Kreisliga A1 Enz/Murr Personalprobleme beim TSV Benningen wohin das Auge reicht

Viel Freude hatten Nick Gruber und der TSV 1899 Benningen in der bisherigen Spielzeit nicht. Foto: Andreas Essig

Der TSV 1899 Benningen kann sich nur schwer für den Klassenerhalt vorbereiten. Für die schwierige Mission fehlen vorerst etliche wichtige Kräfte.

Nach dem gewaltigen Aderlass im Sommer durchleben die Fußballer des TSV 1899 Benningen die erwartet schwere Saison. Gerade einmal acht Pünktchen stehen nach der Vorrunde zu Buche und der einstige Bezirksligist hat als Tabellenletzter der Kreisliga A1 Enz/Murr überwintert. Der Rückstand zum rettenden Ufer beträgt sechs Zähler – die Aufgabe, die in den kommenden Monaten vor Trainer Gianni Bellarosa und seiner Mannschaft liegt, scheint also zwar nicht unlösbar, ist aber verdammt knifflig.

 

„Natürlich ist der Sechs-Punkte-Rückstand eine Hypothek und es wird schwer genug, den Klassenerhalt zu schaffen“, redet der Coach auch gar nicht um den heißen Brei herum. Die ausstehenden 15 Partien der am Sonntag beginnenden zweiten Halbserie unterteilt er in seinem Kopf in drei Blöcke: „In den ersten Spielen gegen stärkere Gegner wird es für uns darum gehen, bei der Musik zu bleiben und den Rückstand auf keinen Fall anwachsen zu lassen. Im zweiten Block folgen dann viele Duelle gegen unsere direkten Konkurrenten im Abstiegskampf. Da müssen wir Siege einfahren“, erzählt er und weiß ganz genau: „Wir tun in unserer Lage gut daran, nur von Spiel zu Spiel zu schauen.“

Personell geht der TSV zumindest auf dem Papier gänzlich unverändert in die Rückrunde. Wäre da nicht diese stattliche Ausfallliste: „Iniko Pasmakis steckt in der Prüfungsphase seines Studiums, Angelo de Capua ist im Moment sowohl verletzt als auch bis April beruflich verhindert. Die beiden fehlen und werden für uns ganz schwer zu ersetzen sein“, muss Bellarosa in den nächsten Wochen ohne zwei seiner stärksten Offensivakteure planen. Zudem sind auch Verteidiger Luca de Capua (Bänderriss) und Ron Preuss (private Gründe) unpässlich, von den Langzeitausfällen Carlos Fengler und Dean Winkle gar nicht zu reden. Immerhin: Mit Nick Gruber und Luis Menz gibt es auch zwei Rückkehrer aus dem Lazarett.

Auf dem Platz plant Bellarosa mit einer zentralen Achse aus Keeper Tim Fraticelli – „für mich einer der fußballerisch stärksten Torhüter in der Liga“, sagt der Trainer –, dem spielenden Co-Trainer Julian Hofacker in der Defensive sowie Gruber und David Heim im Mittelfeld. Pasmakis und Angelo de Capua würden diese Achse eigentlich komplettieren, müssen aber aus genannten Gründen passen. Weitere Fortschritte erhofft man sich in vorderster Front von Youngster Felix Lagershausen, der zwar noch für die A-Jugend spielberechtigt ist, aber in der Hinrunde schon seine Duftmarken hinterlassen hat. Zumindest partiell wird es Unterstützung aus dem Pool von Ex-Spielern geben. Vor allem an Akteure wie Sven Kettgen, Thiemo Storz und Dominik Wels aus dem Benninger Ü32-Team sowie auch den langjährigen Kapitän Justin Hill denkt Bellarosa dabei.

„Alles andere als optimal“ sei jedoch die Vorbereitung verlaufen. Obwohl man schon am 8. Januar wieder ins Training einstieg, mussten drei der fünf geplanten Testspiele abgesagt werden: Personalprobleme, man ahnt es schon. „Diejenigen, die da waren, sind aber fit und können marschieren“, betont Bellarosa. Neben der Kompaktheit lag auf eben jener körperlichen Fitness in der Vorbereitung sein Hauptfokus: „Ich bin ein Fan von schnörkellosem Spiel und will schnell vor das Tor kommen, um Abschlüsse zu haben. Dafür müssen wir physisch da sein. Von Ballbesitzfußball halte ich nichts, dafür braucht man auch die passenden Spieler. Für uns geht es vor allem darum, die Basics auf den Platz zu bringen und 90 Minuten zu marschieren“, erklärt der Coach die Grundausrichtung für die Rückserie und fügt an: „Positiv stimmt mich, dass wir in den letzten Partien vor der Winterpause doch deutlich stabiler geworden sind.“

Beim Auftakt an diesem Sonntag wird genau diese Stabilität zweifellos notwendig sein. Denn kein Geringerer als Tabellenführer und Topfavorit TSV Grünbühl ist dann um 15.30 Uhr in Benningen zu Gast.

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