Gärtringen - Aufregung bei der Feuerwehr in Gärtringen, denn vorige Wochen rückte ein Filmteam an. Nicht erst seit den Romanen und Verfilmungen über Kommissar Kluftinger wissen Krimifreunde, dass Verbrechergeschichten in der Provinz einen besonderen Charakter haben. Dessen sind sich auch die Macher der Kriminalserie „Soko Stuttgart“ bewusst, die kürzlich mit einem vielköpfigen Filmteam in Gärtringen aufschlugen. Für einige Stunden stand das Feuerwehrhaus im Mittelpunkt – auch das regionale Personal blieb nicht unbeteiligt.
Als die Feuerwehr bei einer Messebaufirma ein Gasleck abdichtet, wird eine Leiche gefunden, erschlagen mit einem Feuerwehrbeil. Schnell ist klar, die Tatperson ist in Kreisen der Firma oder bei der Feuerwehr der fiktiven Gemeinde Schöllach zu suchen. Keine einfache Aufgabe für die Kriminalhauptkommissarin Martina Seiffert.
Während die eine oder andere kriminelle Sequenz an diversen Außendrehorten in den Kasten kommt, spielen sich derweil in Gärtringen harmlosere Szenen ab. So rückt die ortsansässige Wache bei Befragungen von Verdächtigen in den Fokus, auch die Ausrückszene der Wehr wird im Gäu gedreht. Und spätestens jetzt kommen die Ehrenamtlichen der Gärtringer Feuerwehr ins Spiel.
Gärtringer Personal, Fahrzeuge und Equipment sind im September im TV zu sehen
„Zwölf Kameraden von uns waren aktiv im Geschehen eingebunden, teils als Komparsen, teils sogar mit einigen Wortbeiträgen“, sagt Markus Priesching, Kommandant der Gärtringer Gesamtwehr. Und nicht nur das Personal, auch Fahrzeuge und Equipment aus dem Gärtringer Fundus werden in dieser Folge der kommenden 13. Soko-Staffel zu sehen sein. „Es ist schon enorm, welchen Aufwand das Filmteam betreiben muss, damit alles ins rechte Licht gerückt wird“, zeigte sich Priesching beeindruckt. So wurden an den Fahrzeugen die Nummernschilder getauscht, die Werbeaufkleber entfernt und die Anzüge der Feuerwehrkameraden mit neuen Rückenschildern versehen.
Bereits im Vorfeld machte sich das Filmteam mit den Gegebenheiten vor Ort vertraut, diverse Sondierungsgespräche wurden geführt. „Wir haben uns nach Begutachtung einiger Motivgeber recht schnell für die Gärtringer Location entschieden, das passte sehr gut“, sagt Franzi Hoffart, die Pressesprecherin der Soko-Stuttgart-Teams der Bavaria – der Firma, die seit Beginn der Vorabendserie im Jahr 2009 für die Produktion im Auftrag des ZDF verantwortlich ist. Der Tross von 55 Personen – mit Schauspielern, Technikern, Requisiteuren und vielem mehr – fühlte sich in Gärtringen recht wohl, wie Pressesprecherin Hoffart und auch Regisseur Rainer Matsutani bestätigten. Matsutani hat sich in den Filmgenres Thriller, Krimis und Horrorfilme einen Namen gemacht. Der gebürtige Hockenheimer hat bereits Tatort-Folgen sowie zahlreiche Episoden von „Soko Stuttgart“ und „Dr. Klein“ inszeniert.
Fachmännische Tipps aus den Reihen der Gärtringer Brandbekämpfer
Ebenfalls kein unbeschriebenes Blatt ist Schauspieler Ulrich Gebauer, der vom „Tatort“ oder dem Spielfilm „Die Kirche bleibt im Dorf“ bekannt ist. Gebauer spielt in dieser Folge den Feuerwehrkommandanten. Obwohl professionell vorbereitet, waren Gebauer und Matsutani durchaus dankbar für fachmännische Tipps aus den Reihen der Gärtringer Brandbekämpfer. Was letztendlich für noch mehr Authentizität sorgte. „Das hatte beinahe freundschaftlichen Flair, da wurden untereinander auch mal Späße gemacht“, ergänzt Markus Priesching. Und verwies auf eine Aussage von Gebauer, der am Ende der Drehtage meinte: „Jetzt ist man in Gärtringen sicherlich froh, wenn wir weg sind und der richtige Kommandant wieder seiner Arbeit nachgehen kann.“
Zwei Tage nach dem Dreh im Gäu machte sich eine kleine Gärtringer Feuerwehrgruppe noch auf den Weg nach Stuttgart, um bei der Szene mit dem Auffinden des toten Feuerwehrmanns in der besagten Messebaufirma mitzuwirken. „Insgesamt war das alles richtig spannend und für uns Feuerwehrleute ein tolles Erlebnis. Gerade in Zeiten der Pandemie konnten wir diese Abwechslung gut gebrauchen“, so Markus Priesching abschließend.
Die teilweise in Gärtringen gedrehte Folge der „Soko Stuttgart“-Reihe wird als zwölfte Folge im Rahmen der kommenden Staffel ausgestrahlt, die ab Ende September über den Sender geht (donnerstags ab 18 Uhr). Pressesprecherin Hoffart: „Der genaue Sendetermin steht noch nicht fest, es gibt diesbezüglich viele Abhängigkeiten von Sonderevents wie zum Beispiel Fußballspielen.“