Kornwestheim Trotz Finanznot: 2,4 Millionen Euro für eine Straße

Die Güterbahnhofstraße soll attraktiver werden. Dafür werden unter anderem Parkplätze wegfallen und neue Bäume gepflanzt. Foto: Simon Granville

Um seine Innenstadt attraktiver zu machen, will Kornwestheim die zentrale Güterbahnhofstraße aufwerten lassen. Die Kosten dafür sind manchen aber zu hoch.

Ludwigsburg: Frank Ruppert (rup)

Die Kornwestheimer Güterbahnhofstraße soll nach Jahrzehnten der Diskussion nun endlich aufgewertet werden. Die 140 Meter zwischen Bahnhofsvorplatz und Bahnhofstraße sind ein zentraler Teil der Innenstadt, verkümmern aber seit Jahren.

 

Es gibt Stufen auf dem Gehweg und die 17 Parkplätze und der Parksuchverkehr sorgen auch nicht gerade für ein Wohlfühlambiente. Die Folge ist, dass gewerbliche Neuansiedlungen ausbleiben. Um das alles zu ändern, soll nun für knapp 2,4 Millionen Euro eine „Attraktivierung“ her.

Künftig wird es nur noch zwei Parkplätze geben, vier neue Bäume werden gepflanzt, der Belag wird erneuert, es kommen neue Sitzgelegenheiten dazu und der Zugang zum Parkhaus wird freundlicher. Damit soll die Aufenthaltsqualität gesteigert und die Menschen wieder stärker zum Flanieren, Shoppen und Ausgehen verführt werden.

Keine Fußgängerzone

Vergangenes Jahr scheiterte die Verwaltung mit ihrem Vorschlag, die Straße zu einer Fußgängerzone zu machen. Mit 9 zu 15 Stimmen musste Lauxmann eine Niederlage einstecken. Eine Mehrheit gab es hingegen für einen verkehrsberuhigten Bereich.

Kornwestheims Oberbürgermeister Nico Lauxmann hofft auf Zustimmung für die Pläne zur Neugestaltung der Güterbahnhofstraße Foto: Werner Kuhnle

Dieser soll nun aber auch mit Pollern kommen, die bei Bedarf die Einfahrt von Autos komplett verhindern würden. Nun könnte man meinen, dass mit dem Kompromiss jetzt alle zufrieden sein müssten. Die CDU um Hans Bartholomä legte aber bei der Sitzung des Ausschusses für Umwelt und Technik am Dienstag den Finger in die Wunde: Das Konzept sei zu teuer.

Auf Kompromiss geeinigt

„Wir haben uns mit der Verwaltung auf den Kompromiss geeinigt und hatten da einen klaren Kostenrahmen vereinbart“, sagt Bartholomä. Dieser sei nun aber um gut 500.000 Euro überschritten worden. In der aktuell angespannten Haushaltslage kein gutes Zeichen, wie er findet. Lauxmann beschwichtigte, dass für das Projekt auch im Nachtragshaushalt genug Raum und die Innenstadt eben wichtig sei.

Das will sich die CDU nun erst einmal bei der anstehenden Haushaltsklausur des Gemeinderats am Wochenende genauer erklären lassen. Erst danach sei eine Zustimmung möglich. Ganz anderes war dagegen von den Grünen zu hören: Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten sei es Aufgabe der Kommunen, zu investieren, noch dazu in die eigene Innenstadt. Scheitern lassen will aber auch die CDU das Projekt nicht.

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