Seit Beginn des Russland-Ukraine-Kriegs muss man mit Energie sparsam umgehen. Der Fahrstil kann helfen.

Wissenschaft: Klaus Zintz (Zz)

Es ist beeindruckend, mit einem für Spritsparkurse speziell ausgerüsteten Auto zu fahren: Die Anzeige des aktuellen Benzin- oder Dieselverbrauchs zeigt unbarmherzig an, wie viel kostbarer Sprit kurzfristig durch die Einspritzdüsen befördert wird, wenn man beherzt aufs Gaspedal tritt. Umgerechnet auf 100 Kilometer kommen da schnell einige zig Liter zusammen. Eine solche Erkenntnis kann dazu beitragen, seinen bisherigen Fahrstil zu überdenken.

Die wichtigsten Empfehlungen des Automobilclubs ADAC sind eine „optimierte“ und „vorausschauende“ Fahrweise. Das bedeutet zum einen, so niedertourig wie möglich zu fahren. Also flott hochschalten – „bei einer Drehzahl von etwa 2000 Umdrehungen pro Minute“, so der ADAC – und dann bei niedrigen Drehzahlen möglichst gleichmäßig weiterfahren. „Schalten Sie erst dann zurück, wenn der Motor ruckelt oder zu brummen beginnt“, empfehlen die Spezialisten. Man ist überrascht, wie gutmütig die meisten heutigen Einspritzmotoren sind. Da kann man auch in der Stadt locker im fünften Gang fahren. Oder im zweiten Gang anfahren, wenn es leicht bergab geht. Der Ratschlag beim Automatik: den Eco-Modus wählen.

Besser nicht im Leerlauf fahren

Dass eine unaufgeregte und vorausschauende Fahrweise Nerven und Sprit schont, liegt auf der Hand. Wenn ein Ortsschild auftaucht oder eine rote Ampel in Sichtweite ist, muss man nicht noch vorher Gas geben. Allerdings kommt es auch ein bisschen auf die Situation an, die man im Rückspiegel beachten sollte: Wenn die Ampel für die Linksabbieger Grün zeigt, ist es für den Nachfolger, der links abbiegen will, schon eine Zumutung, wenn man langsam auf die rote Geradeaus-Ampel zurollt. Übrigens macht der ADAC darauf aufmerksam, dass man den Gang drin lassen sollte, wenn man in solchen Fällen frühzeitig vom Gas geht: Dann macht die Schubabschaltung die Einspritzanlage bei den meisten Motoren nämlich ganz dicht.

Im Leerlauf verbraucht der Motor einen halben bis einen ganzen Liter pro Stunde – was auch heißt, dass es sich bei einem längeren Stopp ab etwa 20 Sekunden lohnt, den Motor auszumachen. Wenn dies keine Start-Stopp-Automatik übernimmt, kann man ruhig den Zündschlüssel drehen. „Nach unseren Erkenntnissen ist diese zusätzliche Belastung für Anlasser und Batterie gerade in der warmen Jahreszeit zu vernachlässigen“, schreiben die ADAC-Experten dazu.

Auf Rollwiderstand der Reifen achten

Hilfreich ist es auch, den Ballast im Auto zu reduzieren, also alles Unnötige, Schwere aus dem Auto zu entfernen, was den Kraftstoffverbrauch erhöht. Das gilt gerade auch für Dachträger aller Art, die zudem den Luftwiderstand erhöhen. Schließlich sollte man regelmäßig den Reifendruck kontrollieren – aus Gründen der Sicherheit, aber auch um Sprit zu sparen: „Schon ein um 0,3 bar verringerter Luftdruck steigert den Rollwiderstand und sorgt damit für unnötigen Mehrverbrauch“, so der ADAC – der noch den Tipp hat, den „empfohlenen Reifenluftdruck moderat zu erhöhen, sofern dies in der Betriebsanleitung beschrieben ist“. Wer neue Reifen kauft, sollte zudem auf den Rollwiderstand achten. Wenn dadurch bis zu 0,5 Liter je Kilometer weniger Sprit verbraucht wird, dann lohnen sich auch zunächst teurere Reifen für die Umwelt und den Geldbeutel.