Kreis Esslingen Die fünf schönsten Wanderungen im Frühjahr

Von unserer Redaktion 

Wenn die Temperaturen steigen, macht eine ausdauernde Runde über Wiesen, durch Wälder und Täler gleich viel mehr Spaß. Wir haben ein paar Tipps, wo man die geografische Vielfalt des Landkreises Esslingen gut zu Fuß erkunden kann.

Landschaft genießen und abschalten, das geht gut bei einer Wanderung, etwa hinauf zur Burg Teck. Foto: Alexander Kijak 6 Bilder
Landschaft genießen und abschalten, das geht gut bei einer Wanderung, etwa hinauf zur Burg Teck. Foto: Alexander Kijak

Kreis Esslingen - Vom Stumpenhof bei Plochingen zur Reichenbacher Ölmühle und über den Weißen Stein zurück oder vom Fuß der Schwäbischen Alb vorbei an Schluchten, Bachläufen, Burgen, Ruinen und sprießenden Wäldern – im Landkreis Esslingen gibt es zahlreiche Wanderrouten, auf denen sich die besondere Schönheit der Region darbietet. Gerade im Frühjahr zieht es wieder mehr bewegungsfreudige Naturliebhaber nach draußen.

Für diese Jahreszeit, in der die Natur und Lebensgeister aus dem Winterschlaf erwachen, haben wir die fünf schönsten Wanderungen im Landkreis zusammengestellt. Beim Klassiker, dem Esslinger Höhenweg kann man etwa ganz neue Perspektiven auf die Stadt entdecken, auf dem Pilgerweg den Spuren der Jakobsmuschel auf den Grund gehen, bei der Route auf die Schwäbische Alb landschaftliche Besonderheiten und tolle Ausblicke genießen. Unsere Route vom Lenninger Tal aus hat alpinen Charakter und bei der Wanderung durch den Schurwald wandelt man auf einsamen Pfaden.

Hier gibt’s die Details:

Esslinger Höhenweg: Neuer Blick auf die Stadt

Die Mühen lohnen sich. Denn wer den Esslinger Höhenweg in zwei oder sogar in einem Tag bewältigen will, muss bedenken, dass er nicht nur knapp 28 Kilometer Strecke, sondern auch noch etliche Höhenmeter zu bewältigen hat. Denn es sind nicht nur die beiden Auf- und Abstiege im Neckartal, die ganz schön in die Waden gehen. Der 1988 offiziell eröffnete Rundweg birgt wegen der hügeligen Esslinger Topografie auch an anderen Stellen noch manche gemeine kleine steile Steigung.

Und dennoch: der Esslinger Höhenweg – zugegebenermaßen vor allem die nördliche Halbrunde vom Startpunkt am Marktplatz durch die Weinberge zur Neckarhalde, dann über Rüdern vorbei an der Katharinenlinde, vorbei an Obertal und hinauf nach Wäldenbronn, dann Wiflingshausen streifend und steil bergauf in Richtung Segelflugplatz, auf ebenem Weg hin zum Jägerhaus und von dort angenehm leicht bergab über Kimmichsweiler, Oberhof hinunter nach Oberesslingen und weiter durch die Streuobstwiesen nach Zell – birgt eine wunderbare Vielfalt an unerwarteten, schönen und faszinierenden Ein- und Ausblicken auf die Stadt. Dabei bemerkt man fast nicht, dass man 17,3 Kilometer auf diesem Streckenabschnitt bewältigt.

