Kreativwirtschaft Wunsch nach größerem Engagement des SWR

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Bei einer Veranstaltung für die Kreativwirtschaft hat der Bezirksvorsteher von Stuttgart-Ost, Martin Körner, eine stärkere Einbindung des Südwestrundfunks (SWR) gefordert. Auch der SWR könne von den vielen Kreativen in seinem direkten Umfeld im Stadtbezirk profitieren.

Im Studiosaal des SWR haben sich Vertreter aus der Kreativwirtschaft getroffen. Bezirksvorsteher Martin Körner skizzierte die Entwicklung in Stuttgart-Ost. Foto: Jürgen Brand
Im Studiosaal des SWR haben sich Vertreter aus der Kreativwirtschaft getroffen. Bezirksvorsteher Martin Körner skizzierte die Entwicklung in Stuttgart-Ost. Foto: Jürgen Brand

S-Ost - Der Südwestrundfunk (SWR) ist eines der kreativen Zentren im Stadtbezirk Stuttgart-Ost, mit dem Funkhaus, dem neuen Studiogebäude, vielen Arbeitsplätzen, viel Sendezeit. Folglich ist der SWR auch ein wichtiger Auftraggeber für die vielen Kreativschaffenden, die sich im Osten angesiedelt haben – könnte man meinen. Aber: Der SWR sieht sich als Solitär, der wenig Wert auf lokale Vernetzung legt.

Das war vor einem Jahr bei der ersten Veranstaltung zum Medienosten deutlich geworden, als die Landessenderdirektorin Ingrid Felgenträger von einem „in sich geschlossenen Kreis“ sprach. Genau das hat der Bezirksvorsteher von Stuttgart-Ost, Martin Körner, jetzt erneut kritisiert. Beim dritten Forumsgespräch Kreativwirtschaft sagte er am Freitag im Studiosaal des SWR-Funkhauses: „Der Tanker SWR ist mittendrin im Osten, aber da könnte man mehr daraus machen.“ Er würde den Sender gern stärker in die Pflicht nehmen. Schließlich könnte auch der SWR „von dem Kreativpotenzial im direkten Umfeld profitieren“.

Aufbruch im Osten

Veranstalter der Tagesveranstaltung für Wirtschaftsförderer, Unternehmensvertreter und Kreativschaffende aus dem ganzen Land ist das Ministerium für Finanzen und Wirtschaft des Landes Baden-Württemberg. Bisher fanden solche Gespräche in Karlsruhe und in Ludwigsburg statt. Ziel ist eine bessere Vernetzung und ein besserer Informationsfluss innerhalb der Kreativbranche. Körner war eingeladen, über das Thema „Umbruch, Aufbruch, Neustart – Vom Osten zum Medienosten. Kommunale Chancen aus der Kreativwirtschaft“ zu sprechen. Gastgeber Peter Hofelich, Landtagsabgeordneter und Beauftragter der Landesregierung für Mittelstand und Handwerk, sagte einführend: „Wurde Kreativität bisher in Stuttgart vor allem mit der City oder dem Westen verbunden, wird man wohl umdenken müssen, wenn man sich die Entwicklung im Osten anschaut.“

Körner skizzierte die zunehmende Bedeutung der Kreativwirtschaft im Stadtbezirk , die für die Kommune auch eine große Chance bedeute. Die Branche mit großen Firmen wie Fischer-Appelt TV und Jung von Matt im ehemaligen Arbeitsamt am Stöckach oder dem Studio Film Bilder und Oscarpreisträger Pixomondo im Küblerareal an der Ostendstraße seien wichtige Arbeitgeber, die so eine immer größere Rolle bei der Finanzierung des sozialen Gemeinwesens spielten. Mit dieser Wachstumsentwicklung spiele die Branche auch für die Stadtplanung eine immer wichtigere Rolle und biete so Chancen für eine Weiterentwicklung ganzer Stadtquartiere.

In vielen Stadtteilen Entwicklungspotenzial

Der Bezirksvorsteher ist überzeugt, dass die Entwicklung des Stadtbezirks Stuttgart-Ost zum Medienosten längst nicht abgeschlossen ist. Er kündigte an, dass sich zum Beispiel gegenüber des ehemaligen Arbeitsamtes an der Neckarstraße ein großer Unternehmensteil der Firma Klett ansiedeln werde, was einen weiteren Wandel im Stadtteil Stöckach bedeute. Dort gebe es außerdem noch große Möglichkeiten auf dem Areal der bisherigen Hauswirtschaftlichen Schule, das wie mehrfach berichtet komplett neu gestaltet werden soll, sowie auf dem riesigen EnBW-Areal an der Hackstraße. Allerdings liegt der Wegzug der EnBW von dort wie ebenfalls berichtet vorerst auf Eis, so lange die Verhandlungen im Zusammenhang mit den Stadtwerken nicht abgeschlossen sind.

Auch im Bereich Kulturpark Berg geht die Entwicklung laut Körner weiter. Das Haus des Dokumentarfilms werde im kommenden Jahr dorthin umziehen und zusammen mit der Merz-Akademie und den anderen Unternehmen im und am Kulturpark ein weiteres Kreativzentrum im Stadtbezirk bilden. Die Villa Berg sieht der Bezirksvorsteher nach wie vor prädestiniert als Haus für Film und Medien.

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