Kreis Böblingen Viele Freibäder haben zu kämpfen

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Fehlende Schwimmmeister und Sparauflagen: Kurz vor dem Saisonstart steht es nicht gut um einige Bäder im Kreis Böblingen. In Schönaich steht die Öffnung noch auf der Kippe

Auch weil Schwimmmeister fehlen, können einige Freibäder erst verspätet öffnen oder müssen ihre Öffnungszeiten verkürzen. Foto: dpa
Auch weil Schwimmmeister fehlen, können einige Freibäder erst verspätet öffnen oder müssen ihre Öffnungszeiten verkürzen. Foto: dpa

Böblingen - Viele Freibäder im Kreis Böblingen stehen unter Druck: Während in machen Kommunen Bademeister fehlen, müssen andere Städte und Gemeinden sparen und setzen den Rotstift auch beim Freibad an.

In Schönaich leistet sich die Stadt beispielsweise ein eigenes, wenn auch kleines Freibad. In schlechten Sommern müsse sie bei dessen Betrieb allerdings rund 120 000 Euro an Verlusten verkraften, rechnet der Schönaicher Kämmerer Ingo Ruhmund vor. „Das Freibad ist eine freiwillige Leistung“, sagt er, daher könne die Stadt in diesem Bereich, wenn nötig, sparen. In diesem Jahr sei sogar die Schließung im Gespräch gewesen. Ein Kostenfaktor des Feibads ist die Bezahlung der Bademeister. Im vergangenen Jahr habe man eine externe Firma beauftragt, um die Sicherheit der Gäste zu gewährleisten. „Doch deren Dienste werden teurer“, sagt Ruhmund.

„Frühbader-Tarif“ in Böblingen

Die endgültige Entscheidung über die Zukunft des Bads sollte der Schönaicher Gemeinderat treffen. Er stimmte für die Öffnung – knüpfte dies aber an Bedingungen. So sollen die Öffnungszeiten in diesem Jahr auf die Zeit von 13 bis 19 Uhr eingeschränkt werden, ein Ruhetag pro Woche ist vorgesehen. Außerdem sollen Mitarbeiter des Bauhofs in den nächsten Wochen eine Prüfung zum Rettungsschwimmer ablegen und dann im Bad die Aufsicht führen. Nur wenn das klappt, könne das Bad am 25. Mai öffnen, sagt Ruhmund.

In Böblingen betreiben die Stadtwerke das Freibad, das neben der Therme liegt. Auch dort muss gespart werden. Einem Beschluss des Gemeinderats folgend wird das Bad in diesem Jahr morgens erst um 8 Uhr statt wie bisher um 6.30 Uhr geöffnet. Wer trotzdem schon früher seine Bahnen ziehen will, muss sich bis zum 1. Mai für den neu eingeführten „Frühbader-Tarif“ für zusätzlich 67 Euro melden. Wenn mindestens 80 Interessenten zusammenkommen, könnten diese dann schon um 7 Uhr ins Bad eingelassen werden, sagt Martina Mayer, die Sprecherin der Stadtwerke Böblingen.

Auch in Böblingen kennt man die Sorgen um fehlende Bademeister. „In diesem Jahr haben wir aber Glück“, berichtet Martina Mayer. Da die Therme wegen der Bauarbeiten derzeit geschlossen sei, könnten einige der dortigen Mitarbeiter die Aufsicht im Hallenbad übernehmen. So seien genügend Kräfte für den Freibadbetrieb frei, der laut Plan am 13. Mai starten soll.

Schwierigkeiten beim Leobad

Auch das Leobad in Leonberg muss in diesem Jahr seine Öffnungszeiten anpassen. Statt um 7.30 Uhr soll es erst um 10 Uhr öffnen und abends auch eine halbe Stunde früher als üblich schließen. Der Grund: fehlendes Fachpersonal. Vier Saisonmitarbeiter hätten kurzfristig einen Rückzieher gemacht, daher könne man längere Öffnungszeiten derzeit nicht ermöglichen, heißt es vonseiten der Badleitung.

Das Problem des Mitarbeitermangels kennt man auch in Hildrizhausen. Dort steht wegen einer ungeplanten Personalveränderung sogar die eigentlich für den 6. Mai geplante Eröffnung auf dem Spiel. Der Vorverkauf der Freibadkarten wurde vorerst verschoben.

Besser sieht die Welt in Gärtringen aus. Personalprobleme kennt man im dortigen Rathaus nicht. „Das Freibad am Weingarten wird von der Schwimmmeisterin Ute Muschkowitz betreut“, sagt Sonja Gotsch, die in Gärtringen für die Verwaltung des Freibads zuständig ist. Und auch was den Kostendeckungsgrad angeht, steht man dort relativ gut da. „2016 lagen wir bei 53,94 Prozent“, sagt Gotsch. Einen nicht unerheblichen Beitrag dazu liefere das in diesem Jahr zum dritten Mal veranstaltete Wet-Festival, bei dem mehrere Tausend Fans elektronischer Musik ins Freibad strömten. Zum Vergleich: Im Jahr 2014, also bevor es das Festival gab, kam man auch in Gärtringen auf eine Kostendeckung von nur 24,5 Prozent.




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