Zum 80. Geburtstag der StZ gratulieren Prominente aus Politik, Kultur und Wirtschaft. Für Winfried Kretschmann gehört sie zum Alltag – auch wenn sie manchmal weh tut.

Was verbindet Sie persönlich mit der Stuttgarter Zeitung?

 

Mit der Stuttgarter Zeitung verbinde ich natürlich eine ganze Menge. Die Stuttgarter Zeitung ist eine wichtige Konstante für mich. Ihre Lektüre am Morgen ist Kür und Pflicht zugleich. Die Stuttgarter Zeitung ist für mich ein Stück Baden-Württemberg. Als Politiker begleitet sie mich schon sehr lange. Seit den 80er Jahren, als ich die Grünen mitbegründete, später als Fraktionsvorsitzender, nun als Ministerpräsident.

Bei Interviews mit der Stuttgarter Zeitung fühlen mir die Redakteurinnen und Redakteure stets richtig auf den Zahn. Oft treffen sie den Nerv, immer bohren sie genüsslich nach. Schon früh merkte ich dabei, redest du zu viel und ausschweifend, dann bist du ein Schwätzer. Hältst du es kurz und knapp, dann bist du zugeknöpft, womöglich schlecht gelaunt. Und sagst du, dass du gerade nicht auf dem neuesten Stand bist, dann hast du keine Ahnung. Damit will ich andeuten, zum Kern der Sache zu kommen, das verstehen die Redakteure dieser Zeitung. In Zeiten von Fake News und Desinformation kommt es entscheidend darauf an, die Menschen mit seriösen und gut recherchierten Beiträgen zu erreichen. Denn in einer Demokratie müssen sich die Menschen ein gutes Urteil über die öffentlichen Angelegenheiten bilden können. Das kann nur mit Qualitätsjournalismus gelingen. Auch und gerade in den Medien. Dafür steht die Stuttgarter Zeitung.

Was schätzen Sie an der Stuttgarter Zeitung?

Es ist die Zeitung, in der das Weltgeschehen, die europäische und deutsche Politik, sehr gut mit dem baden-württembergischen Blick beleuchtet wird. Und umgekehrt, das Geschehen in seiner Wirkung auf Baden-Württemberg profund herausgearbeitet wird. Sie ist also, und das ist für mich so wichtig, eine überregionale und regionale Zeitung zugleich.

Was wünschen Sie der Stuttgarter Zeitung?

Ich wünsche der Stuttgarter Zeitung, dass sie sich in den gewaltigen Umbrüchen unserer Informationswelt behauptet und uns mit ihrer Qualität erhalten bleibt.