Kornwestheim Mit schwäbischen Tapas und Pizza will er die Salamanderstadt erobern

Patrick Seifert übernimmt zum 1. November die ESG-Gaststätte. Foto: Simon Granville

Das Restaurant an der Jahnhalle in Kornwestheim (Kreis Ludwigsburg) hat einen neuen Pächter. Patrick Seifert sieht Potenzial im Lokal. Vor allem eine bessere Beziehung zu den Sportlern stellt er in Aussicht. Nicht nur die Speisekarte bietet Besonderes.

Ludwigsburg: Frank Ruppert (rup)

Noch herrscht gähnende Leere in Gastraum und Küche der ESG-Gaststätte in Kornwestheim. Die Stadt hatte nach dem Ende von „Kutschers Glück“ zu Beginn des Jahres nach einem neuen Pächter für das Restaurant bei der Jahnhalle gesucht und ist inzwischen fündig geworden. Von November an wird Patrick Seifert aus Wiernsheim (Enzkreis) das Lokal übernehmen.

 

Er betreibt bereits zwei Vereinslokale mit schwäbischer Küche in Wimsheim und Merklingen und hat auch genaue Vorstellungen für sein erstes Restaurant in Kornwestheim. „Ich bin über einen Freund auf die Location gekommen“, sagt Seifert. Eigentlich wollte er dieses Jahr kein weiteres Lokal eröffnen, erst im Mai startete ein anderes Projekt. „Aber die Voraussetzungen hier waren so gut, dass ich mich mit meiner Familie dafür entschieden habe“, erklärt er.

Vor allem die Tatsache, dass die Stadt Vertragspartner ist und sowohl Küche als auch Gasträume in einem guten Zustand seien, war ausschlaggebend für Seiferts Entschluss. „Wir müssen hier eigentlich nur die Küchengeräte und Stühle und Tische besorgen“, sagt der neue Pächter und freut sich.

Erfahren im Umgang mit Vereinen

Direkt bei der Jahnhalle befindet sich die ESG-Gaststätte in Kornwestheim. Foto: Simon Granville

Wichtig sei der Stadt gewesen, dass der neue Pächter erfahren sei im Umgang mit Vereinen. Das ist Seifert, der berichtet, dass er an seinen bisherigen Standorten überall gute Beziehungen zu den ansässigen Vereinen habe. Die Anbindung zu Sportlern ist bei Seifert, wohl im Gegensatz zu den vorherigen Pächtern, auch ausdrücklich gewollt. Deshalb wird es an der neuen ESG-Gaststätte das an anderen Orten erprobte Programm geben. Deutsche und schwäbische Küche, auch in Tapasform, also mit kleinen Portionen zum Probieren oder für Senioren, sollen auf der Speisekarte stehen. „Außerdem werde ich einen Pizzabäcker einstellen. Gerade wenn Fußballer nach dem Training kommen, wollen sie selten etwas Schweres als einen schweren Rostbraten“, erklärt Seifert. Da habe sich der Pizzaofen in anderen Lokalen schon sehr bewährt.

Auch wenn viele Eckpunkte schon definiert seien beim neuen Lokal stehe der neue Name noch nicht fest. Die anderen Vereinsgaststätten von Seifert laufen unter dem Namen „Stüble“, es könne aber auch sein, dass dies in Kornwestheim anders sein werde.

Andere Restaurant sieht er nicht als Konkurrenz

Noch ist der Gastraum leer. Patrick Seifert freut sich aber über den guten Zustand des Lokals. Foto: Simon Granville

Klar ist auf jeden Fall schon, dass es einen Mittagstisch geben soll und die Angestellten aus der Region kommen werden. „Das wird kein inhabergeführter Laden sein, da brauche ich Leute vor Ort, die sich mit dem Restaurant identifizieren“, sagt der Gastronom.

Probleme, Personal zu finden, habe er im Gegensatz zu manch anderen Restaurantbetreibern nicht. „Wir bezahlen die Leute eben und setzen auf Vollzeit“, erklärt Seifert. Mehr als 100 Bewerbungen habe er für das Lokal in Kornwestheim schon erhalten. Derzeit sucht er die neuen Mitarbeiter aus. Seifert freut sich auf die Eröffnung und ist sich aus Erfahrung sicher, dass das Konzept zum Standort passen wird. Wie bei einer Vereinsgaststätte üblich, werde es auch Fußballübertragungen geben, und er will den Sportlern für ihre Treffen Platz bieten. Auch wenn er selbst nicht aus Kornwestheim kommt, sieht er sich gerüstet für die Gastroszene in der Salamanderstadt: „Ich habe mir selbst jedes Lokal im Ort angeschaut und es getestet, um zu wissen, ob wir mit unserem Konzept hierher passen“, sagt Seifert. Andere Restaurants sieht er dabei nicht als Konkurrenz, sondern als Partner.

Musik und Gin im Angebot

In der ESG-Gaststätte soll es künftig auch Livemusik geben. Laut Seifert müssten Restaurants heute nämlich mehr bieten als nur gutes Essen, um erfolgreich zu bleiben. „Das Essengehen muss ein Erlebnis sein“, sagt er. Das fange bei der Einrichtung an, die zum Verweilen einladen müsse und gehe eben so weit, dass gelegentlich auch Musiker auftreten. Seifert plant auch schon größere Konzerte, denn er kenne einige Bands, die in der Halle auftreten könnten.

Auf ein weiteres Schmankerl dürfen sich Gäste in Kornwestheim freuen: Gin. Seifert betreibt in Wiernsheim eine Gin-Bar mit dem Weltrekord für das „größte, ständige Gin-Sortiment“. Eine ganz so große Auswahl wird es in Kornwestheim nicht geben, aber auch dort wird man Gin bekommen, meint Seifert.

Ganz wichtig ist Seifert zu betonen, dass sein Unternehmen keine One-Man-Show ist. Neben seinen 80 Mitarbeitern sei seine Familie sehr stark involviert und zu einer richtigen Gastro-Familie geworden. Wie er kämen sie beruflich aus anderen Zweigen, fanden aber ihre Erfüllung in der Gastronomie.

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