Die evangelische Kirchenkreissynode hat sich mit der Zukunft der Ferienwaldheime und der Diakoniestationen in Stuttgart befasst.

Stuttgart - Für viele Kinder und ihre Eltern sind die Ferienwaldheime in Stuttgart nicht aus ihrem Leben wegzudenken: Spiel, Spaß und ein Gemeinschaftserlebnis verspricht der wohnortnahe und bezahlbare Urlaub. In den 18 evangelischen Ferienwaldheimen in Stuttgart nehmen jedes Jahr rund 9000 Kinder an einer der Ferienfreizeiten teil, die von etwa tausend ehrenamtlichen Helfern ermöglicht werden. "Dieses Angebot verantworten zwölf verschiedene Träger, die bis jetzt keine gemeinsame Konzeption haben", sagte Friedemann Regner, der Vorsitzende des Waldheimausschusses, am Wochenende auf der Tagung der Kirchenkreissynode.

Um das zu ändern, hat der Ausschuss eine Rahmenkonzeption erarbeitet, die nun vorgestellt worden ist. Darin werden einheitliche Qualitätsstandards für die evangelischen Ferienwaldheime festgelegt, etwa die umfassende Schulung und Qualifizierung der freiwilligen pädagogischen Mitarbeiter. Diese soll im Vorfeld der Ferienfreizeiten stattfinden und neben pädagogischen, spielpädagogischen, theologischen, organisatorischen sowie rechtlichen Inhalten auch Grundlagen in Erster Hilfe vermitteln. Diese Grundausbildung kann für die 14 bis 15 Jahre alten Helferinnen und Helfer in einer speziellen Nachwuchsschulung während der Waldheimzeit angeboten oder in den Basisseminaren der Evangelischen Jugend vermittelt werden. Zur Ausbildung der Mitarbeiter sollen außerdem Fortbildungen und Vorbereitungstreffen gehören. Die Qualifizierung der Ehrenamtlichen soll nachgewiesen werden, zum Beispiel durch den sogenannten Qualipass des Landes.

Christliche Rituale sind ein fester Bestandteil

Einheitliche Schulungen soll es dabei aber nicht nur für die ehrenamtlichen pädagogischen Mitarbeiter geben. Auch die Mitarbeiter der Ferienwaldheimküchen sollen an Ernährungslehrgängen, Kochkursen, Kursen zum Infektionsschutz sowie Kursen zur Lebensmittelhygiene teilnehmen.

Neben diesen Qualitätsstandards für die Ausbildung der Mitarbeiter greift die Rahmenkonzeption auch Grundsätzliches auf: Unter anderem sind darin die Aufgaben der Waldheimleitung definiert sowie das Verhältnis zwischen Träger und Ferienwaldheim. Nicht zuletzt werden zudem die Erwartungen von Kindern und Eltern beschrieben. Einen wichtigen Stellenwert haben dabei christliche Rituale wie Gottesdienste und Gebete, die fester Bestandteil der Waldheimfreizeit sind.

Die Rahmenkonzeption soll ein Arbeitspapier sein: "Anregung und Herausforderung gleichermaßen", so Regner. Der Schuldekan wurde im Anschluss an die Tagung nach 19 Jahren im Amt mit einem Gottesdienst und einem Empfang verabschiedet.

Diakoniestationen fusionieren

Beschlossen hat die Kirchenkreissynode außerdem auch die Fusion der Diakoniestation Stuttgart und der Diakoniestation Evangelischer Kirchenkreis Stuttgart. Die neu formierte Diakoniestation Evangelischer Kirchenkreis Stuttgart wird rund 1200 Menschen in den Innenstadtbezirken sowie in Feuerbach, Botnang, Weilimdorf, Bad Cannstatt, Sillenbuch und den Neckarvororten betreuen. Sie hat insgesamt rund 390 feste und 170 freie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. "Die Diakoniestation arbeitet im Auftrag der Gemeinden. Das ist ein wichtiger Dienst an unseren Gemeindemitgliedern", sagte Dekan Eckhardt Schultz-Berg, zu dessen Aufgabenbereich die Begleitung der Diakoniestation gehört. Im Pflegemarkt herrsche ein "knallharter Wettbewerb". Die beiden jetzt verschmolzenen Stationen stünden gut da, müssten nun aber organisatorisch für die Zukunft aufgestellt werden.

Im Angebot hat die neue Einrichtung ein breites Spektrum - von der ambulanten Pflege und der Nachbarschaftshilfe bis hin zu Mahlzeitdiensten und einer Praxis für Ergotherapie. Die neue Diakoniestation werde größer sein und professioneller arbeiten, solle aber auf keinen Fall unpersönlicher werden. Daher sollen auch die kleinen Teams an insgesamt elf Pflegestützpunkten im Stadtgebiet weiterhin erhalten bleiben. Entlassungen seien nicht geplant. Vor allem im Bereich der Verwaltung soll die Effektivität gesteigert werden, zudem solle der Wissensaustausch der Pflegekräfte verbessert werden.