Krautstart Medienrummel auf dem Krautacker

Von Natalie Kanter 

Unter dem Blitzlichtgewitter von Fotografen hat am Donnerstag in Musberg die Ernte der Spitzkrautköpfe ganz offiziell begonnen. Das 35. Krautfest naht.

In L.-E. ging es den ersten Krautköpfen an den Kragen: Oberbürgermeister Roland Klenk und Vertreter örtlicher Vereine und Geschäfte waren fleißig. Foto:  
In L.-E. ging es den ersten Krautköpfen an den Kragen: Oberbürgermeister Roland Klenk und Vertreter örtlicher Vereine und Geschäfte waren fleißig. Foto:  

Musberg - Donnerstag, kurz nach elf: OB Roland Klenk steht mitten im Feld von Landwirt Frank Stäbler. Er hat ein Messer in der Hand. „Wer hat kritisch über die Stadt geschrieben?“, fragt der Rathauschef lachend in die Runde der Journalisten. Es herrscht Medienrummel auf dem Acker. Presse, Funk und Fernsehen wollen die Veranstalter des 35. Filderkrautfestes ins rechte Licht rücken und über Neues und Bewährtes im Programm der nahenden Traditionsveranstaltung berichten.

So gibt es zu dem dreitägigen Fest, das am Freitag, 18. Oktober, mit einer Einkaufsnacht in Leinfelden und Echterdingen beginnt, und von Ehrenamtlichen örtlicher Vereine und Firmen auf die Beine gestellt wird, nun auch eine App. Sie wurde von Larissa Laich und Frederik Riedel entwickelt. Die beiden haben vor Kurzem am Immanuel-Kant-Gymnasium Abitur gemacht und studieren nun Softwaretechnik.

In der Echterdinger Zehntscheuer wird es wieder eine historische Ausstellung zum Anbau des Filderkrauts geben. Sie soll laut Aussage des Echterdinger Vereinsringchefs Thomas Stierle noch interessanter sein als im vergangenen Jahr.

Eine Kostprobe lieferten Wolfgang Haug, ehrenamtlicher Leiter des Stadtmuseums, und der Krautexperte Manfred Schäfer den Journalisten. Sie verarbeiteten frisch geerntete Krautköpfe in einer 100 Jahre alten Maschine. Mädchen und Jungen der Landjugend Echterdingen stiegen mitsamt ihrer Tracht in eine Art Zuber zum Krauttreten. „Das hat sich kalt angefühlt“, sagte die achtjährige Isabel später.

Das Krautaufwiegen in Echterdingen wurde derweil nach 35 Jahren eingestampft. Dafür fällt das Krautabschmecken ausführlicher aus. Ministerpräsident Winfried Kretschmann wurde eingeladen. Ob er kommt, ist noch unklar.

In Leinfelden läuft eine Baustelle mitten durch die alt bewährte Festmeile. Der Vereinsring Leinfelden musste sich deshalb neue Standorte für die Festzelte suchen. Die Veranstalter wurden auch auf einem Supermarktparkplatz am Neuen Markt fündig. Der Besucherstrom wird über die für Autofahrer gesperrte Bahnhofstraße zu den Veranstaltungsorten gelenkt, erklärte der Vorsitzende Bernhard Heinzmann.

Der Verbund Leinfeldener Geschäfte bietet derweil Kindern wieder Theater, einen Laternenumzug und eine Rallye an.

Gemütlich soll es laut Michael Burkhardt, Vorsitzender der örtlichen Dorfgemeinschaft, in den Musberger Krautfestscheuern werden. Sportler treffen sich zum Musberger Dorflauf. In Oberaichen wird in einem Zelt am Pavillon gefeiert. Musik ist am dritten Wochenende des Oktobers in fast allen Stadtteilen zu hören. Dazu lassen sich die Festbesucher Filderkraut-Spezia-litäten schmecken.

Die Ernte des spitzigen Gemüse hat derweil gerade begonnen. Im Blitzlichtgewitter der Fotografen ging es am Donnerstag ersten Krautköpfen an den Kragen. „Man muss sich keine Sorgen um das Filderkraut machen“, sprach Landwirt Frank Stäbler in das Mikrofon eines Radiosenders. Das Kraut habe sich von der Hitze im August erholt. Der Regen im September sorge für einen Wachstumsschub.




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