Krieg in der Ukraine Verschiedene Zeichen der Solidarität im Kreis Böblingen
Mehrere Aktionen und Initiativen im Kreis Böblingen haben das Ziel, den Menschen in der Ukraine zu helfen. Eine Schülerin setzt mit Steinen ein besonderes Zeichen.
Mehrere Aktionen und Initiativen im Kreis Böblingen haben das Ziel, den Menschen in der Ukraine zu helfen. Eine Schülerin setzt mit Steinen ein besonderes Zeichen.
Kreis Böblingen - Der Krieg Russlands gegen die Ukraine beschäftigt in diesen Tagen alle. Fassungslosigkeit und Betroffenheit empfinden nicht nur die Erwachsenen – auch Kinder und Jugendliche nehmen an bundesweiten Demonstrationen und Hilfsaktionen teil und möchten ein deutliches Zeichen gegen den Krieg setzen. Eine von ihnen ist Mara Probst, Schülerin an der Theodor-Heuss-Realschule (THR) in Gärtringen: „Ich saß daheim und die Krise hat mich sehr beschäftigt“, erzählt die 16-Jährige, „ich hatte das Gefühl, dass man etwas machen muss.“ Also habe sie im Internet recherchiert und sei auf sogenannte „Friedenssteine“ gestoßen: Steine aus dem Garten oder vom Wegesrand, die jeder, der mitmachen möchte, individuell mit Friedenssymbolen und -sprüchen bemalt und die dann alle an einem bestimmten Ort abgelegt werden. „Ich dachte das wäre eine coole Idee, wenn wir das in Gärtringen auch machen“, erzählt Mara Probst.
Bei der Gestaltung der Steine seien der Kreativität keine Grenzen gesetzt: „Man könnte auch die Ukraineflagge mit einem Peace-Zeichen dahinmalen“, überlegt die 16-Jährige – Hauptsache es steckt eine friedliche Botschaft dahinter. Ziel der Mitmachaktion sei es, so viele bemalte Steine wie möglich zu sammeln, als kollektives Zeichen gegen Krieg und Gewalt. Als Mara Probst auf die Schulleitung der Theodor-Heuss-Realschule und die Schülervertreter zuging, seien diese „direkt begeistert“ gewesen. Weil die meisten Schüler der THR in Gärtringen, Rohrau oder Nufringen wohnten, hätten die Schüler sich dazu entschlossen, bei diesen Gemeinden nachzufragen, ob sie die Aktion unterstützen, erzählt die 16-Jährige.
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Mit Erfolg: „Heute haben wir die Rückmeldung erhalten, dass wir die Steine ablegen dürfen.“ In Gärtringen sei der zentrale Ablege-Ort für die Friedenssteine der Brunnen am Rathaus, in Rohrau ebenfalls und in Nufringen könnten die Steine vor dem Marktplatz am CAP-Markt abgelegt werden, so Probst. „Dazu habe ich noch ein Informationsplakat gestaltet. Es hängt an den Orten, wo die Friedenssteine abgelegt werden“, sagt die Schülerin.
Den Angriff Russlands auf die Ukraine habe die 16-Jährige als „schrecklich“ empfunden; der ununterbrochene Strom an neuen Informationen sei für sie und ihre Klassenkameraden eine „belastende“ Situation. „Ich bin ein Mensch, der etwas tun will“, begründet Mara Probst ihren Einsatz.
Auch andere Aktionen aus dem Landkreis zielen darauf ab, den Menschen in der Ukraine zu helfen und Solidarität zu bekunden: Die Initiative „Helfen statt Hamstern“ hatte sich zu Beginn der Corona-Pandemie in Sindelfingen gegründet. Jetzt hat sich die Gruppe eine neue Aufgabe vorgenommen, wie wir bereits in der Montagausgabe berichtet haben. Da viele Flüchtlinge in der Sindelfinger Partnerstadt Chelm in Polen erwartet werden, will „Helfen statt Hamstern“ einen Gütertransport dorthin organisieren. Aber auch Stellen in Moldawien sowie andere ukrainische Städte sollen bedacht werden. Die Sammelaktion läuft von diesem Dienstag bis zum 13. März täglich von 10 bis 17 Uhr, mittwochs von 10 bis 14 Uhr vor der Galerie am Marktplatz Mehr Infos zu dieser Aktion stehen unter www.helfen-statt-hamstern.de im Internet.
Außerdem lädt die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Böblingen (ACK) zu einem ökumenischen und öffentlichen Gebet für den Frieden am Donnerstag, 3. März, um 18 Uhr auf den Böblinger Elbenplatz. Mit dabei sind Dekan Markus Frasch, Pastorin Anne Oberkampf, weitere Vertreter der christlichen Kirchen in Böblingen, das interreligiöse Projekt „Dem Himmel nah“ sowie Oberbürgermeister Stefan Belz. Genauso in Holzgerlingen: Dort lädt die Gruppe „Stadtgebet“ zu einem ökumenischen Friedensgebet am Donnerstag, 3. März, um 19 Uhr in die Mauritiuskirche Holzgerlingen ein.