Kreis Sigmaringen Toter Säugling: Mutter gefasst

Die Polizei hat den Tod eines Babys bei Mengen offenbar geklärt. Foto: Beitler
Die Polizei hat den Tod eines Babys bei Mengen offenbar geklärt. Foto: Beitler

Nach dem Fund einer Babyleiche auf einem Feld im Kreis Sigmaringen haben die Ermittler die Mutter ausfindig gemacht. Sie habe das Neugeborene in Panik getötet, sagte sie.

Politik/ Baden-Württemberg: Eberhard Wein (kew)
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Sigmaringen - Die Polizei hat eine 23-jährige Frau aus dem Landkreis Konstanz festgenommen, die unter dem dringenden Tatverdacht steht, ihr neugeborenes Baby erstickt zu haben. Das Mädchen war am Samstag neben mehreren Strohballen auf einem Feld an der Bundesstraße 311 bei Mengen (Landkreis Sigmaringen) tot aufgefunden worden. Ein zehnjähriger Bub war von einem nahe gelegenen Aussiedlerhof dorthin zum Mähen geschickt worden. Er hatte das Kind entdeckt. Offenbar hatte das Baby bereits seit Mitte der vergangenen Woche dort gelegen.

Mutter: In Panik gehandelt

Die geständige Frau habe in der ersten Vernehmung angegeben, die Schwangerschaft gegenüber ihrem Umfeld verheimlicht zu haben, erklärte der Sprecher der Staatsanwaltschaft in Ravensburg, Karl-Josef Diehl. Ihr Plan sei es demnach gewesen, das Kind in einer Babyklappe anonym abzugeben. Doch dann kam die Autofahrt vom vergangenen Mittwoch. Plötzlich hätten die Wehen eingesetzt. Zwischen den Ortschaften Krauchenwies und Rulfingen habe sie dann ihre Begleiter unter einem Vorwand gebeten anzuhalten. Sie stieg aus, versteckte sich hinter den Strohballen, brachte das Kind zur Welt – und erstickte es. Sie habe Panik bekommen, sagte sie den Ermittlern. Anschließend habe sie sich wieder ins Auto gesetzt.

Tatverdächtige in Klinik

Die entscheidenden Hinweise auf die 23-Jährige stammten aus deren direktem Umfeld, sagte Diehl. „Es war richtig, den genauen Fundort zu veröffentlichen.“ Zu den Begleitern im Auto machte er zunächst keine Angaben. „Wir müssen bisher davon ausgehen, dass sie von der Geburt nichts mitbekommen haben“, sagte Diehl. Ob dies wirklich so war, müssten die weiteren Ermittlungen zeigen. Die Frau hatte am Tatort ihre Blut verschmierte Hose zurückgelassen. Mittlerweile befinde sich die Tatverdächtige wegen ihres nachgeburtlichen Gesundheitszustandes in einer Klinik, teilte die Konstanzer Polizeidirektion mit.

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