Michael Medla, Vorstandsvorsitzender des Kreisjugendrings Esslingen, mit dem Plakat zur Weihnachtsaktion Foto: KJR Esslingen
Der Kreisjugendring Esslingen verzichtet auf Geschenke für die Beschäftigten. Statt dessen werden junge Menschen bedacht, die dringend Unterstützung bei alltäglichen Dingen benötigen.
Peter Stotz
24.12.2025 - 08:00 Uhr
In manchen Betrieben hat sich der Brauch etabliert, auf Weihnachtsgeschenke für Beschäftigte oder Geschäftspartner zu verzichten und das dafür vorgesehene Geld gemeinnützigen Zwecken oder Menschen in Not zukommen zu lassen. Dies praktiziert nun auch der KreisjugendringEsslingen (KJR). Das Budget für Weihnachtsgeschenke fließt, aufgestockt durch eine Spende auf 2800 Euro, in einen Topf, aus dem die Beschäftigten der KJR-Einrichtungen bedürftige junge Menschen mit Dingen des täglichen Bedarfs im Wert von bis zu 30 Euro unterstützen können.
257 Fachkräfte und 173 junge Leute im Freiwilligendienst sind den vom KJR betreuten Einrichtungen der Jugendarbeit, der Schulsozialarbeit und der Ganztagsbetreuung im Landkreis Esslingen beschäftigt. Sie werden traditionell zu Weihnachten mit Geschenken bedacht.
Spendenaktion: 2800 Euro für bedürftige Jugendliche im Kreis
Anstelle der üblichen Weihnachtsgeschenke fließt das Budget der Weihnachtsaktion von 1800 Euro in einen gemeinsamen Hilfstopf, der von einer Spenderin, die anonym bleiben möchte, auf 2800 Euro erhöht wurde. Die Beschäftigten in den Einrichtungen im Kreis können nun gezielt junge Menschen, von denen sie wissen, dass sie Hilfe benötigen, mit Sachzuwendungen im Höchstwert von 30 Euro unterstützen. Die Geschenke sollen unkompliziert, direkt und unbürokratisch übergeben werden.
„Mit dieser Aktion möchten wir gezielt dort helfen, wo Hilfe am dringendsten gebraucht wird“, erklärt Michael Medla, der KJR-Vorstandsvorsitzende. Dabei handle es sich nicht um netten Luxus. Vielmehr gehe es um Dinge des täglichen Lebens wie Kleidung oder Schulmaterial. „Viele Familien können diese Ausgaben derzeit kaum stemmen“, sagt Medla. Armut in den Familien werde als „eine wachsende Herausforderung“ wahrgenommen. „Wir wollen wo immer wir können dazu beitragen, jungen Menschen und speziell auch jungen Menschen, die von Armut betroffen sind, bestmögliche Chancen zu bieten.“
„Ein gemeinsames Zeichen für Zusammenhalt und Solidarität“
Ralph Rieck, der Geschäftsführer des KJR, betont, dass die Beschäftigten vor Ort „sehr bewusst und verantwortungsvoll“ mit der Weihnachtsaktion umgehen. „Sie wissen genau, wo Hilfe notwendig ist und Unterstützung gebraucht wird.“ Junge Menschen und ihre Familien sähen sich „herausfordernden Zeiten“ gegenüber. „Wir setzen mit unserer Weihnachtsaktion ein gemeinsames Zeichen für Zusammenhalt und Solidarität.“