Kreis Böblingen Mit Termin zum Shoppen
Inzidenz über 50: Laufkundschaft darf nicht mehr rein. Einkaufen ist aber im Kreis Böblingen weiterhin überall möglich.
Inzidenz über 50: Laufkundschaft darf nicht mehr rein. Einkaufen ist aber im Kreis Böblingen weiterhin überall möglich.
Kreis Böblingen - Euphorisch klingt Edip Özerol, wenn er über die vergangenen neun Tage spricht. „Die letzte Woche war super. Meine Mieter waren glücklich, dass sie wieder verkaufen durften und ich, dass ich wieder Centermanager sein durfte.“ Özerol ist verantwortlich für das Böblinger Einkaufszentrum Mercaden. Seit Montag vergangener Woche durften die Läden nach einem monatelangen Lockdown endlich wieder öffnen. Die Kunden hätten das sehr gut angenommen, „überall habe ich trotz Masken glückliche Gesichter gesehen“, berichtet der Centermanager.
Doch nur neun Tage währte diese glückliche Zeit. Von diesem Donnerstag an müssen die Händler im Kreis Böblingen wieder für die Laufkundschaft schließen. Özerol hatte dies kommen sehen. „Es war klar, dass wir eine Inzidenz von unter 50 nicht lange halten können.“ Deshalb habe man sich rechtzeitig vorbereitet. Denn der neuerliche Lockdown bedeutet nicht eine komplette Schließung. Nach dem Click-and-meet-Prinzip dürfen die Händler weiter Kunden empfangen. Bedeutet: Kaufwillige müssen vorab telefonisch oder online einen Termin buchen, dann werden sie eingelassen.
Die Mercaden bieten den Kunden verschiedene Möglichkeiten zur Terminbuchung: „Wir werden auf unserer Website einen Link zu den einzelnen Shops einrichten“, sagt Özerol. Außerdem gebe es an den Eingängen des Mercaden Aufsteller mit den Telefonnummern der diversen Läden in der Mall. „Da kann man dann anrufen und sofort einen Termin buchen“, sagt Özerol. Er ist zuversichtlich, dass dieses Konzept funktioniert. „Wir haben ja in anderen Bundesländern in unseren Einkaufszentren schon Erfahrungen damit gesammelt. Das klappt eigentlich gut.“
Positiv gestimmt ist auch Robert Klotz, der in Sindelfingen ein großes Sportfachgeschäft führt. „Zu uns kommen die Kunden ganz gezielt und suchen Beratung. Das ist ja weiterhin möglich.“ Auch er bietet Terminvereinbarungen per Telefon, E-Mail und am Eingang an, sogar spontan, solange die maximal erlaubte Kundenanzahl von 20 gleichzeitig nicht überschritten wird. „Aber da sehe ich keine große Gefahr.“
Dankbar ist Klotz, dass die Kunden in den vergangenen Tagen wieder in den Laden geströmt seien. „Unsere Strategie, während des Lockdowns auch online präsent zu sein, hat sich ausgezahlt“, stellt er fest. Viele Kunden hätten die Öffnung genutzt, um gleich auf Vorrat einzukaufen. „So mancher hat gleich zwei Paar Laufschuhe mitgenommen , mit der Begründung: ‚Ich weiß nicht, wie lange ihr noch aufhabt.’ Für Fachgeschäfte wie seines sei das Click-and-meet-Verfahren geradezu ideal. „Wir haben kaum Laufkundschaft, die einfach mal so sich im Laden umschaut. Das ist wohl eher ein Problem für die großen Shopping-Malls, wenn diese Kunden wegfallen. Zu uns kommen Leute, die wissen, was sie wollen“
Auch die meisten anderen Einzelhändler im Kreis Böblingen setzen auf das das Click-and-meet-Konzept. So der Schuhwarenhändler Kurz in der Böblinger Poststraße. „Wir haben geöffnet und dürfen alle Kunden die zu uns kommen wollen, bedienen. Es ist nur eine terminliche Absprache wichtig.“, stellt der Ladeninhaber Ernst Kurz klar.
Die Herrenbergerin Händlerin Tanja Erbele-Wiest nennt ihr Buchungsmodell Call-and-meet. Bis zu drei Kunden darf sie gleichzeitig in ihrem Concept-Store Pigmento im Einkaufszentrum am Bronntor bedienen. An der Tür positioniert sie einen Stopper, der kenntlich macht, ob diese Zahl erreicht ist oder Kunden hinzu kommen können. Dann sei auch eine kurzfristige Terminvereinbarung kein Problem. Ohne Voranmeldung darf man übrigens weiterhin in Buchhandlungen, Gartencenter und Blumenläden.