Der Partysänger Ikke Hüftgold nennt die Debatte über kulturelle Aneignung bei der Bundesgartenschau (Buga) in Mannheim durch Seniorinnen verrückt – und hat sich etwas vorgenommen.

Der Partysänger Ikke Hüftgold hat im Streit um Sombreros bei der Bundesgartenschau (Buga) in Mannheim eine gezielte Provokation angekündigt. „Diese Sache ist an Absurdität nicht zu überbieten“, sagte der Musiker und Musikproduzent dem „Mannheimer Morgen“ laut Vorabmitteilung vom Donnerstag. Er werde nun voraussichtlich zum Auftritt der Tanzgruppe am 24. Mai zur Buga kommen. „Ich komme mit allen kulturellen Aneignungsgewändern, die ich finden kann – von den Sandalen über den Kimono bis hin zum Sombrero – nach Mannheim.“

 

Der Auftritt einer mit Sombreros und japanischen Kimonos bekleideten Seniorentanzgruppe der Arbeiterwohlfahrt (AWO) auf der Buga hatte für Diskussionen gesorgt. Die Buga-Gesellschaft hatte Teile des Auftritts der ehrenamtlichen Tänzerinnen im Alter zwischen 59 und 85 Jahren unter dem Motto „Weltreise mit dem Traumschiff“ zunächst abgelehnt. Wegen der von der Gruppe verwendeten Kostüme etwa als Ägypterinnen, Mexikanerinnen und Japanerinnen sah die Leitung der Gartenschau klischeehafte Darstellungen und die Gefahr kultureller Aneignung.

Ikke Hüftgold sagte dem „Mannheimer Morgen“ dazu: „Diese übertriebene Verbotskultur ist gefährlich, sie stellt unsere Demokratie infrage.“ Es müsse auch der Hintergrund beachtet werden. „Die Damen von der AWO sind in einer ganz anderen Zeit aufgewachsen, mit ihren Kostümen bringen sie anderen Kulturen und Nationen Wertschätzung entgegen - das zu verbieten, ist total verrückt.“