Kriegsrecht Vorbild Korea
Koreas Präsident hat das Kriegsrecht ausgerufen und ist von den Institutionen eingefangen worden. Das sollte auch andernorts so sein, kommentiert Christian Gottschalk.
Koreas Präsident hat das Kriegsrecht ausgerufen und ist von den Institutionen eingefangen worden. Das sollte auch andernorts so sein, kommentiert Christian Gottschalk.
Die Sache ist gerade noch einmal gut gegangen. Der Präsident des koreanischen Südens hat das getan, was sein Gegenüber im koreanischen Norden immer wieder so ähnlich macht. Er hat das Kriegsrecht ausgerufen. Und er wurde nach wenigen Stunden von einer demokratischen Mehrheit gestoppt. Das ist der große Unterschied zwischen dem Süden und dem Norden des Landes. Im Norden stoppt niemanden den Diktator, der gerne seine Generäle um sich schart und damit droht die Nachbarn zu vernichten.
Südkorea hat sich als eine wehrhafte Demokratie erwiesen, in der die Institutionen funktionieren, wenn einzelne Akteure die Nerven verlieren. Das ist gut, und das ist nicht selbstverständlich. Und es ist vielen anderen Ländern zu wünschen, dass es dort ebenso funktioniert, wenn nötig. Gerade dann, wenn Einzelne an der Staatsspitze glauben, alles anders und vor allem alles entgegen der fein austarierten Teilung der Gewalten machen zu müssen. Es zeigt aber auch, dass selbst die Demokratien, die als gefestigt gelten, einem ständigen Stresstest unterworfen sind – und einer ständigen Gefahr, gegen die es anzukämpfen gilt.