Krach im Motorsport Manuel Reuter kritisiert Gerhard Berger heftig

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Der Sportchef des Rutronik-Racing-Teams ist schockiert über die Aussagen des Österreichers zur Serie ADAC GT Masters.

Manuel Reuter könnte sich eine gemeinsame Serie, bestehend aus dem GT Masters und der DTM, vorstellen. Foto: imago sportfotodienst/imago sportfotodienst
Manuel Reuter könnte sich eine gemeinsame Serie, bestehend aus dem GT Masters und der DTM, vorstellen. Foto: imago sportfotodienst/imago sportfotodienst

Stuttgart - Der ehemalige Rennfahrer Manuel Reuter hat Gerhard Berger, den Chef des DTM-Veranstalters ITR, scharf kritisiert. Berger schwebt vor, die vor dem Aus stehende Deutsche Tourenwagenmeisterschaft mit kostenschonenden GT3-Fahrzeugen auszustatten und somit zu retten. Diese neue sogenannte GT-plus-Serie, in der die Autos mehr Leistung haben sollen, steht dann aber in Konkurrenz zum ADAC GT Masters. Vor allem ärgert sich Reuter über die abfälligen Bemerkungen von Berger zur ADAC-Serie.

„Ich bin sehr unglücklich über die Aussagen von Gerhard, weil er seine Stellung nutzt, um alle, die beim GT Masters arbeiten, in die Hobby- und Amateurecke zu stellen. Er sagt, den wahren Profisport gebe es nur in der DTM – so etwas kann ich überhaupt nicht nachvollziehen“, sagt Reuter, der aktuell Sportlicher Leiter des GT-Masters-Teams Rutronik Racing ist, das die Serie 2019 gewann.

„Hobby-Rennserie“

Der Österreicher Gerhard Berger hatte im Hinblick auf das ADAC GT Masters von einer „Hobby-Rennserie“ mit „Hobby-Fahrern“ gesprochen, ruderte aber aufgrund heftigen Widerstands in der PS-Branche zurück. „Ich habe eigentlich Amateurfahrer gemeint. Ich will nicht sagen, dass sie Fahrer zweiter Klasse sind“, sagte Berger, der für ein Statement zu Reuters Aussagen nicht zu erreichen war.

Die Abwertung des ADAC GT Masters, das an diesem Wochenende am Hockenheimring gastiert, stößt Reuter sauer auf. „Im GT Masters sind über 30 Fahrer am Start, die damit ihren Lebensunterhalt verdienen. Viele davon haben sogar Werksverträge. Das ist also die doppelte Anzahl von dem, was sich da gerade in der DTM tut“, sagt der DTM-Meister von 1996 und wehrt sich gegen die zynische Einschätzung, in der Serie seien „nur Metzger und Bäcker“ am Start. „In den letzten Jahren hat sich in Bezug auf das Niveau viel getan, in jedem Autos sitzen zwei Profis. Am Anfang waren noch ein Profi und ein Gentleman-Fahrer am Start“, sagt Masters-Pilot Sebastian Asch.

Schwere Zeiten stehen bevor

Die DTM, bei der nach Mercedes auch Audi aussteigen wird, steht mit BMW als einzigem Hersteller vor dem Aus. Statt sich auseinander zu dividieren, sollte man an einer gemeinsamen Lösung arbeiten, sagt Reuter. „Man sollte versuchen, dass man zusammen etwas Starkes auf die Beine stellt, denn die Zeiten werden wegen der Corona-Pandemie im kommenden Jahr nicht einfacher, um die Budgets zu stemmen“, meint er. Der 58 Jahre alte gebürtige Mainzer könnte sich eine deutsche Tourenwagenserie etwa auf Basis des ADAC GT Masters vorstellen, in die sich Teams der DTM integrieren könnten. „Wenn man eine starke Bühne hätte, würden Fahrer, Fans, ja einfach alle profitieren. Aber wenn wir den Kuchen GT-Sport auf zwei Serien aufteilen, weiß ich nicht, wie da die Budgets zu finden sind – einmal abgesehen von der Aufteilung durch das Fernsehen und die Berichterstattung.“

An einer gemeinsamen Lösung zu arbeiten, werde aber von DTM-Seite komplett abgeblockt, sagt Reuter und fügt hinzu: „Gerhard Berger ist gerade dabei, das Thema zu spalten, er polarisiert und verbreitet Dinge in der Öffentlichkeit, die nicht der Wahrheit entsprechen. Damit habe ich ein großes Problem.“

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