Kressart-Streuobstwiese in Stuttgart-Sonnenberg Die dauerhafte Asphaltierung ist nicht genehmigt

Der Bezirksbeirat möchte den alten Zustand des Wegs oberhalb der Streuobstwiese wieder herstellen. Foto: Archiv Alexandra Kratz
Der Bezirksbeirat möchte den alten Zustand des Wegs oberhalb der Streuobstwiese wieder herstellen. Foto: Archiv Alexandra Kratz

Einige Bezirksbeiräte fordern den Rückbau des asphaltierten Wegs oberhalb der Streuobstwiese Kressart. Denn nur unter dieser Bedingung sei die Asphaltierung während der Bauarbeiten im Sonnenbühl genehmigt worden.

Filderzeitung: Sandra Hintermayr (shi)
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Möhringen/Sonnenberg - Der eigentlich nur vorübergehend asphaltierte Weg oberhalb der Streuobstwiese ist erneut Thema im Möhringer Bezirksbeirat gewesen. „Was passiert jetzt eigentlich mit der Strecke?“, wollte Matthias Scheible von der CDU in der Oktobersitzung des Gremiums wissen. „In der Beschlussvorlage ist der Rückbau vorgesehen, das sollten wir noch einmal bei der Stadt anmerken“, sagte Scheible.

Wegen des Ausbaus der Straße Im Sonnenbühl und der Abraham-Wolf-Straße hatte das Tiefbauamt 2011 angekündigt, den Feldweg oberhalb der Streuobstwiese Kressart übergangsweise zu asphaltieren. Die Anlieger sollten auch während der Bauzeit an der Sackgasse Sonnenbühl mit dem Auto zu ihren Häusern kommen. Das erregte seinerzeit die Gemüter der Sonnenberger, die ihr Landschaftsschutzgebiet Kressart gefährdet sahen.

Der asphaltierte Weg ist inzwischen überflüssig

Der Bezirksbeirat traf sich damals zu einem Vor-Ort-Termin an der Streuobstwiese und stimmte letztlich den Plänen des Tiefbauamts zu, unter der Prämisse, den Weg sofort nach Beendigung der Baumaßnahmen wieder zurückzubauen. Bislang ist das allerdings nicht geschehen, obwohl die Straße Im Sonnenbühl seit anderthalb Jahren ausgebaut ist. Der asphaltierte Weg ist damit eigentlich überflüssig.

Die Sonnenberger haben sich aber größtenteils an den befestigten Weg gewöhnt. Teilweise hegen sie sogar den Wunsch, die mit Bitumen ausgebaute Strecke so zu belassen wie sie nun ist. Denn der Feldweg war vor der Befestigung bei Regen stark in Mitleidenschaft gezogen worden, zudem können ältere und gehbehinderte Menschen auf dem asphaltierten Weg deutlich besser gehen. Diese Argumente der Sonnenberger fasste Bezirksvorsteherin Evelyn Weis in der Septembersitzung des Gremiums zusammen (wir berichteten).

Für den dauerhaften Ausbau bräuchte es einen neuen Beschluss

In der darauffolgenden Sitzung sprachen sich nun einige Bezirksbeiräte für den Rückbau des Wegs aus. „Der Kressart ist ein Landschaftsschutzgebiet, da sollte der Weg geschottert sein“, sagte Christine Dietenmaier (Grüne). „Die Asphaltierung ist nur unter der Prämisse eines Rückbaus in Auftrag gegeben worden. Der Weg ist gar nicht dafür gemacht, um dauerhaft bestehen zu bleiben“, ergänzte Fred Wagner (CDU). „Wenn wir den Weg so lassen wie er ist, müssen wir an anderer Stelle Ausgleichsflächen schaffen und das kostet wieder Geld“, sagte Wagner.

Die Bezirksvorsteherin schloss sich dem an und erklärte, dass das Nicht-Handeln an dieser Stelle nicht einfach sei. „Man kann den Weg nicht so lassen. Wenn er dauerhaft bleiben soll, braucht es eine gesonderte Beschlussvorlage“, sagte Weis. „Wir sollten beim Rückbau des Wegs bleiben“, so Fred Wagner.

Der Bezirksbeirat möchte sich mit dieser Meinung noch einmal an die Stadt wenden und fragen, wie mit dem Weg oberhalb der Streuobstwiese weiter verfahren werden soll.

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