Kreis Böblingen Deponiesuche um einige Punkte ausgedehnt

Von  

Der Kreistag will zusätzlich zu einer Liste von 22 Standorten auch kleinere Flächen begutachten lassen.

Zwischen Wald und Wiese: die  Deponie Burghof bei Vaihingen an der Enz für belastete Mineralstoffe. Foto: factum/Weise
Zwischen Wald und Wiese: die Deponie Burghof bei Vaihingen an der Enz für belastete Mineralstoffe. Foto: factum/Weise

Kreis Böblingen - Bei der Suche nach einem potenziellen Standort für eine Erddeponie scheut der Kreistag keine Kosten und Mühen. Acht Punkte umfasst der Beschluss, den das Gremium am Montagnachmittag mit breiter Mehrheit fasste. Mit mehreren Gutachten sichern die Kreisräte das Auswahlverfahren ab. Nun sollen statt fünf Flächen 22 tiefergehend betrachtet werden. Neben dem bekannten Standort bei Gebersheim und dem bei Weissach sind nun weitere Flächen bei Renningen, Rutesheim, Weil der Stadt, und im Mahdental dabei, zudem die ehemalige Kreismülldeponie Leonberg sowie eine kreisübergreifende Fläche bei Weissach-Hemmingen. Außerdem wurde die Liste der potenziellen Kandidaten um Gebiete erweitert, die weniger als 30 Hektar zu bieten haben.

CDU will sich nicht auf 22 Standorte festlegen

Auch soll ein Gutachter die Zahlen des kreiseigenen Abfallwirtschaftsbetriebs (AWB) zum künftigen Müllaufkommen überprüfen. Ein weitere Gutachter soll nach Vorlage dieser Prognose analysieren, ob mehrere kleine Standorte umweltverträglicher sind als ein großer. Die Größenfrage soll außerdem mit Hilfe einer vergleichenden Wirtschaftlichkeitsberechnung geklärt werden.

Der Versuch der CDU-Fraktion, mit dem Auswahlverfahren praktisch von vorne zu beginnen, scheiterte allerdings. Die Zahl der zu untersuchenden Standorte solle nicht auf 22 festgelegt werden, befand Helmut Noë aus Leonberg. Zusätzlich zu den kleineren Flächen sollten noch Steinbrüche sowie Verwertungsmöglichkeiten für Bauschutt und Erdaushub einbezogen werden. „Es benötigt Zeit, sich damit zu beschäftigen“, sagte der Fraktionschef.

Gutachter wehrt sich gegen Vorwürfe

Am Ende stimmten aber nur drei CDU-Mitglieder gegen den Beschluss, darunter Sindelfingens Oberbürgermeister. Bernd Vöhringer wiederholte seine Kritik an dem Verfahren – und forderte erneut „einen sauberen Prozess“.

Der Gutachter wehrte sich gegen die Unterstellung, dass das Auswahlverfahren willkürlich gewesen sei: „Wir sind unabhängig und neutral“, betonte Gerd Burkhardt vom Ingenieurbüro ICP. Roland Bernhard ließ sich nicht auf die Diskussion ein. Der Landrat hatte schon zu Beginn der Sitzung an den Kreistag appelliert, sich nicht auseinander bringen zu lassen. Für diejenigen Kreisräte mit einem kommunalen Amt sei die Doppelverantwortung nicht einfach. Die Not sei jedoch groß, für das Gewerbe und den Wohnbau müsse die Deponie dringend eingerichtet werden. Das Landratsamt habe die Steinbrüche im Blick, versicherte er. Dort könne aber nur unbelasteter Aushub abgelagert werden.