen, geringere Besucherzahlen und die Wetterlage seien die Gründe, sagt Siegfried Gerlach, der Fachbereichsleiter Finanzen in Korntal-Münchingen. „Das Freizeitbad hat sich nicht so entwickelt wie gehofft“, sagte Gerlach bei der Vorstellung des Jahresabschlusses der Stadtwerke im Gemeinderat am Dienstagabend. „Wir hatten mit mindestens zehn Prozent mehr Besuchern gerechnet.“

Rund 200 000 zahlende Gäste zählte das Schwimmbad im vergangenen Jahr. Nach Rechnung der Stadt also 20 000 zu wenig. „Dabei ist das schon eine Zahl, von der andere Schwimmbäder in der Region nur träumen können“, sagte Gerlach. Trotzdem reicht es nicht, das Schwimmbad macht Verluste. Eine Lösung für das Problem sieht Gerlach nicht. Um die Kosten zu decken, müsste die Stadt etwa den dreifachen Eintrittspreis verlangen. „Dann würde aber keiner mehr kommen“, sagte Gerlach. Der derzeitige Eintrittspreis von 4,80 Euro, am Wochenende sind es 5,30 Euro, sei bereits an der oberen Preisgrenze. „Eine Erhöhung der Preise wäre nicht ratsam“, sagte Siegfried Gerlach.

Der größte Kostenpunkt sind die Personalausgaben

Eine höhere Zahl an Besuchern würde das Minus jedoch nur dämpfen. Das Problem sind die hohen Ausgaben. Der größte Kostenpunkt sind die Mitarbeiter. Darin enthalten sind die Ausgaben für das Reinigungspersonal, die Verwaltungsmitarbeiter und den Aufsichtsdienst. Der zweitgrößte Posten sind die Instandhaltung und die Wasseraufbereitung. Daneben schlagen die Ausgaben für Energie zu Buche. „Dass die Gemeinden bei den öffentlichen Bädern draufzahlen müssen, ist normal“, sagte Gerlach. Auch andere Einrichtungen wie die Stadthalle Korntal würden sich finanziell nicht rentieren und seien von der Stadt subventioniert.

Das kann Patrick Maier, der Amtsleiter für Finanzen und Controlling der Stadt Ditzingen, nur bestätigen. In Ditzingen schreibt das Schwimmbad ebenfalls rote Zahlen. Hier liegt der Jahresverlust für 2015 bei 737 000 Euro. „Ein kommunales Schwimmbad wird nie kostendeckend sein“, sagt Maier. In den letzten Jahren wären die Zahlen in Ditzingen weiter ins Minus gefallen, da die Kosten stärker gestiegen seien als die Einnahmen. „Und höhere Eintrittspreise können wir nicht verlangen.“ In Gerlingen beträgt das Minus sogar rund 800 000 Euro. „Aber das leisten wir uns, weil wir wollen, dass die Kinder schwimmen lernen“, sagt die Hauptamtsleiterin Ulrike Hoffmann-Heer.

Die Stadt Korntal-Münchingen ist bemüht, die Kosten zu senken. Im Jahr 2014 wurde das Freizeitbad saniert. „Nach zweieinhalb Jahren werden die Umbaukosten des Freibads durch die geringeren Energiekosten gedeckt sein“, sagte Andreas Sell vom Fachbereich Hochbau, der den Energiebericht 2015 am Dienstag dem Gemeinderat vorstellte. Ein erster Erfolg habe sich bereits eingestellt: Die Stromkosten für das Bad im Jahr 2015 seien im Vergleich zu 2013 um 26 Prozent gesunken.




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