Kreis Esslingen „Muss er aushalten können“: Paar entwickelt gemeinsam Musicals

Die Sängerin Maria Meßner und der Pianist Konstantinos Kalogeropoulos sind auf der Bühne und im Leben ein Paar. Foto: gw

Maria Meßner und Konstantinos Kalogeropoulos aus dem Landkreis Esslingen stehen gemeinsam auf der Bühne. Sie entwickeln zusammen Musical-Shows und sind auch im Leben ein Paar.

Sie hat am Mozarteum in Salzburg Gesang studiert und ein Diplom als Musical-Darstellerin, er ist promovierter Musikwissenschaftler, Pianist, Dirigent, Chorleiter, Komponist, musikalischer Leiter an Theatern und Klavierlehrer an der Esslinger Musikschule: Maria Meßner und Konstantinos Kalogeropoulos stehen häufig gemeinsam auf der Bühne. Sie haben eine Produktionsfirma gegründet, mit der sie Musical-Shows entwickeln – und sie sind seit vier Jahren auch im Leben ein Paar.

 

Ob im Theater oder im Privaten – die beiden, die ihr Zuhause im Landkreis Esslingen haben, verstehen sich blind: „Wir kennen die Gesetze der Branche, das macht es leicht und schön, zusammenzuarbeiten und zusammenzuleben“, erzählt Kalogeropoulos. In dieser Partnerschaft weiß jeder, wie sich der andere beim Auftritt fühlt: „Das ist ein enormer Druck: Man muss auf die Sekunde genau abliefern, man muss funktionieren, man muss perfekt sein“, erklärt Maria Meßner.

Ein Partner aus demselben Metier habe Verständnis, auch dafür, dass eine Sängerin ihre Partien stundenlang üben muss, ergänzt sie: „Das muss er aushalten können, ohne dass es ihm auf die Nerven geht.“ Konstantinos Kalogeropoulos hat damit kein Problem: „Eine Sängerin steht im Rampenlicht, alle Augen sind auf sie gerichtet. Sie muss alles auswendig beherrschen, und dafür ist dieser intensive Übungsprozess einfach notwendig.“ Und weil beide vom Fach und oft in derselben Produktion verpflichtet sind, können sie auch miteinander proben.

Ein Paar mit ungewöhnlichem Tagesrythmus

Theaterleute haben einen ungewöhnlichen Tagesrhythmus, erzählt Kalogeropoulos: „Unsere Auftritte sind häufig abends, also schlafen wir morgens länger.“ Und sie stehen dann auf der Bühne, wenn andere ausgehen, an Wochenenden, an Feiertagen, an Weihnachten und an Silvester. „Das ist für uns Alltag. Für jemanden, der nicht am Theater arbeitet, kann das schwierig sein“, vermuten die beiden.

Während bei den Proben im Ensemble gleichberechtigt über die Inszenierung diskutiert wird, ist bei der Aufführung auf der Bühne klar, dass Konstantinos Kalogeropoulos als Dirigent den Ton angibt – auch für seine Partnerin: „Er ist derjenige, der die Entscheidungen trifft und das letzte Wort hat. Seinen Anweisungen müssen alle folgen, sonst funktioniert eine große Show mit zig Künstlern nicht“, sagt Maria Meßner.

Maria Meßner singt, Konstantinos Kalogeropoulos fliegt über das Klavier. Foto: gw

Bei den Proben wiederum sind die beiden keineswegs immer derselben Meinung. Lachend erzählt Kalogeropoulos, wie seine Partnerin ihm für eine Rolle einen goldenen Zylinder ausgeredet hat: „Sie hat sehr zurückhaltend für einen klassischen schwarzen plädiert. Später wurde mir klar, dass ich sonst wie eine Mischung aus Faschingsprinz und Zirkusdompteur ausgesehen hätte.“

Das Geheimnis ihrer Beziehung

Die beiden sind grundsätzlich achtsam im Umgang miteinander: „Wenn wir einander beruflich kritisieren, dann niemals im Affekt des ersten Eindrucks, sondern immer erst in einer ruhigen Minute“, betont der Pianist. „Und weil ich weiß, dass er immer ehrlich mit mir ist, kann ich auch sein Lob genießen. Das gibt mir viel Selbstvertrauen“, erzählt die Sängerin.

