Die Stadt Kirchheim (Kreis Esslingen) und der Betreiberverein sind sich einig über die Nutzung des leerstehenden Stadtkinos. Woran die Pläne jetzt noch scheitern könnten.

Reporter: Elke Hauptmann (eh)

Nie standen die Chancen besser, ist Günter Hörcher überzeugt: „Wir stehen kurz davor, in Kirchheim ein Kommunales Kino zu gründen.“ Nach einem Gespräch mit Vertretern der Stadtverwaltung zeigt sich der Vorsitzende des eigens gegründeten Betreibervereins zuversichtlich, im früheren Stadtkino in der Max-Eyth-Straße bald schon wieder Filme zeigen zu können.

 

Die Stadt will dem Verein das leerstehende Gebäude mietfrei zur Verfügung stellen. Allerdings braucht es dafür noch ein Ja des Gemeinderates. Die Entscheidung wird voraussichtlich in der Sitzung am 1. Oktober fallen. Stimmt das Gremium zu, soll alles ganz schnell gehen. Noch am selben Tag, so Hörcher, könnte der bereits vorbereitete Mietvertrag in Kraft treten. Dass es anders kommen könnte, daran mag er gar nicht erst denken. „Für uns ist das Stadtkino die letzte Chance auf eine Spielstätte.“ Der ursprüngliche Plan, den Spielbetrieb im 2023 stillgelegten Kino Tyroler aufzunehmen, ist bekanntlich an den teuren Brandschutzauflagen gescheitert.

Kinobetrieb in Kirchheim soll so früh wie möglich starten

„Unser Ziel ist es, so früh wie möglich mit dem Kinobetrieb zu starten“, teilt der Vereinsvorsitzende mit. „Wir hoffen, schon gegen Ende des Jahres loslegen zu können.“ Denn Kino sei ein Wintergeschäft, erläutert Hörcher. Und auf die Einnahmen aus diesen Monaten sei der Verein dringend angewiesen. Abgesehen von der Mietfreiheit müsse man ohne jegliche finanzielle Unterstützung durch die Stadt Kirchheim zurechtkommen. Dessen sei sich der derzeit gut 70 Mitglieder zählende Verein bewusst. „Unsere konservative, wirtschaftliche Kalkulation lässt einen kostenneutralen Betrieb erwarten“, versichert er.

Zur Deckung der Anfangskosten werden dringend Spenden benötigt

Die wichtigste Aufgabe werde nun sein, die bislang unverbindlich zugesagten Spenden – laut Hörcher summieren diese sich auf einen „höheren vierstelligen Betrag“ – tatsächlich einzuwerben. Die Vereinsführung ist jedoch optimistisch: Für das Konzept habe man in den letzten Wochen „eine beeindruckende Unterstützung aus der Bürgerschaft“ erhalten. Und nicht zuletzt sei kürzlich auch Fördergeld von der Bürgerstiftung auf dem Vereinskonto eingegangen.

Das frühere Stadtkino soll als Kommunales Kino wiederbelebt werden. Foto: Ines Rudel

„Damit können wir die Anfangskosten decken“, informiert Hörcher. Die Leinwand ist im früheren Stadtkino zwar noch vorhanden, aber sonst fehlt es am Notwendigsten für die Wiederaufnahme des Kinobetriebes. Mit der Insolvenz des damaligen Betreibers im Jahr 2007 endeten die Filmvorführungen im einstmals mehrere Hundert Plätze zählenden Lichtspieltheater, zuletzt wurde das Gebäude als Eventlocation genutzt.

Wer beim Einbau der Kinosessel helfen will, ist willkommen

Der Verein will nun zumindest den großen Saal mit minimalem Aufwand für etwa 90 Zuschauer herrichten, erläutert der Vorsitzende. Die Technik könne man gebraucht von den ehemaligen Betreibern der beiden Kirchheimer Kinos Tyroler und Central erwerben, ebenso einen großen Teil der Kinosessel. Diese wollen die Vereinsmitglieder in Eigenleistung einbauen, um Geld zu sparen. Wer dabei helfen wolle, sei willkommen, sagt Hörcher.

An drei Tagen in der Woche – Freitag, Samstag und Sonntag – sollen künftig je zwei anspruchsvolle Filme gezeigt werden, die ein für das Programm zuständiges Team auswählt. Kartenverkauf, Einlass, Reinigung – das alles werden die Kino-Enthusiasten in Eigenregie übernehmen. Darüber hinaus sollen neben den Filmvorführungen weitere kulturelle Veranstaltungen im Kino stattfinden. „Das ist ein wesentlicher Bestandteil unseres Betriebskonzepts“, betont Hörcher und hofft, auch damit den Gemeinderat zu überzeugen.