Das Programm ist fix, die Bühne bald auch an Ort und Stelle – den kommenden Konzerten bei „Kornwestheim rockt“ auf dem Marktplatz vor dem K steht nicht mehr viel im Wege. An fünf Dienstagen in den Sommerferien tritt je eine Tribute-Band auf. In diesem Jahr bieten die Gruppen Hits von Größen dar wie Robbie Williams, der Heavy-Metal-Legende Iron Maiden, Tina Turner, Reggae-Ikone Bob Marley und U2.
„Ich lobe mich nur ungern selbst“, sagt Veranstalter Johannes Leichtle, „aber ich glaube, das ist das beste Line-up, das wir je hatten.“ Man sei stolz und glücklich mit dem Angebot. Klingt selbstbewusst und optimistisch. Doch gibt es etwas, das Leichtle im Vorfeld enormes Kopfzerbrechen bereitet. Die Sache mit dem sogenannten Fremdalkohol, der laut Leichtle sogar den Fortbestand des rockigen Treibens gefährden könnte.
Einige Gäste kommen mit Kühltaschen voller Getränken auf den Marktplatz
Beim kostenlosen Zugang zu „Kornwestheim rockt“ gibt es keine Einlasskontrollen. „Das würde dem offenen Charakter der Konzerte entgegensprechen“, so Leichtle, der mit seiner Agentur bankett plus die Reihe im Jahr 2017 gestartet hat. „Aber sollte wieder so viel Fremdalkohol konsumiert werden wie bisher, kann die Veranstaltung in Zukunft nicht mehr stattfinden“, fügt er hinzu. Auf dem Marktplatz werden bei den Konzerten Getränke verkauft. „Aber es kommen teilweise Gruppen mit Kühltaschen, die sich dann niederlassen und ihre Sachen auspacken. Das nimmt stellenweise unglaubliche Ausmaße an“, so Leichtle, der schon beobachtet hat, dass Menschen kommen, sich setzen und die Whiskyflasche hinstellen.
In seinem Ärger verweist er auf das Marienplatzfest in Stuttgart. Im April hatten dort die Organisatoren entschieden, das Fest Ende dieses Monats nicht steigen zu lassen. Ein Verlust von 50 000 Euro stand nach der Vorjahresausgabe zu Buche – verursacht zu guten Teilen vom plakativ bezeichneten Verräterbier. Auch am Marienplatz waren Kontrollen oder gar eine komplette Umzäunung keine Option gewesen. Die Probleme beim Heusteigviertelfest im Stuttgarter Süden waren derweil andere: Dort ging es um die zeitliche Reglementierung des Getränkeausschanks und die Lautstärke der Musik. Mit Klagen über Lärm kennt Johannes Leichtle sich aus: Im Jahr 2019 beschäftigte ihn das Thema bei der Schwester-Veranstaltung „Sindelfingen rockt“.
Das Problem besteht auch bei „Sindelfingen rockt“
Das Problem mit Fremdgetränken gibt es auch in Sindelfingen (Landkreis Böblingen), oder wie Leichtle weiter ausführt: „Überall!“ Er sagt: „Ich könnte Einlasskontrollen durchsetzen am Kornwestheimer Marktplatz, ich habe dort als Veranstalter Platz- und Hausrecht.“ Vorerst solle jedoch eine andere, etwas speziellere Aktion dabei helfen, die Besucher freundlich, aber bestimmt darauf aufmerksam zu machen: Wer in entsprechenden Mengen mitgebrachte Getränke verzehrt, schadet am Ende der Veranstaltung. Mehr will Johannes Leichtle aktuell nicht verraten – nur gehe es dabei ganz und gar nicht ausschließlich um die Ansagen von der Bühne.
Und falls alles nicht helfe, müsse es dann im Jahr 2024 eben doch Einlasskontrollen geben. Denn es sind nicht nur die Einnahmen, die dem Macher aufgrund des niedrigeren Getränkeumsatzes flöten gehen. „Was mich fast am meisten stört, ist, dass die Leute dann auch noch ihren Müll nicht wieder mitnehmen“, berichtet Leichtle. Denn auch die Entsorgung koste Zeit und eben Geld.
Streit mit Stadtverwaltung ist schon lange geklärt
Nach der „Kornwestheim rockt“-Ausgabe des vergangenen Jahres war Leichtle überdies mit der Stadtverwaltung aneinandergeraten. Er sah sich mit verschärften Auflagen konfrontiert, die für ihn Mehrkosten bedeuteten: unter anderem zusätzliche Sicherheitskräfte und weitere mobile Toiletten. Auch die stärkere Präsenz des Ordnungsamtes hatte er als nicht zielführend wahrgenommen. Nach konstruktiven Gesprächen mit der Stadt stand allerdings am Ende fest: Auch 2023 wird gerockt.
„Kornwestheim rockt“ – welche Band spielt wann?
Bands
Insgesamt fünf Tribute-Bands treten bei der diesjährigen Ausgabe von „Kornwestheim rockt“ auf dem Marktplatz – in den Sommerferien vom 1. bis 29. August jeweils dienstags von 18 bis 22 Uhr.
Robbie Williams
Die italienische Band Feel hat sich den Liedern des Pop-Superstars angenommen und macht am Dienstag, 1. August, den Anfang.
Iron Maiden
Die Ungarn von Iron Maidnem zollen der britischen Metal-Legende am Dienstag, 8. August mit Krachern wie „Run To The Hills“ oder „The Trooper“ Tribut.
Tina Turner
Dem Werk der kürzlich verstorbenen Pop-Ikone widmet sich „Tina – Die Show“ aus Österreich am Dienstag, 15. August.
Bob Marley
Reggaemäßig entspannt wird es bei Songs wie „No Woman, No Cry“ oder „Stir It Up“ am Dienstag, 22. August – dargeboten von der deutschen Combo Marleys Ghost.
U2
Tribu2 nennt sich die österreichische Gruppe, die sich dem Schaffen der irischen Rocker um Frontmann Bono verschrieben hat. Den Auftritt gibt’s zum Abschluss von „Kornwestheim rockt“ am Dienstag, 29. August.