Krankenhaus Leonberg Das Ziel ist eine möglichst natürliche Geburt

Von Ute Jenschur 

Während der Babywoche gibt es viele Tipps für Schwangere und deren Angehörige.

Einmal im Monat bietet die Leonberger Geburtsstation einen Infoabend für werdende Eltern mit Kreißsaalführung an. Foto: factum/Weise
Einmal im Monat bietet die Leonberger Geburtsstation einen Infoabend für werdende Eltern mit Kreißsaalführung an. Foto: factum/Weise

Leonberg - Für werdende Eltern ist es ein ganz wichtiges Thema, wo ihr Kind zur Welt kommen soll. Während der mittlerweile 10. Babywoche informierte das Leonberger Krankenhaus über sein Angebot und alle Fragen rund um Geburt und Babypflege. Zum Abschluss gab es am Familientag am Wochenende zahlreiche Vorträge und einen Rundgang durch den Kreißsaal und die Wochenstation mit der neuen Chefärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Monica Diac.

Für sie ist das große Plus „die familiäre Atmosphäre unserer Frauenklinik, in der eine individuelle Betreuung möglich ist“. Für sie ist die Hebamme erste Ansprechpartnerin der Schwangeren. „Unser Ziel hier in Leonberg ist die natürliche Geburt, wenn keine Risikofaktoren bestehen. Die Geburt ist ein natürlicher Vorgang, den wir unterstützen. Wir Ärztinnen greifen nur im Notfall ein, wir bilden sozusagen das Sicherheitsnetz“, meint Diac.

Bindung zwischen Baby und Eltern fördern

Das Leonberger Krankenhaus ist als besonders babyfreundlich zertifiziert. Das bedeutet, dass junge Familien hier schwerpunktmäßig Möglichkeiten der engen Bindung zwischen Eltern und Kind kennenlernen. Dazu gehört das „Bonding“, bei dem das Baby direkten Hautkontakt zu Vater oder Mutter hat, um das Zusammengehörigkeitsgefühl zu stärken, aber auch das Stillen. Expertenrat und nützliche Praxistipps rund um die Schwangerenvorsorge, die Geburt bis hin zu Beratungsangeboten nach der Entlassung gehören zum Konzept. Es erfüllt damit die strengen Kriterien der Initiative von Weltgesundheitsorganisation (WHO) und Unicef.

Dass die Leonberger Geburtsklinik sehr beliebt ist, zeigen die steigenden Geburtenzahlen. Waren es 2013 noch 559 Geburten pro Jahr, so sind im vergangenen Jahr 715 Kinder hier geboren worden, eine Steigerung von fast 30 Prozent. Bundesweit lag das Plus mit 15 Prozent deutlich niedriger. Das zeugt von Qualität und Vertrauen in das qualitativ hochwertige und wohnortnahe Leonberger Krankenhaus.

Keine eigene Kinderstation

Zwar sind diese Zahlen nicht mit den Geburtenraten des Böblinger Krankenhauses zu vergleichen. Dort kommen jährlich rund 2 500 Babys zur Welt. Doch wer schon einmal in Böblingen entbunden hat, freut sich über die ruhige und persönliche Atmosphäre in Leonberg, so wie eine junge Schwangere, die sich für die Geburt ihres zweiten Kindes für Leonberg entschieden hat und sich jetzt mit Ehemann und Geschwisterkind den Kreißsaal anschaut.

Eine eigene Kinderklinik hat Leonberg nicht. Dreimal die Woche kümmern sich Böblinger Kinderärzte hier vor Ort um die Neugeborenen und führen die Erstuntersuchung durch. Und sollte sich einmal ein Notfall ergeben, sind die Böblinger Kinderärzte dank der engen Zusammenarbeit schnell in Leonberg zur Stelle.

Die leitende Hebamme, Cornelia Kraus, kennt die Vorteile, in Leonberg zu entbinden, genau: „Hier können wir uns viel Zeit nehmen, wir können sehr auf die Frauen eingehen und bieten nach Möglichkeit eine Eins-zu-eins-Betreuung während der Geburt.“ Direkt danach darf das Neugeborene zur Mutter. Die Stärkung des Bandes zu den Eltern ist dem Team auch in der Zeit nach der Geburt wichtig.

Babymassage und Geschwisterkinder

„Für Neugeborene ab sechs Wochen bieten wir Kurse in Babymassage an. Auch das fördert die Bindung zwischen Eltern und Kind“, erklärt die Kinderkrankenschwester Kim Jamborek. „Durch den engen Kontakt lernen die Eltern, die Zeichen des Kindes besser zu verstehen. Und später können die Techniken genutzt werden, um bei Koliken den Bauch zu massieren.“

Wenn dann das zweite Kind kommt, kann es zu Eifersucht unter den Geschwisterkindern kommen. Die Kinderschwester Kathrin Gröning gibt den Eltern Tipps, wie sie gegensteuern können. „Schön ist es, wenn sich das ältere Geschwisterkind zusammen mit den Eltern ein Geschenk für das Baby überlegt und umgekehrt das Baby ein Geschenk für sein Geschwisterchen hat. Wichtig ist auch, dass sich ein Elternteil regelmäßig Zeit für das größere Geschwisterkind nimmt.“ Aber nicht nur während der Babywoche können Schwangere das Krankenhaus kennenlernen. Einmal im Monat gibt es einen Infoabend für werdende Eltern. Die Termine sind in der Regel an jedem dritten Montag im Monat, 19.30 Uhr.