Kranke Ponys in Filderstadt Warum die Jugendfarm Spenden sammelt
Eines der Ponys am Rand von Bonlanden ist bereits chronisch krank, ein zweites entwickelt nun auch Atemwegsbeschwerden. Die Jugendfarm will gegensteuern, braucht dafür aber Geld.
Eines der Ponys am Rand von Bonlanden ist bereits chronisch krank, ein zweites entwickelt nun auch Atemwegsbeschwerden. Die Jugendfarm will gegensteuern, braucht dafür aber Geld.
Numi ist ein echter Schönling. Das rehbraune Fell und die im Sonnenlicht golden glänzende Mähne geben dem Islandpony mit dem roten Halfter einen edlen Look, und sein ausgeglichenes Gemüt macht es zum idealen Jugendfarm-Bewohner. Selbst die Katze Grace ist ganz vernarrt in den Isländer, klettert auf seinem Rücken herum, kuschelt sich ins Fell und spielt mit der Mähne. Nein, von Numis gesundheitlichen Beschwerden ist auf den ersten Blick überhaupt nichts zu sehen. Doch das 15 Jahre alte Tier wird seit einiger Zeit von Husten geplagt. „Ende des letzten Jahres haben wir bemerkt, dass er abhustet“, sagt Madleen Kürner aus dem dreiköpfigen sozialpädagogischen Leitungsteam der Jugendfarm Filderstadt.
Eine Tierärztin hat festgestellt: Numis Atemwege sind gereizt, und der Übeltäter war auch schnell gefunden, nämlich das Heu, das auf dem Gelände am Rand von Bonlanden verfüttert wird. „Das Heu wird auf dem Feld getrocknet, gepresst und kommt dann zu uns“, erklärt Lasse Gehrt, in diesem Prozess lagerten sich aber Staub und Pilzsporen darin ab. Die machten Numi krank. „Auf Dauer kann das zu Asthma führen“, sagt er. Das weiße Pony Koda sei bereits chronisch erkrankt. „Das macht die Tiere natürlich auch schlapp“, sagt Zoe Renz, die Dritte aus dem Team.
Das Phänomen ist offenbar keine Seltenheit. Auch bei einem Pony der Jugendfarm Riedenberg war Ende 2024 equines Asthma diagnostiziert worden, und auch hier war eine Überempfindlichkeit gegenüber Staub vermutet worden. „Alle Pferdebesitzer kennen das Problem“, sagt Zoe Renz. Schuld sei die erschwerte Heuernte der vergangenen Jahre, auch durch zu viel Feuchtigkeit. Damit die diversen Island- und Shetland-Ponys, der Esel und die vielen anderen tierischen Farmbewohner in Bonlanden ihr Futter wieder problemlos genießen können, muss eine Lösung her. Ausgeguckt hat das Trio sich einen Heubedampfer. Dieses Gerät befreie das Heu durch heißen Dampf von Staub, Schimmelsporen und Bakterien. Doch das Ganze sei teuer, der Anschaffungspreis liege bei 4000 Euro. Um die zusammenzubekommen, hat die Jugendfarm auf der Online-Plattform Gofundme einen Spendenaufruf gestartet. Am 21. Mai war etwa ein Viertel des Geldes beisammen.
Die Jugendfarm Filderstadt ist erfolgreich in der offenen Jugendarbeit tätig. 25 bis 50 Kinder halten sich täglich auf dem knapp 1000 Quadratmeter großen Gelände auf. 2026 feiert die Einrichtung ihren 40. Geburtstag. Abhängig ist sie von einer Mischfinanzierung. Geld kommt über den Trägerverein zusammen, die Stadt kommt für Pacht- und Personalkosten auf und gibt einen Sachkostenzuschuss, erklärt Lasse Gehrt, „alles andere müssen wir selbst erwirtschaften. Wir sind auf Spenden angewiesen“. 4000 Euro habe man nicht ohne Weiteres auf der hohen Kante. „Wir stehen vor vielen größeren Ausgaben“, erklärt Lasse Gehrt, der Farmtraktor beispielsweise sei in die Jahre gekommen. Die aktuelle Spendensammlung wird daher auch auf dem großen Farmfest ein Thema sein. Das wird an diesem Sonntag, 25. Mai, ab 11 Uhr in Bonlanden gefeiert – mit Grillen, einer Spielstraße und mehr.