Die asiatische Tigermücke lebt bereits in einigen Gegenden des Kreises Esslingen. Das Gesundheitsamt gibt Tipps, wie man sich vor den Plagegeistern schützen kann.
Sie ist winzig klein und dennoch eine große Gefahr: Die Asiatische Tigermücke kann Krankheitserreger wie das Dengue-, das Chikungunya-, das Zika- und das West-Nil-Virus auf den Menschen übertragen. Experten schätzen dieses Risiko hierzulande bislang zwar gering ein, dennoch mahnt das Gesundheitsamt des Landkreises Esslingen zu Vorsicht.
Die aus den Tropen stammende Stechmückenart fühlt sich längst in Deutschland wohl. Seit 2007 ist bekannt, dass sich Tigermücken in Baden-Württemberg angesiedelt haben. 2023 wurde der Exot erstmalig im Kreis Esslingen nachgewiesen, mittlerweile gibt es bestätigte Funde aus den Kommunen Holzmaden und Kirchheim. Fachleute befürchten, dass sich die Mückenart weiter ausbreitet. Und sobald sich die Tigermücke in einer Gemeinde etablieren kann, steigt auch die Gefahr einer Infektion. Doch jeder Einzelne kann nach Mitteilung des Esslinger Landratsamtes etwas zum Gesundheitsschutz beitragen.
Mit Beginn der warmen Jahreszeit schwirren die Plagegeister wieder herum, die Saison reicht von April bis Oktober. Die höchste Zahl wird üblicherweise im August und Anfang September beobachtet. Anders als viele heimische Arten ist die Tigermücke tagaktiv und auf Futtersuche ausgesprochen aggressiv. Erkennen lässt sich das drei bis acht Millimeter große Insekt an der markanten schwarz-weiße Musterung. Die fünf weißen Streifen an den Hinterbeinen erinnern an die Zeichnung eines Tigers, daher der Name. Dennoch wird die Tigermücke manchmal mit einheimischen Arten verwechselt.
Werden Tigermücken entdeckt, befinden sich in der Nähe in der Regel auch Brutstätten, die beseitigt werden müssen, um die Vermehrung zu stoppen. Die Tigermücke legt ihre Eier bevorzugt an ruhigen, stehenden Wasserstellen ab. Bereits geringe Mengen – Restwasser in Pflanzenuntersetzern, Vogeltränken oder Pfützen beispielsweise – genügen. Deshalb empfiehlt das Gesundheitsamt, Gießkannen, Eimer und Blumenkübel umzudrehen oder überdacht zu lagern, damit sich kein Regenwasser ansammeln kann. Regentonnen sollten regelmäßig geleert werden.
Wer nach einer Reise in Risikogebiete wie Südostasien oder Mittel- und Südamerika unter grippeähnlichen Symptomen – Schüttelfrost, starken Kopfschmerzen, Erschöpfung und Fieber – leidet, dem rät das Gesundheitsamt zu Vorsicht. Denn Betroffene könnten zur Verbreitung von Krankheiten beitragen: Tigermücken nehmen das Virus über das aufgesaugte Blut auf und übertragen es beim nächsten Stich auf einen anderen Menschen. Mückenschutz sei nicht nur während einer Reise wichtig, sondern auch noch zwei Wochen nach der Rückkehr.
Wer eine auffällige Mücke entdeckt, kann seinen Fund zur Bestimmung der Art an den „Mückenatlas“ (Infos unter http://mueckenatlas.com) schicken. Alternativ ist es möglich, ein Foto vom Tier per Mail an die Kommunale Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage (KABS) zu senden: info@kabsev.de. Ausführliche Informationen rund ums Thema hat das Gesundheitsamt in einem Merkblatt zusammengestellt, das online abrufbar ist unter www.landkreis-esslingen.de, Suchbegriff Tigermücke.