Krautfest 2024 in Leinfelden-Echterdingen Erhöhte Sicherheitsmaßnahmen zum Schutz der Besucher

Bis zu 50 000 Besucherinnen und Besucher werden dieses Jahr auf dem Filderkrautfest erwartet. Foto: Günter E. Bergmann

Nach den Anschlägen in den vergangenen Monaten, hat sich die Stadt Leinfelden-Echterdingen entschieden, die Sicherheitsmaßnahmen auf dem Krautfest zu erhöhen. Diese Vorkehrungen sind zum Schutz der Besucherinnen und Besucher geplant.

Filderzeitung: Sandra Belschner (sbr)

Bereits zum 46. Mal wird an diesem Wochenende in Leinfelden-Echterdingen das traditionelle Filderkrautfest gefeiert. Von Freitag bis Sonntag, 18. bis 20. Oktober, dreht sich in der Stadt wieder alles um das grüne Herbst- und Wintergemüse. Bis zu 50 000 Besucherinnen und Besucher werden dieses Jahr erwartet. Einige davon werden wohl auch mit einem mulmigen Gefühl und mit Sorge um die Sicherheit durch die Straßen schlendern. Denn Anschläge im öffentlichen Raum häufen sich in den vergangenen Monaten: Ein Attentat in Mannheim im Mai, bei dem ein Polizist ums Leben kam, eine Schießerei in Göppingen Anfang Oktober, die tödlich endete, ein Anschlag auf einem Stadtfest in Solingen im August, bei dem drei Menschen starben. In Hamburg wurde ein Straßenfest aus Furcht vor Nachahmern abgesagt.

 

Waffenverbot auf dem Festgelände

Wie sicher können sich die Gäste also auf dem Fest am Wochenende fühlen? „Die Bürgerinnen und Bürger können beruhigt das Krautfest besuchen“, sagt Thomas Krämer, der Sprecher der Stadt Leinfelden-Echterdingen. Dennoch glaubt er, dass sich die Gäste dieses Jahr verstärkt Gedanken um ihre Sicherheit machen werden. Dominique Weig blickt als Organisator mit einem gemischten Gefühl auf das bevorstehende Fest: „Die Vorfälle der letzten Monate haben uns alle betroffen gemacht und uns die Dringlichkeit vor Augen geführt, Maßnahmen zu ergreifen, um die Sicherheit während des Festes zu gewährleisten.“

Nach den aktuellen Gewalttaten haben sich Veranstalter und Stadtverwaltung deshalb entschieden, die Sicherheitsmaßnahmen für Deutschlands größte Krauthocketse zu erhöhen. Zusammen mit der Polizei wurden die Sicherheitsvorkehrungen überarbeitet. Das Organisationsteam habe in diesem Jahr deutlich mehr Zeit und Aufwand in die Planung und Umsetzung von Sicherheitsvorkehrungen investiert als in den Jahren zuvor, heißt es vonseiten des Organisators.

Demnach werden auf dem diesjährigen Krautevent feststehende Messer, Messer mit feststellbarer Klinge und einer Klingenlänge über vier Zentimeter und andere Waffen verboten sein. Kontrolliert werde das Waffenverbot laut Krämer anlassmäßig, denn Einlasskontrollen seien auf Straßenfesten wie dem Krautfest nicht umzusetzen.

Betonklötze sollen das Eindringen von Fahrzeugen verhindern

Außerdem werden zusätzliche Betonabsperrungen an den Hauptknotenpunkten nach Bedarf installiert, die nicht nur Fahrzeuge aufhalten, sondern auch die Besucherströme besser lenken sollen. Dadurch soll den Bürgerinnen und Bürgern ein sicheres Gefühl vermittelt werden. Unter anderem wegen der Aufstellung der Betonabsperrungen ändern sich die Zufahrtsregelungen und die Straßensperrungen am Wochenende.

