Kreis Ludwigsburg Remlinger bleibt Vorsitzender des Roten Kreuzes

Das Rote Kreuz im Kreis Ludwigsburg braucht dringend mehr Rettungssanitäter. Foto: dpa
Das Rote Kreuz im Kreis Ludwigsburg braucht dringend mehr Rettungssanitäter. Foto: dpa

Utz Remlinger bleibt trotz seinem beruflichen Wechsel als Vize-Regierungspräsident nach Tübingen dem DRK als Kreisvorsitzender erhalten. Das gab er am Freitag auf der Kreisversammlung bekannt.

Politik: Rafael Binkowski (bin)
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Kreis Ludwigsburg - Zwar stand die Vorstandswahl gar nicht auf der Tagesordnung, trotzdem wurde mit großer Spannung erwartet, ob und wie Utz Remlinger weiterhin des Amt des DRK-Kreisvorsitzenden ausfüllen würde. „Ich stehe weiterhin zur Verfügung“, erklärte er am Freitag in der Bottwartalhalle in Steinheim-Kleinbottwar, wo sich das Rote Kreuz zur Kreisverbandsversammlung traf. Er werde versuchen, seinen neuen Job als Vize-Regierungspräsident in Tübingen mit dem Ehrenamt als DRK-Chef zu verbinden.

Das Rote Kreuz mit seinen 24 000 Mitgliedern braucht derzeit auch eine stabile Führung. So gibt es erhebliche Schwierigkeiten, ausreichend Rettungssanitäter zur Verfügung zu stellen – auch das wurde auf der Versammlung deutlich. „Wir haben einen großen Personalbedarf“, stellte Remlinger in seiner Rede klar. Viele Fluktuationen, mehr Weiterbildungen durch ein neues Bundesgesetz und insgesamt ein starker Anstieg bei der Zahl der Einsätze täten ihr Übriges. Daher appellierte Remlinger an die jungen Menschen: „Sie haben beste Einstellungschancen als Rettungssanitäter, wenn Sie die entsprechenden Qualifikationen mitbringen.“

Wie groß die Engpässe sind, zeigt die Tatsache, dass das DRK zahlreiche Rettungsfahrten an den Arbeiter-Samariterbund (ASB) abgegeben hat – dieser ist im Gegensatz zum Roten Kreuz landesweit organisiert und kann so anders disponieren. So sind zwei bislang von ASB und DRK gemeinsam genutzte Fahrzeuge und ein Intensiv-Transportwagen derzeit vollständig dem ASB zugeordnet worden.

Ein wichtiger Schwerpunkt der Arbeit im vergangenen Jahr waren auch die Flüchtlinge. So haben Freiwillige des DRK die mit teils 700 Personen besetzten Intercity-Züge in der Hochzeit der Flüchtlingswelle von München begleitet – dabei ging es um Erstkontakte oder darum, Lebensmittel oder Babynahrung bereitzustellen. In der Kreisgeschäftsstelle in Ludwigsburg sind sogar Flüchtlingsfamilien aufgenommen worden, zudem wurden hauptamtlichen Betreuungskräfte eingestellt, vor allem in Ludwigsburg selbst und im Bereich Vaihingen/Enz. „Es war mir wichtig, diesen Schwerpunkt zu setzen“, erklärte der Vorsitzende Utz Remlinger.

Es gibt auch sonst positive Nachrichten: So gibt es verstärkt Nachwuchs, das Jugendrotkreuz hat mit 1100 Mitgliedern einen neuen Höchststand erreicht. Der DRK-Kreisverband hat neben den 220 hauptamtlichen auch 2000 ehrenamtliche Mitarbeiter, die in der sogenannten Bereitschaft aktiv sind und Großveranstaltungen absichern – wie an diesem Wochenende etwa den Citylauf in Ludwigsburg.

Insgesamt war es eine harmonische Hauptversammlung. Bei den meisten Teilnehmern überwog die Erleichterung darüber, dass der Vorsitzende an Bord bleibt. Die Neuwahlen des Vorstandes stehen im kommenden Jahr wieder an.




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