Kreis Ludwigsburg Müllgebühren bleiben stabil – AVL erwirtschaftet satten Überschuss

Die Gebühren von Rest- und Biomüll bleiben 2025 stabil. Foto: picture alliance/dpa/Sina Schuldt

Erfreuliche Nachrichten für alle AVL-Kunden im Kreis Ludwigsburg: Rest- und Biomüll werden 2025 nicht teurer. Warum die Kreisverwaltung wahrscheinlich nicht direkt vom guten Ergebnis ihrer Tochter profitieren kann und wie es mit den Deponien weitergeht.

Ludwigsburg: Frank Ruppert (rup)

Beim Thema Müll scheint es im Landkreis Ludwigsburg derzeit gut zu laufen, zumindest vermitteln die im Kreistagsausschuss für Umwelt und Technik von der AVL, der Abfallverwertungsgesellschaft des Landkreises, präsentierten Zahlen diesen Eindruck.

 

Müllgebühren bleiben stabil

Das wichtigste für die Bürger im Landkreis beim Thema Müll sind wahrscheinlich die Gebühren. Da hatte Ralph Brettschneider von der Unternehmensberatung Econum, die die Gebührenkalkulation für den Landkreis übernahm, gute Nachrichten im Kreistagsausschuss am Freitagnachmittag: Die Gebühren für Bio- und Restmüll steigen 2025 nicht, sondern bleiben für private Haushalte auf dem aktuellen Niveau.

Das liegt vor allem daran, dass in den vergangenen Jahren eine Kostenüberdeckung stattfand. 2023 schloss man bei den Gebühren mit einem Plus von 3,2 Millionen Euro, 2024 wahrscheinlich mit einem Plus von einer Million Euro ab. 2024 geht man von einer Restabfallmenge von 63 000 Tonnen, 2025 von 65 500 Tonnen aus. „Aufgrund der Bevölkerungsentwicklung im Landkreis und des sich ändernden Konsumverhaltens gehen wir von einer leicht steigenden Restabfallmenge aus“, erklärte Brettschneider.

Überschuss soll bei AVL bleiben

Viel Lob gab es für die stabilen Gebühren von den Kreisräten, kontroverser ging es dagegen beim Thema des Jahresabschlusses der AVL zu. Die Kreis-Tochter hat 2023 nämlich einen Überschuss in Höhe von 5,2 Millionen Euro erwirtschaftet. Die Kreisverwaltung und der AVL-Geschäftsführer Tilmann Hepperle plädierten in der Sitzung am Freitag dafür, den Überschuss an den Landkreis abzuführen, angesichts dessen schlechter Finanzlage – kommende Woche soll der Haushaltsentwurf für das kommende Jahr präsentiert werden.

Landrat Dietmar Allgaier kann den AVL-Überschuss wohl nicht für den Kreishaushalt verbuchen. Foto: Lichtgut / /Ferdinando Iannone

Die meisten Kreisräte im Ausschuss folgten dieser Argumentation nicht und sagten, wie Michael Ilk (Freie Wähler) oder Joachim Kölz (CDU), dass das Geld bei der AVL besser aufgehoben sei. Zumal man mit steigenden Kosten bei der Deponie-Nachsorge rechnet. „Die AVL könnte dem Kreis dann immer noch einen Kredit gewähren“, schlug Kölz vor. „Letztlich können wir mit beiden Lösungen leben“, sagte Landrat Dietmar Allgaier. Es bleibe ja in der „Familie“. Der Ausschuss empfahl folglich, dass die 5,2 Millionen Euro bei der AVL bleiben.

Deponie-Ansage an Region

Auch beim dritten Müll-Thema zeigte der Kreis Stärke: Der Verband Region Stuttgart darf weiterhin, die in seiner Zuständigkeit liegenden Deponieabfälle im Landkreis abladen, aber nur für drei Jahre. Damit wollen Kreisräte und Verwaltung ein Zeichen setzen, denn bisher wurde diese Vereinbarung immer um fünf Jahre verlängert. Nachdem der Landkreis bei einer eigenen Deponiesuche aber auf großen Widerstand in der Bevölkerung gestoßen war, kündigte man an, künftig die Abfälle aus der Region nicht mehr aufnehmen zu wollen. Also muss sich der Verband Region Stuttgart selbst auf die Suche nach einem eigenen Standort machen.

Die Suche läuft auch, dauert aber voraussichtlich zehn Jahre inklusiver der nötigen Verfahren und Genehmigungen. Zur Überbrückung soll weiter der Landkreis Ludwigsburg herhalten, der will aber Fortschritte bei der Suche sehen und macht deshalb Druck. Das Ergebnis der regionweiten Suche könnte allerdings auch zu einem Standort im Kreis Ludwigsburg führen.

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