Anders als im Vorjahr wird am Samstag die Hauptstraße an der Lammkreuzung sowie Ecke Hauptstraße/Tübingerstraße bereits um 8 Uhr gesperrt. Fahrzeuge mit Zufahrtsgenehmigung können rein- und rausfahren. Der Veranstalter weist darauf hin, dass alle Fahrzeuge am Samstag bis 12 Uhr und am Sonntag bis 10.30 Uhr das Festgelände verlassen müssen. Von Samstag, 7 Uhr, bis Sonntag, 24 Uhr, wird in Leinfelden die Echterdingerstraße – Neuer Markt zwischen Kirchstraße und Musbergerstraße gesperrt. Ebenso wie die Musbergerstraße zwischen Gladiolenstraße und Neuer Markt und die Bahnhofstraße zwischen Musbergerstraße und Marktstraße.

Ordnungspersonal wird aufgestockt

Für den Schutz der Besucherinnen und Besucher vor Ort wird neben der Polizei auch ein externer Ordnungsdienst, der laut Krämer im Vergleich zu den Vorjahren deutlich verstärkt wurde, sorgen. Eine Kameraüberwachung des Festgeländes sei nicht geplant.

Für die konkrete Sicherheitsplanung ist die Stadt außerdem in engem Austausch mit dem Polizeipräsidium Reutlingen, das auch für die Sicherheit auf dem Fest in Leinfelden-Echterdingen zuständig ist. „Wir prüfen, ob Hinweise vorliegen, die eine konkrete Gefährdung annehmen lassen“, sagt Martin Raff, ein Sprecher der Polizei Reutlingen. Er betont, dass dies aktuell nicht der Fall sei.

Laut der Polizei gibt es demnach keinen Anlass, auf den Festbesuch in Leinfelden-Echterdingen zu verzichten. Auch in den vergangenen Jahren war die Veranstaltung aus Sicht der Polizei unauffällig.

Kein spezieller Schutz für Frauen

Spezielle Vorkehrungen für die Sicherheit von Frauen, um diese beispielsweise vor sexuellen Übergriffen zu schützen, wird es auf dem Krautfest nicht geben. Jedoch werden alle Stände auf dem Festgelände mit Standnummern versehen, „wenn dort Hilfe gerufen wird, ist in kürzester Zeit der Ordnungsdienst oder die Polizei zur Stelle“, sagt der Sprecher der Stadt.

Das Sicherheitskonzept für das Krautfest wurde im Jahr 2010 erarbeitet. Seitdem wird es nach Angaben der Stadtverwaltung den jeweiligen Anforderungen entsprechend regelmäßig angepasst.

Sicher und ohne Parkplatzsorgen zum Krautfest

Nahverkehr
 Aufgrund der wenigen Parkplätze vor Ort, werden die Besucherinnen und Besucher gebeten, für die Anreise zum Krautfest den öffentlichen Nahverkehr zu benutzen. An beiden Veranstaltungstagen fahren die beiden S-Bahnlinien S 2 und S 3 jeweils alle 30 Minuten von der Stuttgarter Innenstadt bis nach Leinfelden und Echterdingen. Der Stadtbus 818 fährt nach dem normalen Fahrplan. Wegen der Sperrung der Hauptstraße werden die Haltestellen Hirschstraße und Waldhornstraße in die Martin-Luther-Straße (Bereich Kanalstraße) verlegt. Zusätzlich wird eine Haltestelle in der Martin-Luther-Straße eingerichtet.

Shuttlebus
 Der kostenlose Krautfest-Shuttlebus bringt die Besucherinnen und Besucher innerorts von A nach B. Er fährt zwischen Leinfelden und Musberg/Oberaichen sowie zwischen Leinfelden und Echterdingen. Eingesetzt wird der Bus am Samstag von 13.30 bis 0 Uhr und am Sonntag von 11 bis 18.30 Uhr.

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