Kreis Böblingen Auf der Tier-Tour der Landwirtschaft näher kommen

Von Carolin Klinger 

Auf zwei Rundwegen durch den Kreis Böblingen erfahren Radfahrer Wissenswertes über die Bauernhöfe – und können so Vorurteile über die Landwirtschaft abbauen.

Mit dem Fahrrad lässt sich die Landschaft im Kreis ganz sportlich erkunden, und nebenbei erfährt man noch allerhand über die Landwirtschaft. Foto: factum
Mit dem Fahrrad lässt sich die Landschaft im Kreis ganz sportlich erkunden, und nebenbei erfährt man noch allerhand über die Landwirtschaft. Foto: factum

Kreis Böblingen - Schafe liefern je nach Rasse fünf bis sieben Kilogramm Wolle. Kühe produzieren beim Wiederkäuen rund 200 Liter Speichel. Und Schweine bringen pro Wurf acht bis zwölf Ferkel auf die Welt. Diese und weitere Informationen erhalten Radfahrer und Wanderer, wenn sie entlang der Tier-Tour die Landschaft im Kreis Böblingen erkunden.

Die Idee dahinter: „Die moderne Landwirtschaft trifft zunehmend auf falsche oder fehlende Kenntnisse bei den Verbrauchern“, sagt der Landrat Roland Bernhard. Das Amt für Landwirtschaft und Naturschutz im Landratsamt Böblingen habe die Tier-Tour ausgearbeitet, um den Menschen im Landkreis die heimischen Betriebe näherzubringen.

9000 Rinder und 50 000 Hühner

Denn die Zahl der bäuerlichen Betriebe im Kreis ist erstaunlich hoch: Rund 9000 Rinder, 2000 Pferde und 5000 Schafe sind hier beheimatet. Dazu kommen noch rund 23 000 Schweine und knapp 50 000 Hühner. Knapp 23 000 Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche werden von rund 600 landwirtschaftlichen Betrieben bewirtschaftet. Sieben von diesen Betrieben kann man bei der Tier-Tour kennenlernen, die am Schönbuchrand entlang durch Altdorf, Ehningen, Holzgerlingen, Schönaich und Weil im Schönbuch führt.

Der große Rundweg erstreckt sich über 37 Kilometer, kann aber auch abgekürzt werden. Die kleinere Tour über 14 Kilometer ist auch für Ungeübte und Familien geeignet. Dabei können die Radfahrer auf insgesamt elf Informationstafeln allerhand Wissenswertes über Tierhaltung, Futter und die landwirtschaftlichen Produkte nachlesen. So erfahren die Radfahrer beispielsweise, wie hoch der deutsche Pro-Kopf-Verbrauch von Fleisch ist oder dass Zwillinge oder gar Drillinge bei Schafen nicht ungewöhnlich sind.

Nicht nur Eindrücke von landwirtschaftlichen Betrieben

Von den landwirtschaftlichen Betrieben machen unter anderem der Geflügelhof von Hermann Hiller in Bondorf mit, der zusammen mit seiner Frau und seinem Sohn Legehennen in Bodenhaltung hält und darüber hinaus Nudeln und Spargel produziert. In ihrem Hofladen verkaufen die Landwirte ihre Produkte. Bei dem ehemaligen Schweine-Wirt Eberhard Grötzinger aus Renningen können die Radfahrer die Pferde bewundern, die er in seiner Pension betreut. Mittlerweile hat er die Schweinemast aufgegeben, damit er sich ganz auf die Pferde konzentrieren kann. Und wer einmal Salers-Rinder, eine alte französische Rasse aus dem Zentralmassiv, mitten im Schwabenland erleben will, findet sie bei Familie Lutz in Gärtringen. Die Landwirte stellen auch ihre eigenen Maultaschen her und verkaufen sie ebenfalls in ihrem Hofladen.

Wer auf der Tier-Tour radelt, erhält aber nicht nur Eindrücke von der Landwirtschaft. Der Rundweg führt außerdem vorbei an Streuobstwiesen, Feldern und durch Wälder – aber auch auf dem Museumsradweg und entlang der Kunstwerke der Sculptoura.