Krawalle in Stuttgart Polizei nennt erste Hintergründe zu den Ausschreitungen

Von red/loj 

Nach den schweren Ausschreitungen in der Stuttgarter Innenstadt hat die Polizei erste Erkenntnisse veröffentlicht. Auch Stuttgarts OB äußert sich auf Twitter.

Bei dem Großeinsatz sind etwa 20 Personen festgenommen worden. Foto: 7aktuell.de/Simon Adomat 17 Bilder
Bei dem Großeinsatz sind etwa 20 Personen festgenommen worden. Foto: 7aktuell.de/Simon Adomat

Stuttgart - Eine Polizeikontrolle war womöglich der Auslöser der Ausschreitungen in der Stuttgarter Innenstadt in der Nacht von Samstag auf Sonntag. Viele Feiernde aus dem Bereich des sich vornehmlich in den Abendstunden und Nächten unter anderem am Eckensee sammelnden Klientels sollen sich in Zusammenhang mit einer Polizeikontrolle anlässlich eines Rauschgiftdelikts gegen die Beamten zusammengeschlossen haben. Danach sei es zu erheblichen Angriffen auf Polizeibeamte, Streifenwagen und Ladengeschäfte in der Innenstadt gekommen. In der Folge zogen die Menschen in Richtung Schlossplatz und verteilten sich offenbar auch in Gruppen in der Innenstadt.

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Abgestellte Streifenwagen seien während der Krawalle massiv beschädigt worden. Mit Stangen und Pfosten sei auf die Fahrzeuge eingeschlagen und Scheiben zertrümmert worden. Auch auf vorbeifahrende Streifen hätten Randalierer große Steine und andere Gegenstände geworfen. Dabei seien auch Pflastersteine, die zuvor aus dem Boden gerissen oder auch von Baustellen aufgenommen wurden, verwendet worden.

Wahllose Angriffe auf Geschäfte in der Innenstadt

Polizeibeamte wurden äußerst aggressiv angegangen, angegriffen und verletzt. Mehr als ein Dutzend Polizeibeamte erlitten Verletzungen. Mehr als 200 Beamte aus dem Stuttgarter Umland mussten alarmiert und in den Einsatz gebracht werden. Viele Ladengeschäfte in der Innenstadt sind offenbar wahllos beschädigt worden. Vor allem wurden Schaufensterscheiben eingeworfen oder eingeschlagen. In Filmszenen ist auch zu sehen, wie massiv versucht wird, selbst schwere große Scheiben zu zertrümmern.

Offenbar um ihre Identität zu verdecken, haben sich Täter nach Angaben der Polizei auch absichtlich mit Sturmhauben und anderen Materialien vermummt. Aus einer noch unbestimmten Zahl von Geschäften wurden die Auslagen entwendet.

Kuhn verurteilt Gewaltausbruch

Der Polizeihubschrauber schwebte während des Einsatzes über der Stadt. Erst nach Stunden wurde die Situation ruhiger. Die Kriminalpolizei sichert zur Stunde Spuren und vernimmt mehr als 20 vorläufig Festgenommene. Feuerwehrleute und das THW sichern noch viele Schaufensterscheiben. Das Polizeipräsidium Stuttgart will am Nachmittag mit weiteren Einzelheiten an die Öffentlichkeit gehen.

Stuttgarts Oberbürgermeister Fritz Kuhn verurteilte in einer ersten Stellungnahme den Ausbruch der Gewalt. „Das ist ein trauriger Sonntag für Stuttgart“, schreibt Kuhn auf Twitter.

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