Die Fußballer von Drita Kosova Kornwestheim müssen nach dem Saisonende Überstunden einplanen. In der Kreisliga A2 Enz-Murr patzte der zuletzt so stark auftrumpfende Tabellenzweite am Sonntag völlig überraschend beim 4:4 (1:2) gegen den SV Leonberg/Eltingen II. Da Spitzenreiter Spvgg Renningen zeitgleich mühelos die vermeintlich schwerste Partie seines Restprogramms mit 9:0 in Rutesheim gewann, wuchs dessen Vorsprung vor den letzten zwei Spieltagen wieder auf drei Punkte an.
Für Drita stehen die Zeichen damit ganz auf Aufstiegsrelegation. „Die Stimmung war mir schon unter der Woche im Training viel zu locker und so war es dann auch im Spiel: Wir haben gedacht, das wird ein Selbstläufer“, ärgerte sich Kornwestheims Spielertrainer Spetim Muzliukaj. Zwar begann sein Team gut und führte anfangs durch ein Elfmetertor Elvis Gashis, doch dann drehte sich der Wind. Mitte der zweiten Halbzeit lag der haushohe Favorit plötzlich 1:4 zurück – die Folge von eigenem Chancenwucher und sehr nachlässigem Verteidigen.
Der SV Kornwestheim II benötigt nach 0:3 gegen den TSV Grünbühl ein mittleres Wunder
Erst ein Leonberger Eigentor zum 2:4 (83.) stachelte Drita noch einmal richtig an. Muzliukaj stellte selbst auf 3:4 (86.) und erneut Torjäger Gashi gelang tief in der Nachspielzeit mit der letzten Aktion des Spiels noch der 4:4-Ausgleich. „Geht es danach noch ein paar Minuten, gewinnen wir das Spiel“, haderte Muzliukaj.
In der Parallelstaffel A1 kam der SV Kornwestheim II dem Abstieg ein gutes Stück näher. In einer Quasi-Neuauflage des Bezirkspokalfinales vom letzten Donnerstag unterlag die SVK-Zweite bei Spitzenreiter und Aufstiegsanwärter TSV Grünbühl mit 0:3 (0:1). Vier Punkte liegen die Kornwestheimer damit jetzt hinter dem TSV Asperg auf dem Relegationsplatz und haben zudem das deutlich schlechtere Torverhältnis – es braucht also schon ein mittleres Wunder, wenn es noch klappen soll. Zwar kündigte Chefcoach Roberto Raimondo vom SVK-Bezirksligateam an, man werde nun alles dafür tun, um die Zweite zu verstärken, doch dieser Schritt könnte zu spät kommen. In Grünbühl machte das Team kein schlechtes Spiel, ging aber erwartungsgemäß leer aus. „Spielerisch war der Gegner natürlich stärker. Wir haben unsere wenigen Chancen leider nicht sauber ausgespielt“, sagte SVK-Trainer Tim Waida.
Keeper des TSC Kornwestheim spielt mit gebrochenem Finger durch
Mit 5:3 (2:0) schlug hingegen der TSC Kornwestheim den SKV Eglosheim. „Wir sind das Spiel heute mal anders angegangen, standen tief und haben den Gegner machen lassen“, sagte TSC-Spielertrainer Burak Demirel, der wieder selbst im Tor stand. Da er nur einen dünnen Kader zur Verfügung hatte, in dem zudem einige Akteure standen, die nach Verletzungen noch nicht wirklich fit waren, entschloss er sich zu diesem Manöver. Und es ging voll auf. Der spielende TSC-Cotrainer Maden Woldezion (3) und Routinier Alparslan Akedmir schossen ein 4:0 heraus, das bis zur 82. Minute Bestand hatte. Dann kam Eglosheim zwar noch einmal auf 2:4 heran, „aber wir mussten nicht mehr bangen“, sagte Demirel, der in der Endphase trotz gebrochenem Finger durchspielte. Hattab Yildiz erzielte den fünften TSC-Treffer.