Charakterlich sind die beiden unterschiedlich: Während er mit seinen griechischen Wurzeln eher lässig durchs Leben geht und vor dem Auftritt regelmäßig seine Manschettenknöpfe sucht, ist sie eine Perfektionistin: „Ich mag es, wenn alles detailliert geplant und gut strukturiert ist. Nur wenn hinter der Bühne die zwölf Kostüme in der richtigen Reihenfolge hängen, klappt das schnelle An- und Umkleiden reibungslos.“ Aber sie lernen auch voneinander, wie sie verschmitzt zugeben: Seit sie zusammenleben, sei er ordentlicher und sie gelassener geworden – „zumindest ein bisschen“.

„Maria als Marilyn mit blonden Haaren“

Obwohl sie sich privat und künstlerisch sehr gut kennen, können sie sich immer noch überraschen: „Maria als Marilyn mit blonden Haaren, die ‚Some Like It Hot‘ singt – das ist krass, sie ist einfach eine unfassbar tolle Sängerin“, schwärmt er. Sie wiederum ist jedes Mal verblüfft, mit welcher Leichtigkeit er auf der Bühne alle Fäden in der Hand hält: „Er spielt perfekt am Klavier, er dirigiert die komplette Show, er führt die Technik, und er moderiert sympathisch und charmant.“

Trotzdem kennen beide die Gefahr, vor lauter Arbeitseifer und Begeisterung für die Musik das Privatleben zu vernachlässigen. Deshalb werden bewusst Grenzen gezogen: „Wenn wir ausgehen, zu Freunden, zum Essen oder ins Kino, reden wir nicht über die Arbeit“, betont Maria Meßner. Nachteile haben die beiden in ihrer Lebens-, Arbeits- und Bühnenpartnerschaft noch keine entdeckt, wenngleich Maria Meßner ungern für ein Engagement über längere Zeit von ihrem Liebsten getrennt wäre. „Aber auch eine Trennung auf Zeit würden wir hinbekommen, gemeinsam schaffen wir alles“, ist Konstantinos Kalogeropoulos überzeugt und verrät, dass die beiden im Mai heiraten werden.

Das Künstlerpaar zu Gast an der WLB

Die Gala-Show
Am Samstag, 21. März, ab 19 Uhr heißt es im großen Saal der Württembergischen Landesbühne Esslingen zum fünften Mal „Piano Impact. Best of Absolute! Live!“. Musical-Stars wie Maria Meßner, Kirstin Hesse und Daniel Mladenov wollen das Publikum mit Songs aus den 80er- und 90er-Jahren, mit Titeln von Queen, Michael Jackson und aus der Rocky Horror Picture Show begeistern. Gemeinsam mit der Sängerin Julia Frey, dem Showteam des TV Hochdorf und dem Projektchor der Sängerlust Kornwestheim serviert die Piano-Impact-Band unter Leitung von Konstantinos Kalogeropoulos einen bunten Mix aus Rock, Pop und Musical.

Das Kammer-Musical
Am Sonntag, 22. März, um 15 Uhr und um 17 Uhr (WLB-Podium I) erzählt und singt Maria Meßner in „Marilyn Monroes letztes Band“ in einer One-Woman-Show mit Konstantinos Kalogeropoulos am Klavier vom Leben dieser Ikone des amerikanischen Kinos: „Ein Rückblick auf diese erfolgreiche Karriere und ein doch trauriges Leben dieser sehr verletzlichen Künstlerin. Es war ein Leben, in dem sie immer kämpfen musste. Sie wurde immer nur als das dumme Blondchen gesehen und nie als Schauspielerin anerkannt“, sagt Meßner.

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