Markus Mord, der zehn Jahre lang Geschäftsführer des Krankenhauses war, verlässt das Marienhospital. Er wird durch Thomas Wülle abgelöst.
In einer für die Krankenhäuser sehr schwierigen Zeit kommt es an der Spitze des Marienhospitals zu einem Wechsel: Der bisherige Geschäftsführer Markus Mord, der das Haus seit 2013 geleitet hat, verlässt dieses. Er wird abgelöst von Thomas Wülle.
Der 55-jährige Mord war mehr als 27 Jahre in verschiedenen Positionen am Marienhospital tätig. Er verlasse dieses „auf eigenen Wunsch“, erklärt der Orden der Barmherzigen Schwestern vom heiligen Vinzenz von Paul in Untermarchtal, der Träger des Hauses. Man bedauere diese Entscheidung, erklärte Schwester Elisabeth Halbmann, die Generaloberin in Untermarchtal.
Thomas Wülle ist Diplom-Kaufmann, seit 2021 ist er Referent der Ordensleitung. Davor war er 21 Jahre lang Geschäftsführer eines Unternehmens im südlichen Ruhrgebiet. Wülle wurde 1962 im Sauerland geboren, er ist verheiratet und hat vier Kinder.
Das Marienhospital sei angesichts der Herausforderungen der Krankenhausreform von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) „bestens aufgestellt“, betont der Orden. Dies sei auch der „hervorragenden strukturellen Ausrichtung“ durch den scheidenden Geschäftsführer zu verdanken. In jüngerer Zeit gab es aber Hinweise, dass der Klinikträger Konsolidierungsbedarf hat. So wurde im Juni die zum Orden gehörende Tagespflege in der Villa Maria am Bubenbad auf der Gänsheide kurzfristig geschlossen. Als Grund gab eine Sprecherin an, dass die Einrichtung „noch nie“ wirtschaftlich betrieben werden konnte.
Markus Mord hatte angesichts der Inflation darauf hingewiesen, dass man „die Liquidität sichern“ müsse. Wie andere Klinikchefs in Stuttgart hatte er mehrfach kritisiert, dass das städtische Klinikum etwa durch steuerfinanzierte Zulagen die anderen Häuser am Standort in Bedrängnis bringe. Bei einer bundesweiten Protestaktion im Sommer zur prekären Lage der Kliniken, die durch die Krankenhausreform noch verschärft wird, hatte Mord erklärt, dass es gerade für freigemeinnützige Häuser wie das Marienhospital, die keinen Ausgleich der Kommune bekommen, derzeit „ganz bitter“ sei.
Das Marienhospital an der Böheimstraße im Stuttgarter Süden zählt mit 761 Betten und rund 2000 Beschäftigten zu den großen Kliniken in der Landeshauptstadt.