Krankenhausapotheke in Esslingen Apothekenausbau: Esslinger Klinikum setzt auf ungewöhnliche Lösung

In der Apotheke am Esslinger Klinikum ist es eng geworden. Foto: Roberto Bulgrin

Die Krankenhaus-Apotheke des Esslinger Klinikums ist nicht mehr zeitgemäß. Ein Neubau kommt nicht in Frage und ein Umbau im laufenden Betrieb ist offenbar unmöglich. Deshalb hat man sich jetzt für eine ungewöhnliche Lösung entschieden.

Es wird immer mehr. Seit 2020 hat sich die Produktion der Krankenhaus-Apotheke am Klinikum Esslingen nach eigenen Aussagen nahezu verdoppelt. Deshalb wächst auch der Flächenbedarf: Das Regierungspräsidium Stuttgart hat im vergangenen Jahr eine baldige Erweiterung der Produktionsräume angemahnt. Weil ein Neubau als zu zeitaufwendig gilt und ein Umbau im Bestand nicht machbar erscheint, hat man sich nun für eine ungewöhnliche Lösung entschieden: Die bestehende Apotheke soll um neue Räume auf dem Dach aufgestockt werden.

 

Seit etwa 20 Jahren betreibt das Klinikum Esslingen eine Krankenhaus-Apotheke, die laut der Pressesprecherin Anja Dietze mittlerweile nicht nur die Arzneimittelversorgung der Patientinnen und Patienten des Klinikums, sondern auch die des Karl-Olga-Hospitals und des Furtbachkrankenhauses in Stuttgart sowie der Filderklinik in Filderstadt sicherstellt. Damit versorge sie Krankenhäuser mit insgesamt mehr als 1400 Betten. Zum Leistungsspektrum der Krankenhaus-Apotheke gehöre zudem auch die anspruchsvolle Herstellung von patientenindividuellen Zubereitungen für Chemotherapien sowie von individuellen Ernährungslösungen. Auch dieser Bereich wachse seit Jahren.

Weiteres Wachstum der Krankenhaus-Apotheke möglich

Deshalb habe das Regierungspräsidium Stuttgart (RP) bei einem Besuch im April 2024 eine baldige Erweiterung der Produktionsräume angemahnt, einen Neubau aber als zu zeitaufwendig abgelehnt, teilt die Esslinger Stadtverwaltung mit. Auch ein Umbau der Produktionsräume im laufenden Betrieb wurde verworfen. Denn eine Vergabe der Leistungen an Externe sei zu teuer und eine Eigenproduktion in eigens für die Umbauphase angemieteten Räumen organisatorisch und arbeitsrechtlich nicht machbar – zumal Kosten für Miete und Logistik anfallen würden. Mit einer Aufstockung auf dem Dach habe man nun aber die optimale Lösung gefunden, so Dietze. Denn damit sei es „möglich, die Produktion unterbrechungsfrei in die neuen Räumlichkeiten zu verlagern, sodass die Apothekenversorgung für die Kliniken durchgängig und vollumfänglich sichergestellt ist.“ Auch ein zukünftiges weiteres Wachstum der Apotheke sei damit möglich.

Die neuen Produktionsräume mit insgesamt 150 Quadratmetern Fläche sollen auf dem Dach der bisherigen Krankenhaus-Apotheke geschaffen werden. Wenn zügig mit dem Bau begonnen werde, könnten die neuen Räume voraussichtlich im Mai 2026 in Betrieb genommen werden. Unter diesen Umständen sei das RP auch mit dem Weiterbetrieb in den aktuellen Produktionsräumen bis dahin einverstanden – künftig sollen diese dann als Lager genutzt werden. Die Kosten für die Aufstockung der Krankenhaus-Apotheke werden auf rund 3,7 Millionen Euro geschätzt. Weil das Sozialministerium eine Förderung in Aussicht gestellt habe, gehe man von einem Eigenanteil in Höhe von rund 2,5 Millionen Euro aus, heißt es aus dem Esslinger Rathaus.

Die Esslinger Krankenhaus-Apotheke leistet nicht nur die Arzneimittelversorgung der Patientinnen und Patienten des Klinikums, sondern auch die des Karl-Olga-Hospitals und des Furtbachkrankenhauses in Stuttgart sowie der Filderklinik in Filderstadt. Foto: Roberto Bulgrin

Im jüngsten Verwaltungsausschuss wurde die Erweiterung der Krankenhaus-Apotheke als sinnvoll und notwendig bezeichnet. So betont etwa der SPD-Fraktionsvorsitzende Nicolas Fink: „Wir begrüßen die vorgeschlagene Variante und sehen in ihr eine gute Lösung einer unumgänglichen Maßnahme.“

Die Aufstockung sei „wichtig, richtig und notwendig, um auch für die Zukunft gut gerüstet zu sein“, befand auch Hermann Beck von der Gruppe WIR/Sportplätze erhalten.

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