Kreisrat aus Baiersbronn fordert Rücktritt Widerstand gegen SPD-Bundesvorsitzende Saskia Esken im eigenen Wahlkreis wächst

Der Druck auf Saskia Esken (SPD) wächst. (Archivfoto) Foto: dpa/Sebastian Kahnert

Nach der Schlappe der SPD bei der Bundestagswahl werden immer mehr Stimmen laut, die einen Rücktritt von Parteichefin Saskia Esken fordern. Mittlerweile brodelt es auch in ihrem eigenen Wahlkreis. So fordert nun auch SPD-Kreisrat Gerhard Gaiser, dass sich Esken von der Parteispitze zurückzieht.

Braut sich da gerade im Schwarzwald eine parteiinterne Revolte gegen SPD-Chefin Saskia Esken zusammen? Schon am Dienstag hatte Manfred Stehle, SPD-Urgestein aus dem Landkreis Calw, Eskens Rücktritt gefordert. Nun übt der nächste prominente Lokalpolitiker aus Eskens Wahlkreis scharfe Kritik an der Bundesvorsitzenden, berichtet der "Schwarzwälder Bote".

 

Esken würde „wie Pattex am Amt der Parteivorsitzenden kleben“, schimpft Gerhard Gaiser, der für die SPD nicht nur im Freudenstädter Kreistag sondern auch im Baiersbronner Gemeinderat sitzt. Und Gaiser wird noch deutlicher: „Was wir jetzt brauchen ist eine Zäsur. Das heißt für mich ein sofortiger Rücktritt der Parteispitze.“

Gemeint seien damit sowohl Saskia Esken als auch Lars Klingbeil, stellt der SPD-Kreisrat klar. „Was wir jetzt brauchen ist eine personelle, inhaltliche und strukturelle Erneuerung der SPD. Ein Weiter so kann es nicht geben.“ Denn Gaiser ist überzeugt: „Ausschlaggebend für das schlechte Ergebnis ist das Führungspersonal der SPD in Berlin.“

SPD-Kreisrat Gerhard Gaiser fordert Eskens Rücktritt. (Archivfoto) Foto: Gaiser

Gaiser wirft der Parteiführung vor allem vor, dass die SPD trotz der schlechten Umfragewerte des Kanzlers mit Olaf Scholz als Spitzenkandidaten in den Wahlkampf gezogen ist. Stattdessen hätte die Partei einen Spitzenkandidaten nominieren sollen, „der größere Aussichten gehabt hätte, ein gutes Ergebnis zu erzielen“.

Hätte er es also besser gefunden, wenn seine Partei auf Boris Pistorius gesetzt hätte? „In dieser Situation: Ja“, sagt Gaiser. „Das hätte ich unterstützt. Denn ich habe von vielen CDU-Wählern gehört, dass sie mit Friedrich Merz nicht zufrieden sind und bei einer Kandidatur von Pistorius ihn gewählt hätten.“

„Breite Unterstützung“

Gaiser ist laut eigenen Angaben mit seiner Position nicht allein. Namen will er zwar nicht nennen, doch ist er überzeugt: „Ich habe damit hier eine breite Unterstützung. Die Ortsgremien stehen geschlossen hinter mir.“ Und Gaiser ergänzt: „Der Unmut an der Partei-Basis über das schlechte Wahlergebnis ist unermesslich.“

Und der SPD-Kreisrat hat auch schon eine genaue Vorstellung, wie es jetzt weitergehen soll. „Ich fordere auf Kreisebene eine Kreismitgliederversammlung, um über das Wahlergebnis und die Konsequenzen daraus zu diskutieren.“

Nach dem Rücktritt der Parteichefs müsse dann ein Bundesparteitag einberufen werden, um eine neue Parteispitze zu wählen, meint Gaiser. Bleibt nur abzuwarten, ob sich Esken und Klingbeil den Forderungen beugen und wirklich ihre Ämter aufgeben.

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