Kreis Esslingen Einbrecher setzen auf die Ferienzeit

Von  

In den Sommerferien schlagen Diebe bevorzugt zu. Die Polizei gibt Tipps, wie man sich schützt. Wer verreist, sollte seine Urlaubsfotos in sozialen Netzwerken besser nicht für alle posten.

Nicht nur in der dunklen Jahreszeit schlagen Einbrecher zu. Foto: dpa
Nicht nur in der dunklen Jahreszeit schlagen Einbrecher zu. Foto: dpa

Kreis Esslingen - Für Einbrecher beginnt jetzt die Hochsaison. Denn am Mittwoch ist in Baden-Württemberg der letzte Schultag und viele Familien fahren in den Urlaub. Dann bleiben viele Häuser und Wohnungen leer zurück. Langfinger wissen dies und schlagen nicht nur in der dunklen Jahreszeit zu, sondern bevorzugt auch jetzt im Sommer. Davor warnt die auch für den Landkreis Esslingen zuständige Polizeidirektion Reutlingen.

Geschlossene Rollläden signalisieren Abwesenheit

Gleichzeitig gibt die Polizei Tipps, wie das Risiko, Opfer eines Einbruchs zu werden, verringert werden kann. Zum einen gibt es zahlreiche technische Möglichkeiten, um Fenster und Türen so aufzurüsten, dass es Eindringlinge mit ihrem Aufbruchwerkzeug schwer haben. Denn häufig lassen Täter von ihrem Werk ab, wenn sie nicht schnell Zugang zu einer Wohnung oder einem Haus finden. Die Angst geschnappt zu werden ist zuweilen groß.

Von technischen Maßnahmen abgesehen gibt es Verhaltensregeln, die beachtet werden sollten. Dazu zählt, die Rollläden – sofern diese nicht elektronisch gesteuert sind – konsequent oben zu lassen. Denn geschlossene Rollläden am Tag signalisieren einem Einbrecher die Abwesenheit der Bewohner. Weiter rät die Polizei, den Briefkasten durch Angehörige oder Nachbarn leeren zu lassen. Ein überquellender Briefkasten ist ein Hinweis darauf, dass man im Urlaub ist.

Nachbarn sollten ein Auge auf die Wohnung haben

Empfohlen werden auch Zeitschaltuhren, um die Beleuchtung zu steuern. Dadurch entsteht der Eindruck, dass die Bewohner zu Hause sind. Wer verreist, sollte außerdem Nachbarn Bescheid sagen und sie bitten, ein Auge auf das Haus oder die Wohnung zu haben und etwaige verdächtige Wahrnehmungen der Polizei unter der Rufnummer 110 zu melden.

Woran vielleicht nicht alle denken: „Lassen Sie nicht jeden an Ihren Urlaubsfreuden teilhaben“, mahnt ein Sprecher der Reutlinger Polizeidirektion. „Auch Einbrechern könnten Ihre Posts und Selfies in den Sozialen Netzwerken wie Facebook oder Twitter Freude bereiten, wenn Sie stolz berichten, wann und wohin Sie verreist sind“, so der Sprecher weiter.

Zahl der Einbrüche ist zuletzt rückläufig gewesen

Türen nicht nur zuzuziehen, sondern zwei Mal abzuschließen sollte ebenso selbstverständlich sein wie Balkon- und Terrassentüren geschlossen zu halten. Zudem dürfen Schlüssel niemals draußen deponiert werden. „Einbrecher kennen alle Verstecke“, weiß der Polizeisprecher. Aufstiegshilfen wie Leitern oder Gartenmöbel sollten weggeräumt werden.

Indessen ist die Zahl der registrierten Wohnungseinbrüche in Deutschland im vergangenen Jahr zum zweiten Mal in Folge zurückgegangen. Bundesweit waren es 2017 insgesamt 116 540 versuchte und vollendete Taten. Das entspricht einem Minus von 23 Prozent. Allerdings wird längst nicht jeder Einbruch erfasst, die Dunkelziffer ist hoch. Auch im Kreis Esslingen ist ein Rückgang zu verzeichnen. Waren es im Jahr 2014 noch 669 Fälle, so ist deren Zahl kontinuierlich gesunken. Im Jahr 2017 waren es noch 434 Taten. Das entspricht einem Rückgang im Vergleich zum Vorjahr um 3,3 Prozent.