Kreis Konstanz Singener HBH-Verbund zahlt mehr als 20 Millionen Euro

Von Wolfgang Messner 

Seit Jahren defizitär: die Hochrhein-Eggberg-Klinik in Bad Säckingen Foto: Willers
Seit Jahren defizitär: die Hochrhein-Eggberg-Klinik in Bad Säckingen Foto: Willers

Bad Säckingen - Eine weiße Burg aus Beton und Stahl. Acht Stockwerke hoch thront die Hochrhein-Eggberg-Klinik zwischen dem Kreiskrankenhaus und dem Aqualon, dem früheren Kurmittelhaus am Rande von Bad Säckingen. Dahinter beginnt schon der Wald, und mittendrin ruht ein See. Ein perfektes Naherholungsidyll, wäre der Status als Luftkurort nicht bedroht, weil in diese Waldeinsamkeit ein Pumpspeicherkraftwerk mit Deutschlands höchster Staumauer und dazu eine Autobahn gestampft werden sollen.

Auch die schmucke Klinik, die einst eine Perle war und zu den Besten ihrer Art zählte, hat schon bessere Tage gesehen. Immer neue Gesundheitsreformen und Sparauflagen der Kassen und Rentenversicherungsträger haben das Rehakrankenhaus zermürbt, die Bilanzen erodieren und es zur leichten Beute für die Großwildjäger im Gesundheitsrevier werden lassen.

Erst suchte man Partner. Besser wurde es nicht. Dann wurde es zusammen mit einem anderen Rehakrankenhaus verkauft. Für viel Geld, mehr als 20 Millionen Euro. Lange sollte das niemand wissen. Erst jetzt bringen Recherchen der StZ Licht ins Dunkel. Es ist Geld, das nicht die Käufer, sondern die Eigentümer der Klinik aufbringen mussten. Die Eigentümer sind mehrere Städte, somit zahlt die Zeche der Bürger – als Patient und als Steuerzahler. Wie konnte es so weit kommen?

Die Hochrheinklinik ist bundesweit anerkannt

Die Hochrheinklinik in Bad Säckingen ist zu ihrer Glanzzeit in den 90er Jahren die größte Schwerpunktklinik für Gefäßerkrankungen und Diabetologie in ganz Deutschland und weithin anerkannt. Ihre Spezialität ist die Verbindung von Akutbehandlungen und anschließender Reha, alles unter einem Dach. Die auf Lymphdrüsenerkrankungen spezialisierte Eggbergklinik hat sich aus der Hochrheinklinik heraus entwickelt. Die Rehaklinik Sankt Marien in Bad Bellingen widmet sich der orthopädischen Rehabilitation und gehört der Erzdiözese Freiburg. Alle drei Rehakliniken sind defizitär.

Als sie zu Beginn des neuen Jahrtausends erstmals stark in Bedrängnis geraten, kommt der Retter in Gestalt des Klinikverbunds aus Singen/Hohentwiel. Der damalige Singener Oberbürgermeister und spätere baden-württembergische Sozialminister Andreas Renner (CDU) will die Einrichtungen integrieren, um den Patienten nach der Akutbehandlung in einer seiner Krankenhäuser in Singen, Engen oder Radolfzell gleich eine Reha anbieten zu können. 2003 tritt die Hochrheinklinik dem Verbund bei, der sich nun Hegau-Bodensee-Hochrhein (HBH) nennt, 2005 folgt Sankt Marien und ein Jahr später die Eggberg­klinik. Die HBH ist jetzt ein Konzern mit 2750 Mitarbeitern und 1518 Betten.

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