Die andere Seite – von Zell zum Neckar, über die Dieter-Roser-Brücke und am Möbel-Rieger vorbei, gewinnt landschaftlich erst dann wieder, wenn es bergan in Richtung Berkheim geht. Großer Vorteil des Höhenwegs: Er ist wirklich gut ausgeschildert. Wer Esslingen also einmal etwas anders erleben will, dem sei der Esslinger Höhenweg wärmstens empfohlen. (hol)

Schwäbische Alb: Vom Sonnenplatz ins Zipfelbachtal

Das verwunschene Zipfelbachtal bei Hepsisau mit dem Bachlauf in der Schlucht am Fuß der Alb ist ein wahres Kleinod. Da das Beste jedoch bekanntlich zum Schluss kommt, heben wir uns die Schlucht für den Rückweg auf und starten unsere Rundtour am Wanderparkplatz in eine andere Richtung. Statt zum Zipfelbachtal, geht es einen knackigen Anstieg rechts hinauf zur Alten Steige durch den Wald zum Auchtert. Oben angekommen geht’s eben weiter. Ein Schild weist den Weg zum Breitenstein. Hier sollte man sich unbedingt ein paar Minuten Zeit nehmen, um den Ausblick zur Teck, auf Bissingen, das Kirchheimer Umland und bei guter Sicht sogar bis zum Stuttgarter Fernsehturm zu genießen.

Weiter geht’s auf der Albhochfläche durch Ochsenwang zum Schopflocher Torfmoor. Hier klären Infoschilder über das Moor und seine Entstehung auf. Einkehren kann man dann entweder direkt im Otto-Hoffmeister-Haus oder es geht weiter zum ehemaligen Vulkanschlot, dem Randecker Maar und zur Ziegelhütte.

Kinder können sich dort auf dem Spielplatz austoben oder Kühe, Ziegen und Co. begutachten. Die Ziegelhütte ist gleichzeitig die letzte Einkehrmöglichkeit vor dem Abstieg. Der führt dann über die Zipfelbachschlucht, über Brücken und Pfade dem Wasser entlang, vorbei an kleinen Wasserfällen und Tümpeln zurück zum Ausgangspunkt. Die Tour dauert etwa drei Stunden. Im Frühjahr ist sie besonders reizvoll, denn dann blühen die zahlreichen Obstbäume in der Gegend. Pausen, um die Landschaft zu genießen, sollte man daher unbedingt zusätzlich einplanen. (kaw)

Lenninger Tal: Lange Steige mit alpinem Charakter

Viele Jahre war die Lange Steige, die von Lenningen-Schlattstall aus durch eine Schlucht auf die Albhochfläche führt, gesperrt. Aus gutem Grund, der schmale Pfad war stellenweise abgerutscht und dem Verfall überlassen worden. Jetzt lädt er indes wieder zu einer erlebnisreichen Tour ein, die laut einiger Beschreibungen gar „alpinen Charakter“ aufweist. Das mag ein wenig übertrieben erscheinen, aber man sollte in dem waldigen, stetig ansteigenden Gelände schon darauf achten, wo man seine Füße hinsetzt – vor allem wenn der Untergrund nass ist und die Tritte deshalb rutschig sind. Vorbei geht es an Felswänden, die mit dichten Moospolstern überzogen sind und an Totholz, das dem Steig seinen urwüchsigen Charakter verleiht.

Am Ende der Schlucht verlässt der Pfad den Wald und führt zum Römerstein, wo es sich lohnt, den Turm zu besteigen und die Aussicht zu genießen. Dort bei den Bänken und Grillplätzen bietet es sich zudem an, eine Pause einzulegen. Danach geht es weiter in Richtung Schopfloch, immer der Wegmarkierung mit dem liegenden Y folgend. Man kommt schließlich in Richtung Donntal, das aber erst nach einem steil bergab führenden Weg durch einen Bannwald erreicht wird. Auch hier könnte es rutschig sein. Aber die Mühe lohnt sich allemal, denn das bisweilen wellenartige, sanft geformte, dann wieder steil und klingenartige Gelände fördert die Wanderslust. Ist das Donntal erreicht, führt ein gut ausgebauter Forstweg zum Ausgangspunkt zurück. Wer noch genug Energie besitzt, dem sei ein Abstecher zur Ruine Sperberseck oder zur Mondmilchhöhle empfohlen. (jüv)

