Vom Relegationsplatz aus geht der GSV Höpfigheim in der am kommenden Sonntag beginnenden Rückrunde der Fußball-Kreisliga A1 Enz-Murr ins Rennen. Ziel ist für den Aufsteiger selbstredend der Klassenerhalt. Obwohl der absolut in Sichtweite ist - denn den GSV trennt nur die Tordifferenz vom ersten Nichtabstiegsrang - sagt Trainer Thomas Lembeck rückblickend: „Ich tue mich schwer damit, allzu viel Positives aus unserer Vorrunde zu benennen. Wenn überhaupt, dann sind es die 14 Punkte, die wir geholt haben.“ Fünf bis acht weitere, so der Coach, habe man jedoch fahrlässig verschenkt.
Neben individuellen Fehlern, zu großem Respekt vor den Gegnern in der neuen, höheren Spielklasse und der bisweilen mangelnden Kompaktheit, hat Lembeck vor allem die Umschaltbewegung nach Ballverlusten als Ursache identifiziert. „Das fehlt uns einfach die Cleverness, auch einmal ein taktisches Foul zu ziehen“, sagt er. Prinzipiell sei der GSV eine, wie er es nennt, Arbeitermannschaft, die ihrerseits eher über das Tempo ihrer Außenbahnspieler Tim Wägerle, Arik Schnabel und Kevin Schwerthalter zum Torerfolg kommen will.
Höpfigheimer verstehen sich als „Arbeitermannschaft“
Mit der feinsten technischen Klinge der A1-Staffel wird in Höpfigheim also nicht gefochten, vielmehr sind es eher Aspekte wie die Körperlichkeit, die Intensität, der Wille und das Kollektiv, auf Basis derer der Aufsteiger zum Erfolg kommen muss. „Wenn mein Team zusammensteht, kann es eben als Team in dieser Liga jeden schlagen, davon bin ich überzeugt. Außer vielleicht Tabellenführer TSV Grünbühl, der einzige Gegner, der uns in der Hinrunde hergespielt hat. Aus meiner Sicht müsste es schon mit dem Teufel zugehen, dass sie nicht Meister werden“, betont Lembeck.
Genau die benannten elementaren Grundtugenden sah der 44-Jährige jedoch beim schon fast traditionellen GSV-Wintertrainingslager, das den Verein diesmal ins türkische Antalya führte, erschüttert. Im vergangenen Winter sei das Team durch den gemeinsamen Fußballtrip extrem zusammengewachsen, diesmal habe man sich dagegen „eher auseinandergelebt“.
Team hat sich in der Türkei „auseinandergelebt“
„Zu viele Egoismen“ und „Spieler, die sich über die Mannschaft stellen und dem Gesamtgefüge schaden“, erlebte Lembeck dort, obwohl sich das Trainingslager am ersten Tag beim Testspiel gegen die Vollprofis eines Erstligisten aus Kirgistan trotz klarer 0:8-Niederlage zunächst noch richtig gut anließ. Zu dem, was danach passierte, will der Coach zwar in der Öffentlichkeit nicht in die Tiefe gehen und auch keine Namen nennen, kündigt aber noch vor dem Ligaauftakt am kommenden Wochenende an: „Ich werde personelle Korrekturen vornehmen.“
Im Klartext: Der ein oder andere Akteur dürfte sich in den nächsten Wochen in der GSV-Zweiten wiederfinden. „In der Rückrunde müssen wir auf Leute setzen, die gemeinsam durch den Dreck gehen und den Kampf annehmen“, sagt Lembeck.
Heimspiel gegen TSC wurde wegen Platzsperre abgesagt
Zuwachs von Extern hätte man dem Kader war gerne zugeführt, doch es ergab sich letztlich nichts. „Mit dem TuS Freiberg und dem FC Marbach II haben sich im Winter ja zwei Mannschaften aus der Umgebung abgemeldet. Wir haben uns also schon umgeschaut und Gespräche geführt, aber ohne dass man ein paar Euro in die Hand nimmt, kommt keiner nach Höpfigheim. Deshalb haben wir uns dagegen entschieden“, sagt der Trainer. Man geht deshalb mit unverändertem Personal in die Rückrunde, die für den GSV aber nicht wie geplant an diesem Sonntag beginnt: Das Heimspiel gegen den TSC Kornwestheim wurde abgesagt, weil die Gemeinde den Platz gesperrt hat.