Kretschmann gegen Verkauf Land soll Anteil an EnBW halten

Klar gegen Verkauf der EnBW-Aktien: Kretschmann bei der Regierungspressekonferenz Foto: dpa/Sebastian Gollnow

Vor fünf Jahren dachte Winfried Kretschmann noch laut über einen Verkauf des EnBW-Anteils nach. Nun haben die Aktien ihren Wertverlust fast wettgemacht. Doch von Privatisierung will der Premier nichts mehr wissen.

Stuttgart - Trotz der guten Entwicklung des Energiekonzerns EnBW will Winfried Kretschmann den Landesanteil von knapp 47 Prozent nicht verkaufen. In seiner Amtszeit als Ministerpräsident werde es keine Privatisierung geben, sagte Kretschmann jetzt auf Fragen von Journalisten. In den nächsten Jahren sei dies für ihn keine Überlegung: „Darüber denke ich wirklich nicht nach.“ Das Unternehmen brauche Zeit, um mehr Eigenkapital zu bilden, sagte er zur Begründung. Wegen der hohen Verschuldung sei die Eigenkapitalquote sehr gering.

 

Zugleich äußerte sich der Regierungschef lobend über den erfolgreichen Umbau der EnBW. Er sei „jeden Tag glücklich“, wie gut sich der Energiekonzern unter dem Vorstandschef Frank Mastiaux entwickele; dieser sei ein „guter Mann“ und mache einen „Super Job“. Zunächst gehe es darum, dass die Dividende der EnBW ausreiche, um die Zinsen für die zum Kauf aufgenommenen Kredite zu finanzieren. Weil die Rechnung des früheren Ministerpräsidenten Stefan Mappus (CDU) nicht aufging, musste das Land in den vergangenen Jahren mehr als 300 Millionen Euro zuschießen.

EnBW-Aktie übertrifft Mappus’ Kaufpreis

Vor fünf Jahren hatte Kretschmann noch gesagt, auf lange Sicht wolle das Land die EnBW-Anteile wieder verkaufen; konkrete Pläne gebe es aber nicht. Wegen des stark gesunkenen Werts der Aktien wäre dies lange ein Minusgeschäft gewesen. Nach einer aktuellen Bewertung für die zuständige Landesfirma Neckarpri ist der Anteil inzwischen fast wieder so viel wert, wie Mappus einst bezahlte – rund fünf Milliarden Euro. An der Börse haben sich die EnBW-Papiere, von denen indes nur ein kleiner Teil frei gehandelt wird, in den letzten Monaten steil nach oben entwickelt. Am Dienstag erreichte der Kurs nach einem kräftigen Sprung in der Spitze um die 44 Euro – und damit deutlich mehr als jene 41,50 Euro, die das Land Anfang 2011 beim Kauf bezahlt hatte.

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