Pilgerweg: Auf den Spuren der Jakobsmuschel

Die Muschel weist den Weg. Gelb, auf blauem Grund, begleitet das traditionelle Pilgerzeichen die Wanderung von Neckartailfingen über Denkendorf nach Esslingen. Ausgangspunkt der Wanderung ist die Kirche St. Martin in Neckartailfingen. Sie ist im frühen 12. Jahrhundert errichtet worden. In dem Gotteshaus liegt ein Pilgerbuch aus, in dem zu Blättern immer lohnt. Eine Besonderheit ist der Kirchturm, der wie sein Pendant im italienischen Pisa aus dem Lot geraten scheint. Er neigt sich deutlich sichtbar dem Neckar zu. Den Neckar zu Füßen, mit herrlichem Weitblick auf die Traufkante der Schwäbischen Alb, pilgert der Wanderer weiter auf traditionellen Wegen, quert das schattige Aichtal und kommt über den Sauhag nach Denkendorf.

Dort lohnt eine Rast in der Klosteranlage, die stolz auf einem Bergsporn thront. Das Kloster beherbergt eine Krypta, in der das heilige Grab Christi, dem historischen Vorbild in Jerusalem nachgebaut, als Pilgerstätte frommer Christen die im Mittelalter unerreichbar gewordene Grabeskirche in der Heiligen Stadt ersetzte. An die Zeit als Pilgerstätte erinnert heute noch der Spitzname „Klein-Jerusalem“ für Denkendorf. Die um 1200 gebaute Kirche ist tagsüber immer geöffnet. Genauso reizvoll ist jedoch auch die Pause unter den Bäumen des Klostersees.

So an Leib und Seele gestärkt, ist der Rest der Wanderung wieder zurück ins Neckartal ein Kinderspiel. Dort wartet die Stadt Esslingen mit ihrer mittelalterlichen Altstadt, wo sich der Kreis mit einem Besuch der Stadtkirche St. Dionys und deren Ausgrabungsmuseum schließt. (adt)

Schurwald: Waldeinsamkeit für Waldläufer

Dies ist eine Wanderung für echte Waldläufer, die noch mit Karte umgehen können, und denen es reicht, grob die Richtung zu wissen. Sie führt in eine Waldeinsamkeit über Wege, die wenig begangen werden.

Der Start ist beim Aussichtsturm am Plochinger Stumpenhof, Schlüssel gibt es im Café Morlok am Teckplatz. Zunächst geht es die Schorndorferstraße hoch, dann rechts in die Ostdeutsche Straße, dann an der Bühleiche vorbei den Waldweg nach unten bis zum Reichenbacher Ortsteil Siegenberg. Unten im Ort links halten und auf die Mauritius-Kirche zulaufen. Über den Friedhof geht man geradeaus bis ins Katzenbach-Tal. Dort geht es nordwärts zur Ölmühle, wo einst in Kriegs- und Notzeiten Bucheckern zu Öl gepresst wurden. Das Tal weiter aufwärts, dann muss man darauf achten, dass man links die Abzweigung Richtung Winterbach kriegt, bis man zur Kaiserstraße stößt. Auf der linken Seite nach Westen Richtung Goldboden. Nach einem halben Kilometer geht ein Weg links nach Hohengehren. Im Ort geht es die Wasenstraße südwärts.

Man hält auf den Aussiedlerhof in Baltmannsweiler zu und überquert die Baacherstraße. Weiter geht es über die Kaisereiche und den Schlösslesplatz. Teiche markieren, wo einst das königliche Jagdschloss stand, ein Mammutbaum steht noch dort. Immer geradeaus bis zur L 1155. Die überquert man und wandert auf die Erddeponie Weißer Stein zu. Jetzt geht es ein Stück der L 1201 entlang, bis man auf der anderen Straßenseite einen Schotterweg nach Süden in den Wald sieht, dem folgen, links ab und zurück auf den Stumpenhof. (uls)




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