Kriminalität in Bad Cannstatt Deutlich mehr Straftaten

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Deutlich mehr Straftaten als im Vorjahr hat die Polizei im Jahr 2011 in Bad Cannstatt erfasst. Rund ein Viertel der Delikte passieren im Stadtteil Wasen. Viele der Straftaten nehmen ihren Ausgang auf dem Frühlings- oder dem Volksfest.

Brennpunkt Wasen: Viele Straftaten werden unter Alkoholeinfluss begangen. Foto: dpa
Brennpunkt Wasen: Viele Straftaten werden unter Alkoholeinfluss begangen. Foto: dpa

Bad Cannstatt - Es war schwere Kost, die der Revierleiter Thomas Engelhardt dem Bezirksbeirat Bad Cannstatt präsentierte. 8289 und damit 531 Straftaten mehr als im Vorjahr hat die Polizei im Jahr 2011 in Bad Cannstatt erfasst, was einer Zunahme von mehr als sechs Prozent entspricht. Dies sei in doppelter Hinsicht ein Ausreißer nach oben: „In der Gesamtstadt ist die Zahl gleich geblieben“, so Engelhardt. Bad Cannstatt stelle außerdem als größter Stadtbezirk elf Prozent der Bevölkerung Stuttgarts, verzeichne jedoch 14 Prozent der Straftaten.

Keine Besserung in Sicht

Zugenommen hat die Zahl an Sachbeschädigungen und Diebstahl an Fahrzeugen, der Missbrauch von Ausweispapieren, schwere und weniger schwere Körperverletzungen sowie Hausfriedensbruch. „Fast ein Viertel aller Straftaten passiert im Stadtteil Wasen“, sagte Engelhardt. Kriminalität, die ihren Ausgangspunkt auf dem Frühlings- oder dem Volksfest nehme, wirke sich außerdem auch auf die angrenzenden Stadtteile Cannstatt-Mitte (16 Prozent aller Straftaten) und Seelberg (zwölf Prozent) aus. Dem Vorschlag mehrerer Bezirksbeiräte, für den Stadtbezirk eine zweite Kriminalitätsstatistik ohne den Stadtteil Wasen zu führen, konnte Engelhardt jedoch nichts abgewinnen: „Volks- und Frühlingsfest gehören zu Bad Cannstatt wie die Theodor-Heuss-Straße zur Innenstadt.“

Im kommenden Jahr ist laut Engelhardt keine Besserung zu erwarten. „Schon heute deutet sich an, dass die Kriminalität in einigen Stadtteilen weiter zunimmt.“ Engelhardt rechnet unter anderem mit mehr Rauschgiftdelikten in Cannstatt-Mitte, wo in diesem Jahr die Straßenkriminalität gezielt bekämpft werde. Schon in den ersten neun Monaten dieses Jahres habe es außerdem im Stadtteil Seelberg mehr Eigentumsdelikte als 2011 gegeben, auf dem Hallschlag gebe es Probleme mit einer Jugendgruppe, die unter anderem gestohlene Fahrradteile verkaufe.

Zwei Unfallschwerpunkte

Keine Veränderung erwartet Engelhardt auch bei einem von zwei Unfallschwerpunkten, welche die Polizei in Bad Cannstatt 2011 ausgemacht hat: „Die Kreuzung König-Karl-Brücke/Mercedesstraße ist ein so großer Verkehrsknoten mit so vielen Ästen, dass es zwangsläufig immer wieder zu Unfällen kommt“, sagte Engelhardt. Zurückgehende Unfallzahlen erhoffe er sich am zweiten Unfallschwerpunkt, den Kreisverkehren zwischen Decker- und Daimlerstraße. „Diese Kreisel sind durch die zahlreichen Fußgängerüberwege schwierig zu befahren und zudem noch ungewohnt. Das wird sich aber noch besser einspielen.“ Insgesamt hat die Polizei im vergangenen Jahr 1410 und damit 115 Unfälle mehr als 2010 erfasst.

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