Um die Bürgerinnen und Bürger im Notfall zu alarmieren, will Weil der Stadt wieder Sirenen anschaffen. Dafür schließt man sich dem Landkreis an – der aber sieht jetzt schon große Probleme bei der Beschaffung.

 
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Die Flut im Ahrtal war prägend – seit der Katastrophe im Jahr 2021 bemühen sich viele Kommunen um ein ausgebautes, zuverlässiges Warnsystem. Nun will auch Weil der Stadt die Sirenen zurück – der Gemeinderat hat in seiner jüngsten Sitzung beschlossen, sich am kreisweiten Sirenenkonzept des Landkreises Böblingens zu beteiligen. Einst gab es in der Keplerstadt ein solches Warnsystem. „Wenn noch Sirenen vorhanden sind, dann sind sie schon lange nicht mehr in Betrieb“, erklärte Bürgermeister Christian Walter. „Im Katastrophenfall wäre es deshalb schwierig für den Landkreis, die Bürger zu informieren.“ Eine Teilnahme am Sirenenprogramm des Kreises ist gerade auch in anderen Kommunen, etwa Rutesheim, auf dem Tisch.

Sirenen besonders nachts und bei Stromausfällen hilfreich

In der Zusammenarbeit mit dem Landkreis sieht die Stadtverwaltung auch den Vorteil einer einheitlichen Alarmierung. Für das Sirenenförderungsprogramm des Bundes habe man sich nicht beworben, so der Bürgermeister, vor allem, weil von diesem nur eine „äußerst kleine Menge“ an Sirenen gefördert worden seien. Viele Kommunen waren trotz Bewerbung leer ausgegangen.

Besonders nötig sei eine Alarmierung per Sirene besonders nachts, wenn Handys und Radios aus sind, erklärte Sebastian Leib, Sachgebietsleiter für Bevölkerungsschutz am Landratsamt. Auch bei flächendeckenden Stromausfällen, von denen auch das Mobilfunknetz betroffen ist, kann die Bevölkerung nicht alarmiert werden. 200 Sirenen braucht es für den ganzen Kreis, schätzt das Landratsamt. Dass die Stadträte die Pläne der Stadt, wieder Sirenen einzuführen, als sinnvoll betrachten, zeigte auch die Abstimmung: Mit nur zwei Enthaltungen und keiner Gegenstimme wurde die Erarbeitung des Konzepts beschlossen. Beschäftigt hat die Stadträte allerdings der Zeitraum: Bis zum Jahr 2024 soll es dauern, bis die Sirenen angeschafft würden. Die Engstelle sei allerdings nicht die Planung, so Leib. Diese sei bis Mitte nächsten Jahres fertig. Das Problem: „Es gibt nur drei, maximal vier Hersteller. Es ist ein Ressourcenproblem.“ Sollte es bis zur Anschaffung zum Notfall kommen, könnte etwa die Feuerwehr herumfahren und Bürger informieren. Das habe im vergangenen Jahr, als das Trinkwasser in Schafhausen verunreinigt war, gut funktioniert.

Wegen hoher Nachfrage verzögern sich die Lieferungen