Krebsfälle an PH Ludwigsburg Trotz erhöhter PCB-Werte keine Aufregung an PH: „Vertrauen den Experten“

Wie hoch die PCB-Belastung wirklich ist, wird durch weitere Messungen nach und nach ermittelt. Foto: Simon Granville

Nach der Häufung von Krebsfällen bei Mitarbeitern der PH-Mensa vertrauen Oberbürgermeister, Rektoren und Studentenschaft den angeordneten Maßnahmen – Forderungen stellt niemand.

Ludwigsburg: Sabine Armbruster (sar)

Während sich Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Mensa der PH Ludwigsburg wegen erhöhter PCB-Werte und einer Häufung von Krebsfällen immer noch um ihre Gesundheit sorgen, vertrauen andere den vom Finanzministerium und Studierendenwerk angeordneten Vorsorgemaßnahmen. Diese umfassen die Schließung eines betroffenen Büros sowie verstärktes Lüften und Reinigen. Zudem dürfen die ebenfalls betroffenen Umkleiden nur noch kurzzeitig betreten werden.

 

Die beiden Sprecherinnen der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg und der Hochschule für öffentliche Verwaltung und Finanzen, Anne Nörthemann und Sophia Herrmann, erklären, das Studierendenwerk Stuttgart habe die Hochschulen informiert und zusammen mit Vermögen und Bau auch Fragen der Hochschulleitungen beantwortet.

Daraufhin hätten die beiden Hochschulen „alle ihre Mitarbeitenden und Studierenden gemeinsam über die Raumluftuntersuchungen in der Mensa informiert. Von Seiten der Hochschulmitglieder war keine Beunruhigung festzustellen. Bei allen weiteren Schritten vertrauen die Hochschulen auf die fachlichen Einschätzungen der beauftragten Expertinnen und Experten“.

„Hat bei Studierenden keine Wellen geschlagen“

Ähnlich die Aussage von Mitgliedern des Allgemeinen Studierenden-Ausschusses (AStA). Man habe im Februar eine Infomail über die Schadstoffmessungen erhalten und sei ohnehin regelmäßig mit dem Studierendenwerk am Runden Tisch im Austausch. „Da war das kurz Thema, hat aber unter den Studierenden keine Wellen geschlagen“, sagte Jakob Schmidtgen, der Hochschulpolitik-Referent des AStA.

Die AStA-Vorsitzende Yuma Lösch bestätigte, es seien deshalb nicht vermehrt Studierende gekommen. Auch die beiden Artikel dieser Zeitung habe man vom Studierendenwerk erhalten. „Wir hatten nie das Gefühl, dass irgendetwas verheimlicht wird.“ Themen wie die Mensapreise, die Parkplatzbewirtschaftung oder der Neubau der Sporthalle seien für die Studierenden drängender.

Und Ludwigsburgs Oberbürgermeister Matthias Knecht verweist auf Anfrage darauf, dass man zur PCB-Belastung der Räume an der Pädagogischen Hochschule mangels Zuständigkeit keine Aussage treffen könne.

„Was wir aus eigener Erfahrung sagen können, ist, dass die PCB-Belastung der Raumluft mit Lüften und Reinigen signifikant gesenkt werden kann. In welchem Umfang dies zur Besserung führt, ist messtechnisch zu ermitteln.“ Fest steht jedoch auch: Trotz verstärkter Lüftung und Reinigung wurden in Ludwigsburg schon Schulgebäude wegen PCB-Belastung abgerissen.

Das ist vorgefallen

Weil zwei Mitarbeiter der PH-Mensa innerhalb von acht Monaten an Krebs erkrankt sind, hatte das Studierendenwerk im Dezember letzten Jahres den für die PH zuständigen Landesbetrieb Vermögen und Bau informiert, dass womöglich eine Schadstoffbelastung in den Arbeitsräumen vorliegen könnte.

Daraufhin hatte das dafür zuständige Finanzministerium vorsorglich Schadstoffmessungen veranlasst. In zwei nur von Mensa-Mitarbeitern genutzten Räumen waren dabei erhöhte PCB-Belastungen gemessen worden, die allerdings noch innerhalb des gesetzlich vorgegebenen Rahmens der PCB-Richtlinie liegen.

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