Kreis Esslingen Modelabels aus Filderstadt helfen Kinderheim in Afrika

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Zwei junge Modemacher sammeln mit dem Verkauf von T-Shirts und Taschen Spenden für ein Ausbildungszentrum für Kinder und Jugendliche in Kenia. Die Schneiderin Sarah Müller hat die Produkte mit Auszubildenden vor Ort hergestellt.

In Kenia wurden die Taschen hergestellt. In Filderstadt bekommt Sarah Müller (re.) von Sascha Schanbacher Unterstützung. Foto: Horst Rudel 8 Bilder
In Kenia wurden die Taschen hergestellt. In Filderstadt bekommt Sarah Müller (re.) von Sascha Schanbacher Unterstützung. Foto: Horst Rudel

Filderstadt - Sarah Müller konnte Kenia nicht verlassen, ohne einen Plan zu haben, wie sie die Kinder vor Ort auch weiterhin unterstützen kann. Die 24-Jährige war als freiwillige Helferin von September 2016 bis Mitte März 2017 im Karai Childrens Vocational Centre, einem Heim mit Ausbildungszentrum für Waisen- und Straßenkinder bei Nairobi.

Als Schneiderin, hat sie mit den Kindern aus alten Viehfutter- und Zementsäcken Taschen und Mäppchen sowie Babytragetücher aus traditionellen afrikanischen Stoffen hergestellt. „Jedes Produkt erzählt eine persönliche Geschichte,“ so die 24-Jährige. „Ich wollte die Sachen nicht in Fließbandarbeit herstellen lassen, sondern jedem Mädchen vor Ort die Möglichkeit geben, eine Tasche oder ein Mäppchen von Anfang bis Ende anzufertigen.“

Fäden verbinden die Welten

Seit zwei Wochen ist Müller zurück in Filderstadt und hat ein Label gegründet, unter dem sie die insgesamt 60 Produkte verkauft: Nyuzi Blackwhite heißt die Marke. „Der Name steht für die Verbindung der zwei verschiedenen Welten, Deutschland und Kenia. Das Wort „Nyuzi“ ist Kisuahlei, der Sprache, die dort gesprochen wird, und bedeutet „Fäden“. Im Labelnamen steht es für die Fäden, die die beiden Welten miteinander verbinden,“ so Müller.

Die bislang hergestellten Produkte hat Müller aus privaten Spenden von Bekannten und Freunden vorfinanziert. Das Geld hat auch gereicht, den Nähsaal im Ausbildungszentrum zu modernisieren. „Mittlerweile gibt es dort nicht nur manuelle Nähmaschinen, sondern auch fünf elektrische,“ erzählt die Schneiderin. Mit dem Erlös aus dem Verkauf der Produkte will sie das Heim weiterhin unterstützen und das Projekt mit den Kindern und Näherinnen vor Ort weiterführen.

Dafür bekommt sie nun von einem Filderstädter Modelabel Unterstützung: Sascha Schanbacher vom Label Nice & Peace hat über einen Bekannten von dem Projekt erfahren und kurzerhand entschieden, sich mit seiner Mode einzubringen. Unter seinem Label bringt Schanbacher seit 2013 sportlich-schlichte Kleidungsstücke für Männer und Frauen mit selbstentworfenen Grafiken und Schriftzügen heraus. „Nice & Peace steht für ein friedvolles und schönes Miteinander. Dieses Lebensgefühl wollen wir nicht nur vermitteln, sondern auch fördern, indem wir soziale Projekte unterstützen. Anfangs haben wir daran gedacht, an eine größere Hilfsorganisation zu spenden. Doch bei Sarahs Projekt wissen wir ganz genau, wo das Geld hinfließt und was damit passiert“, ist er überzeugt.

Unterstützung beim Verkauf

Von April an verkauft er in dem Onlineshop von Nice & Peace eine limitierte T-Shirt-Edition, von deren Erlös fünf Euro an Nyuzi Blackwhite fließen. „Das ist ein reines Spenden-Shirt, es kostet 20 Euro, die fünf Euro-Spende inbegriffen,“ so Schanbacher.

Weil Sarah Müller ihre Produkte bislang nur über die Online-Verkaufsplattform Dawanda und auf Märkten verkauft, hilft Schanbacher auch beim Verkauf mit und will die Taschen, Mäppchen und Tücher in seinen Nice & Peace-Onlineshop einstellen. „Ich bin total froh, dass ich von dem Label Nice & Peace so unterstützt werde und es kein Konkurrenzdenken gibt“, sagt Sarah Müller.

Wenn alles gut läuft, will sie schon in ein paar Monaten zurück zum Karai Childrens Vocational Centre fliegen und mit den Näherinnen vor Ort weiter an dem Projekt arbeiten. „Wir müssen die Abläufe und Qualität optimieren. Es wäre wunderbar, wenn wir durch den Verkauf Arbeitsplätze vor Ort sichern könnten,“ sagt die 24-jährige Filder­städterin.




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