Kostprobe bei den GOC in Stuttgart Breakdance wird olympisch

Von Elke Rutschmann 

Ab 2024 wird Breakdance olympisch: Bei den German Open Championships in Stuttgart gibt die Tänzerin Jilou eine Kostprobe und die deutschen Top-Tänzer sind begeistert.

Breakdance ist ab 2024 eine olympische Sportart. Foto: AFP
Breakdance ist ab 2024 eine olympische Sportart. Foto: AFP

Stuttgart - Vielleicht werden sich die Besucher in der Beethovenhalle am Freitagabend die Augen reiben, wenn Jilou die Tanzfläche betritt und loslegt. Der Grund: Sie tanzt nicht Latein, nicht Standard und auch nicht Boogie Woogie – die junge Frau aus Berlin ist ein B-Girl und die derzeit beste deutsche Breakdancerin. Bei den WDSF World Breaking Championships in Nanjing hat sie im Juni für Deutschland die Bronzemedaille gewonnen.

Breaking, wie der Tanz in der Szene genannt wird, ist aber nur eine Showeinlage bei den 33. German Open Championships, die vom 13. bis zum 17. August in der Stuttgarter Liederhalle stattfinden. Das liegt unter anderem daran, dass der Sport 2024 erstmals bei den Olympischen Spielen in Paris dabei ist. Ihre Premiere im Zeichen der Ringe hatten die Breakdancer allerdings bereits im vergangenen Oktober bei den Olympischen Jugendspielen in Buenos Aires, die dem Internationalen Olympischen Komitees (IOC) auch als Versuchslabor für neue Sportarten dienten.

„Ein historisches Ereignis“

Damit ist auch der Deutsche Tanzsportverband (DTV) beim wichtigsten Sportereignis der Welt vertreten. „Die Entscheidung ist nicht nur international ein historisches Ereignis, sondern auch für den Tanzsport in Deutschland“, sagt DTV-Präsidentin Heidi Estler. Damit werde der DTV zum „Vorläufigen Olympischen Verband“, was viele Veränderungen mit sich bringen werde.

Auch das aktuell beste deutsche Lateinpaar Marius-Andrei Balan und Khrystyna Moshenska ist begeistert von der Entscheidung des IOC. „Das tut unserem Sport gut, aber ich bin auch ein bisschen neidisch, denn natürlich wären wir Lateintänzer auch gerne bei Olympia dabei“, sagt Khrystyna Moshenska. Die Tänzerin ist 29 Jahre alt, ihr Partner Marius-Andrei Balan 28. „Da ist es unwahrscheinlich, dass wir noch bei diesem Ereignis antreten werden“, sagt Balan. Die beiden suchen deshalb ihr Glück im Hier und Jetzt und wollen den Titel im Grand Slam aus dem vergangenen Jahr verteidigen. „Wir treten als Titelverteidiger an und gehen mit einem guten Gefühl in den Wettbewerb“, sagt der Tänzer vom SWC Pforzheim.

Das Duo Moshenska/Balan will den Titel in Stuttgart

Die Chancen stehen gut, weil mit dem russischen Paar Armen Tsaturjan und Swetlana Gudyno die größten Konkurrenten nicht am Start sein werden. Die bisherigen der Turniere in der fünfteiligen Grand Slam Serie Latein haben die Russen in diesem Jahr jeweils vor den Pforzheimern gewonnen. „Aber die Abstände werden immer knapper“, sagt Khrystyna Moshenska. Stück für Stück arbeitet sich das deutsche Duo also ran an die Überflieger der vergangenen Jahre, um die Dauersieger dann vielleicht bei den Weltmeisterschaften im September in Russland vom Sockel zu stürzen.

Aktuell bereiten sie sich in Bad Liebenzell auf den German Open Championship vor. Ihnen kommt dabei entgegen, dass in diesem Jahr ausnahmsweise nur fünf Runden getanzt werden. „Dann können wir uns im Training mehr auf den Ausdruck konzentrieren, was auch im Hinblick auf die WM wichtig sein wird“, sagt Khrystyna Moshenska.

In diesem Jahr wieder ein Orchester bei den GOC

Das Paar freut sich zudem, dass es bei seinem Auftritt am Samstag im Beethovensaal wieder von einem Orchester begleitet wird – im vergangenen Jahr war aus Kostengründen ein DJ samt Sängerin eingesprungen. Dieses Jahr jedoch kehren die Veranstalter zu ihrem ursprünglichen Konzept zurück und begleiten die Tänzer mit Orchester.