Kreistagswahl Göppingen Platzhirsche können sich behaupten

So wie hier in der Göppinger Stadtbibliothek wurden gestern im ganzen Landkreis fieberhaft Stimmen ausgezählt. Foto: Giacinto Carlucci

Im Landkreis Göppingen gehen CDU und AfD als klare Gewinner aus der Kreistagswahl hervor, alle anderen Fraktionen verlieren Prozentpunkte. Die SPD kommt aber glimpflich davon.

Auch dieses Wahlergebnis liegt im aktuellen Trend: CDU und AfD sind die Gewinner der Kreistagswahl im Kreis Göppingen, Verluste müssen Grüne, FDP und Freie Wähler hinnehmen, während die SPD glimpflich davonkommt und nur auf ein Mandat verzichten muss. Dies alles unter dem Vorbehalt, dass es keine Ausgleichsmandate gibt, bis Redaktionsschluss war nur bekannt, wer die regulär vorgesehenen 60 Sitze in dem Gremium bekommen hat.

 

Die FDP hofft auf Ausgleichsmandate

Nach den Ergebnissen der Europa- und Regionalwahl überrascht das Abschneiden der Parteien nicht. Die AfD konnte die Zahl ihrer Mandate von bislang sechs nahezu verdoppeln und hat nun zehn Sitze errungen, ein Zuwachs von rund 5,5 Punkten auf 15,4 Prozent der Stimmen hat es möglich gemacht. Auch die CDU konnte deutlich zulegen, von 24,6 Prozent bei der Kreistagswahl 2019 auf jetzt 30,6 Prozent, das bedeutet 19 statt 17 Sitze. Bitter sieht es hingegen für die FDP aus, wenn sie keine Ausgleichsmandate erhält, ist der Fraktionsvorsitzende der Liberalen, Georg Gallus, kein Mitglied des Kreistags mehr, lediglich Oliver Strommer würde als Einzelkreisrat noch die Fahne der Liberalen hochhalten – ein Verlust von vier Mandaten. In Prozentzahlen ist das ein Rückgang von 8,1 auf 5,2 Prozent der abgegebenen Stimmen.

Gar nicht mehr vertreten im künftigen Kreisrat ist die Linke, bisher wurde sie von Einzelkreisrat Christian Stähle repräsentiert. Doch 2,1 statt 2,7 Prozent haben knapp nicht mehr für einen Einzug gereicht. Prozentual nur einen sehr kleinen Rückgang müssen die Freien Wähler hinnehmen, sie rutschen von 19,3 auf 18,9 Prozent ab, ohne Ausgleichsmandate würde das aber ein Schrumpfen der Fraktion von 14 auf elf Sitze bedeuten. Dann wären die Freien Wähler jedoch gleichauf mit der SPD, die aber nur auf 14,8 Prozent der abgegebenen Stimmen kam. Ein Verlust von 1,1 Punkten für die Sozialdemokraten, 2019 hatte es noch zu 15,9 Prozent gereicht. In Sitzen ausgedrückt heißt das, die Sozialdemokraten konnten zehn statt bislang elf Mandate erringen.

Ein Blick auf die Namen der Mitglieder des neuen Kreistags zeigt, dass sich die Platzhirsche, so sie denn wieder angetreten waren, weitgehend behaupten konnten, sieht man von Georg Gallus ab. Bei der CDU wurde der Fraktionsvorsitzende Wolfgang Rapp wiedergewählt, auch Felix Gerber, Hans-Peter Maichle oder Rainer Staib sind wieder mit dabei. Auch der Fraktionsvorsitzende der Freien Wähler, Hans-Rudi Bührle, konnte sein Mandat verteidigen, in seiner Fraktion sitzen auch künftig alte Bekannte wie Jochen Bidlingmaier oder Hans-Rudi Bauer.

In der AfD-Fraktion wird es einen Umbruch geben

Die Urgesteine der Grünen haben den Kreistag bereits während der Legislaturperiode verlassen oder sind nicht mehr angetreten, aber Fraktionschef Hans Zeeb wurde ebenso wiedergewählt wie Ulrike Haas oder Bernhard Lehle.

Einen Umbruch wird es hingegen in der Fraktion der AfD geben. Fraktionsvorsitzender Joachim Hülscher war nicht mehr angetreten. Lediglich Michael Weller ist wieder dabei sowie Uwe von Wangenheim, der saß aber schon seit Jahren als fraktionsloser Einzelkreisrat in dem Gremium, nachdem es Unstimmigkeiten mit den restlichen Fraktionsmitgliedern gegeben hatte. Erstmals werden nun der Landtagsabgeordnete Hans-Jürgen Goßner sowie Kreisvorsitzender Sandro Scheer in den Kreistag einziehen.

SPD-Fraktionschefin Susanne Widmaier wurde wieder ins Gremium gewählt, mit ihr alte Weggefährten wie Michael Grebner, Benjamin Christian oder der Landtagsabgeordnete Sascha Binder sowie der frühere Staatssekretär Peter Hofelich.

Ergebnis der Göppinger Kreistagswahl

Kreistagswahl
 Nach Auszählung von 267 von 269 Wahlbezirken liegt die CDU mit 30,6 Prozent der Stimmen vor den Freien Wählern mit 18,9 Prozent, der AfD mit 15,4 , der SPD mit 14,8 und den Grünen mit 12,35 Prozent aller gültigen Stimmen. Die FDP kommt im Landkreis Göppingen auf 5,22, die Linke auf 2,12 und die UBU auf 0,42 Prozent.

Sitzverteilung
 Insgesamt wurden 60 Sitze vergeben. Bei der Sitzverteilung im Kreistag ergibt sich folgendes Bild: Die CDU erhält 19 Sitze, die Freien Wähler elf Sitze, die SPD zehn, die Grünen neun und die FDP einen Sitz. Die Wahlbeteiligung lag bei etwa 60 Prozent.

Weitere Themen