Kornwestheimer Ex-Handballer Was der Teammanager Kugel wirklich hinter den Kulissen tut

Fabian Kugel lief trotz Karriereende doch noch einmal für den SV Salamander Kornwestheim auf. Foto: Avanti/Ralf Poller

Fabian Kugel hängte seine Handballschuhe beim SV Kornwestheim bereits an den Nagel. Im Interview spricht er über sein Blitz-Comeback und seine neue Rolle beim Drittligisten.

Fabian Kugel hatte seine aktive Handballkarriere zum vergangenen Saisonende eigentlich bereits an den Nagel gehängt. Ganz abgeschlossen hat er aber noch nicht. Zudem hat er ein Amt neben dem Spielfeld beim SV Salamander Kornwestheim.

 

Herr Kugel, am Samstagabend standen Sie zum Jahresauftakt wieder einmal auf der Platte. Fällt der Abschied vom aktiven Bereich so schwer?

Ganz klar: Jaein! Natürlich liebe ich es noch immer sehr, mit der Mannschaft, um Punkte zu spielen. Aber es ist ganz klar so geregelt, dass ich nur einspringe, wenn das Team einen personellen Engpass hat. Aufgrund der vielen Ausfälle, speziell eben Marvin Bahmann und Jan Reusch, braucht es in der Abwehr eben oft noch zusätzlich einen Mann auf der Bank. Ich habe immer gesagt, dass ich aushelfen werde, wenn es passt. Am letzten Samstag hat es wieder gepasst, aber es hat auch schon Termine gegeben, an denen ich nicht helfen konnte, weil die Daten eben schon anderweitig verplant waren. Ich helfe also sehr gerne, habe aber auch meine persönlichen Prioritäten verschoben und halte diese auch ein.

Eigentlich haben Sie mittlerweile sowieso die Aufgabe des Teammanagers übernommen. Was bedeutet das genau? Welche Aufgaben fallen nun in ihren Bereich?

Grundsätzlich war es so, dass Pascal Welz und ich uns die ehemaligen Aufgaben von Mirko Henel aufgeteilt haben. Passi hat dabei als Sportlicher Leiter alles rund um die Spieler und Spielerverträge übernommen und ich eher den organisatorischen Part. Dabei eingeschlossen sind die Organisation des Trainingslagers, die Hallenplanung rund um das Training, die Organisation der Busbereitstellung für bestimmte Auswärtsfahrten, aber auch so Themen wie Trikots und neue Bälle bestellen. Vor dem Saisonbeginn lag auch die Organisation des Spielplans in meinen Händen. Hier ging es um die Abstimmung mit Trainer und Gegner, ob Termine verlegt werden müssen und wenn ja, wohin. Das war schon sehr spannend, da es auch bis zu einem fixen Zeitpunkt abgeschlossen sein musste.

Als Spieler bekommt man sicherlich viele Dinge, die im Hintergrund laufen, gar nicht so mit. Der Bus steht einfach zur Abfahrt bereit und man fährt ins Trainingslager und gut ist. Wie ist das für Sie, nun sozusagen auf der anderen Seite zu stehen?

Mir war schon immer klar, dass viele Dinge organisiert werden müssen. Bei manchen Themen war ich aber auch der Meinung, dass die einfach von selbst laufen, weil die total eingespielt sind. Dem ist allerdings nicht so. Viele Prozesse wechseln sich dann doch jedes Jahr ab. Es ist wirklich ganz interessant. Es macht mir aber auch viel Spaß, nun mitzubestimmen, wie beispielsweise ein Trainingslager gestaltet wird. Daran arbeite ich aktuell. Insgesamt betrachtet ist es eine tolle Aufgabe als Teammanager, denn ich sehe auch, was dabei herauskommt, und erlebe auch hier Erfolge. Wenn sich die Spieler vor Weihnachten über ein freies Wochenende freuen, weil es uns gelungen ist, das so im Spielplan zu organisieren, dann ist das ein toller Erfolg.

Erfolg hin oder her: Hand aufs Herz – was macht mehr Spaß? Punktejagd auf der Platte oder Trainingslager planen?

Aktuell bin ich ja in der glücklichen Position, noch beides machen zu können. Die Emotionen und Momente auf dem Spielfeld können allerdings nicht durch die Organisation eines tollen Trainingslagers kompensiert werden. Das Spielen macht am Ende schon deutlich mehr Spaß. Ich bin gleichermaßen aber auch froh über meine Entscheidung, mittlerweile nicht mehr jedes Wochenende auf dem Spielfeld zu stehen, und trauere dem auch keineswegs nach.

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